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Rundumschlag der Beltretter

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FEHMARN -nic- Zum Rundumschlag holen Fehmarns Beltretter aus. Gleich zwei Unterthemen zur Festen Fehmarnbeltquerung liegen ihnen diesmal wie Blei im Magen. Mit einer „Heizdecken-Fahrt“ vergleichen die Beltretter das Angebot von Femern A/S, Anwohner von Nordeuropas größter Baustelle zum Busausflug mit Kaffee und Kuchen einzuladen. In Sachen Erörterungstermine werfen sie der Landesregierung in einer zweiten Pressemitteilung „vorgegaukelte Bürgerbeteiligung“ vor.

Das zweifelhafte Verhalten eines Heizdeckenverkäufers werfen die Beltretter Femern A/S vor. Das Unternehmen habe jetzt die „unmittelbar betroffenen Baustellen-Anwohner“ in Puttgarden und Marienleuchte mit teuren Broschüren dazu eingeladen, an einer Busfahrt nach Dänemark teil-zunehmen. Im Schreiben werde besonders darauf hingewiesen, dass es einen Imbiss beziehungsweise Kaffee und Kuchen gebe.

„Das ist ja wie bei einer dieser Heizdecken-Fahrten, wo einem ein Stück Kuchen versprochen, aber dann ganz anderes und vor allem Kostspieliges untergejubelt wird“, so Karin Neumann, Sprecherin der Beltretter, verwundert darüber, „dass Femern A/S jetzt schon solche Mittel nutzen muss“. Darüber hinaus kritisieren die Beltretter, dass offenbar nur Puttgarden und Marienleuchte in den Augen von Femern A/S als betroffen gelten würden. „Eine Autobahn, eine Güterzugtrasse, mehrere neue Brücken darüber hinweg, zusätzliche Sundquerungen und dann noch Nordeuropas größte Baustelle an sich: Fehmarn würde auf links gedreht werden und nie wieder so sein, wie es ist oder mal war. Ganz Fehmarn, ja Ostholstein ist betroffen, nicht nur Puttgarden und Marienleuchte“, so Ananda Julia Albert, ebenfalls Sprecherin der Beltretter.

Heftige Geschütze fahren die Beltretter gegen die Landesregierung auf. Sie und insbesondere ihr Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr missachteten demokratische Prinzipien und vor allem die Idee der Bürgerbeteiligung schwer, so die Beltretter in ihrer Pressemitteilung. Die Erörterung der Einwendungen gegen den geplanten 18 Kilometer langen Belttunnel soll in Kiel anstatt vor Ort, auf Fehmarn, stattfinden. Bislang sei es gängige Praxis gewesen, dass solche Termine in unmittelbarer Nähe des geplanten Projektes stattfänden.

„Diese sogenannte Bürgerbeteiligung soll offenbar am liebsten ohne Bürger stattfinden“, so Ananda Julia Albert. Die Beltretter befürchten in ihrem Schreiben, dass hier ein Präzedenzfall zu Ungunsten betroffener Bürger geschaffen werden könnte. Rund 3 000 Einwendungen von Bürgern und Vereinigungen hatte es im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gegeben. Die Erörterungstermine zu den Einwendungen finden nun vom 9. bis zum 16. November in Kiel statt, wobei eine Verlängerung um einige Tage möglich sei. „Man stelle sich eine 85-jährige Fehmaranerin vor, die Einwendungen übermittelt hat, weil ihr Zuhause unmittelbar betroffen ist. Soll sie die Reise nach Kiel auf sich nehmen, dort eine Woche oder länger im Hotel übernachten und darauf warten, dass ihre Sorgen auch endlich Thema werden ?“, fragt sich Karin Neumann.

Zunächst habe es geheißen, bei diesem Riesenprojekt wolle man es besser machen als bei Stuttgart 21, „nun aber ist das Gegenteil der Fall.“

Insbesondere Ministerpräsident Albig werfen die Belt-retter vor, sich willfährig vor den Karren Dänemarks spannen zu lassen und gleichzeitig zu ignorieren, dass sich immer mehr Wähler in seinem Land gegen das Milliardenprojekt Belttunnel stellten, so die Belt-retter abschließend.

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