Wer auf die Insel im Indischen Ozean fliegt, will in erster Linie zu den weißen Badestränden an der Südküste. Die Stadt Deniyaya, keine 100 Kilometer weiter im Norden, ist feucht und moderig: Der Monsun hat den Fassaden der Häuser zugesetzt, die Wolken hängen schwer am Himmel. Nicht weit ist es von hier zum Sinharaja Rain Forest, dem immergrünen Urwald, der wegen seiner biologischen Vielfalt seit 1988 zum Unesco-Weltnaturerbe gehört.
Ist eine Wanderung durch diesen Regenwald möglich? „Klar“, sagt Bandula Rathnayaka. „Deshalb seid ihr ja hier.“ Der Singhalese steht auf der Terrasse seiner Herberge. Im Jahr 1994, als das Reisen nach Sri Lanka noch etwas Exotisches war, hat sein Bruder damit angefangen, Touristen in den Dschungel zu führen. Heute gehen die Brüder mehrmals in der Woche mit ihren Gästen in den Wald.
Dort, wo der Nationalpark beginnt, wird es sofort dunkler und lauter. Vögel, Insekten und Affen zwitschern, zirpen und brüllen durch die Bäume. Die Orientierung wird jetzt schwierig, doch Bandula kennt den Weg genauso gut wie die botanischen Namen der Pflanzen. Zwei Drittel der Baum- und Pflanzenarten im Park sind endemisch, das heißt, dass es sie nur an diesem Ort auf der Welt gibt. Hinzukommen zahlreiche einzigartige Vogelarten, Säugetiere und Amphibien, die nur auf Sri Lanka zu finden sind.
Von Philipp Laage, dpa
DIE REISE-INFOS ZU SINHARAJA RAIN FOREST
REISEZIEL: Mehrere Airlines bieten Verbindungen nach Colombo mit Zwischenstopp in Dubai an. Emirates fliegt von Frankfurt und Düsseldorf auch nonstop. Weiter zum Nationalpark per Mietwagen oder Bus über Rathnapura. Touren ins Reservat sind von Norden und Süden möglich.
FORMALITÄTEN: Für Sri Lanka brauchen Reisende ein Visum (20 US-Dollar), das online beantragt werden kann über www.eta.gov.lk.
REISEZEIT: Das Klima im Regenwald wird vom Süd-West-Monsun beeinflusst. Von Mai bis Juli gibt es viel Regen, viele Blutegel, und die Tiere verstecken sich.
WOHNEN: In Deniyaya gibt es einfache Unterkünfte und Lodges, die umgerechnet ab 20 Euro pro Nacht und pro Person kosten.
GELD: Ein Euro sind etwa 169 Sri-Lanka-Rupien (Stand Juli 2012).
GESUNDHEIT: Konsequenter Mückenschutz beugt Dengue-Fieber und Malaria vor. Als Reiseimpfung wird Hepatitis A empfohlen.
SICHERHEIT: Seit Ende des Bürgerskriegs 2009 hat sich die Lage laut Auswärtigem Amt beruhigt. Die typischen Urlaubsgebiete können frei bereist werden.


© tmn dpa/ Philipp LaageDie Steine im Fluss sind schlüpfrig, doch der mühsame Marsch wird belohnt: An einer Stelle können Touristen in einem natürlichen Swimming-Pool baden.
© tmn dpa/ Philipp LaageNasen-Peitschennattern (Ahaetulla nasuta) sind leicht giftig und durch ihre grüne Färbung im Geäst des Urwalds so gut wie nicht zu erkennen.
© tmn dpa/ Philipp LaageDie Wiegmanns Agame (Otocryptis wiegmanni)
© tmn dpa /Philipp LaageEine Hängebrücke führt zu einem der Conservation Center, in denen Touristen übernachten können.
© tmn dpa/Philipp LaageDer Fluss Gin-Ganga bildet die südliche Grenze des Regenwalds.





