Inselpolitiker hielten Marathon-Sitzung ab

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    • 16.06.12
    • Fehmarn
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Bauausschuss tagte viereinhalb Stunden - die Topthemen: Zukunftsvisionen am Binnensee, Mini-Ferienhäuser auf Campingplätzen, Windenergie 

Inselpolitiker hielten Marathon-Sitzung ab

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FEHMARN - Von Heiko Witt - Er ist der Organisator des Fehmarn Marathons, der heute zum zweiten Mal im Inselwesten stattfindet. Am Donnerstag musste Gunnar Mehnert (SPD) als Vorsitzender des städtischen Bauausschusses eine Marathonsitzung leiten. Es tut sich unwahrscheinlich viel auf der Insel, deshalb tagte der Ausschuss beinahe viereinhalb Stunden lang und die Themen hatten es teilweise in sich.

© Grafik: Büro Benthin, Neustadt

Die Stadt Fehmarn möchte den Yachthafen, das Gebiet "De Hoben" und den Südstrand miteinander verknüpfen. Allein in diesem Bereich sollen Ferienunterkünfte mit über 2000 Betten entstehen, weitere 1000 Betten in den Mini-Ferienhäusern auf den Campingplätzen. Der Optimismus der Tourismusbranche auf Fehmarn ist grenzenlos. 

Wie bereits gestern aktuell berichtet, hat Fehmarn visionäre Pläne für den Binnensee vom Yachthafen Burgstaaken (mit Ferienhäusern auf dem Wasser) bis zur Tiefehalbinsel mit dem Südstrand. Gegen das Projekt „De Hoben“ haben Einwohner Neue Tiefes über die Interessengemeinschaft „De Hoben“ längst Widerspruch eingelegt, geht auch aus einer Stellungnahme im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung hervor.

Die Stadt erklärt dazu, das Projekt weiter unterstützen zu wollen, obwohl es nicht in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden sei. Außerdem ging es im Bauausschuss um die überall auf den Campingplätzen Fehmarns geplanten Mini-Ferienhäuser – der Bauausschuss empfiehlt der am kommenden Donnerstag (21. Juni) tagenden Stadtvertretung, den Gesamt-Flächennutzungsplan, in dem die Campinghäuser ein wichtiger Bestandteil sind, zu verabschieden.

Ende Mai fand ein Gespräch im Fachbereich Planung, Bau und Umwelt des Kreises Ostholstein statt. Bauamtsleiter Burkhard Naß musste in die Höhle des Löwen, ihm saßen unter anderen Baudezernent Bernd Straßburger und der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), Joachim Siebrecht, gegenüber.

Es wurde vereinbart, dass die Campinghäuser auf Fehmarn höchstens 5,5 Prozent der derzeitigen Standplätze auf Campingplätzen haben dürfen. Da es 6 661 Standplätze gibt, dürfen demnach 367 Ferienhäuser entstehen. Umgerechnet sind das also noch einmal über 1000 Betten. Intern geht man in der Verwaltung davon aus, dass 30 000 Camper im Hochsommer die Insel bevölkern.

Eine eingeschränkte Beteiligung potenziell betroffener Bürger fand für einen Teilbereich Bisdorfs statt, weil das Hofcafé am südwestlichen Ortsrand einen Parkplatz errichten möchte.

Femern A/S macht Windkraft-Pläne der Stadt unmöglich

Dass die Windkraft-Eignungsflächen südlich des Windparks Presen und westlich der B 207 zwischen Todendorf und Gammendorf gestrichen worden sind (wir berichteten), missfällt der Stadt Fehmarn.

Übrigens gab es nicht nur Einwendungen von Femern A/S, die Planungshoheit für den Beltquerungsbau genießt, sondern auch von der Wehrbereichsverwaltung Nord, weil der Horchposten Marienleuchte durch die Windräder gestört werden würde.

 „Damit ist die Umsetzung des Repowering-Vorhabens Burgstaaken und der Ersatzbau für die im Windpark Presen durch die Beltquerung wegfallenden Anlagen unmöglich gemacht“, hieß es in der Tischvorlage der Stadt im Bauausschuss. Die Projekte könnten erst nach dem Planfeststellungsbeschluss, der 2015 zu erwarten sei, umgesetzt werden.

Dieser Zeitraum sei für die Stadt in keiner Weise akzeptabel. Für Ende Juni strebt die Stadt ein Gespräch mit Femern A/S und der Landesplanung an. Dabei ist es Zielrichtung der Stadt, dass Femern A/S den Suchraum frei gibt, der südlich des Kreuzungspunktes der westlichen Trassenvariante mit der B 207 liegt. Alternativ will die Stadt doch noch einmal die für den Bürgerwindpark vorgesehenen Flächen im Norden anmelden.

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