Übernachtung mit Frühstück: 3 DM

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    • 01.03.07
    • Fehmarn
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50 Jahre Verkehrsverein Puttgarden/Dank an „Gründungsväter“ Prange, Thomsen und Heesch

Übernachtung mit Frühstück: 3 DM

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Von Nicole RochellPUTTGARDEN • Ach ja, damals. Vor 50 Jahren. Da sah auf den Höfen, die sich anfangs nur schwerfällig und auch später bloß zaghaft für den Tourismus öffneten, noch alles ganz anders aus. ... 5 Uhr in der Früh.

Karen Prange, Hans-Joachim Heesch und Nico Thomsen (v.l.), als Pioniere in Sachen Entwicklung des Verkehrsvereins Puttgarden auf der Jubiläumsveranstaltung gefeiert. Als Dankeschön gab’s Blumen. Die von Nico Thomsen bekam seine Frau.

Karen Prange, Hans-Joachim Heesch und Nico Thomsen (v.l.), als Pioniere in Sachen Entwicklung des Verkehrsvereins Puttgarden auf der Jubiläumsveranstaltung gefeiert. Als Dankeschön gab’s Blumen. Die von Nico Thomsen bekam seine Frau.

Ohne Rücksicht auf die Ruhe und Erholung suchenden Großstädter meldeten sich lautstark die Kühe zu Wort. Klötern mit den Milchkannen. Im Dorf bei der Schmiede kam der Amboss in Gang.

50 Jahre Verkehrsverein Puttgarden – ein Jubiläum, das durchaus gestattet, den Fokus der Erinnerung auf jene Zeit zu werfen, als alles begann. Viele Mitglieder und Gäste hatten sich zur 50. Jahreshauptversammlung des Ver- kehrsvereins Puttgarden im Gasthof „Johnsen“ eingefunden, um mit 1. Vorsitzender Elfriede Kleingarn nebst Vorstand den 50. Vereinsgeburtstag zu feiern. Und ihnen allen wurde bei Schilderungen aus „prähistorischer“ Zeit noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie schleppend doch vor einem halben Jahrhundert voran ging, was heute selbstverständlich ist...

Urlaub auf dem Lande. Idyll zwischen Fortbewegungsmittel Pferd und Wagen und spartanischer Ausstattung der Gästezimmer. Mit „de luxe“ hatte das nichts zu tun. Betten teilweise mit Seegrasmatratzen, Handtücher aus Leinen, eine Kommode mit Waschgeschirr, ein Eimer Wasser aus der Pumpe und die Toilette mit Herzchen auf dem Grundstück der ländlich-rustikalen Bleibe.

Damals war’s so, erinnerte sich Nico Thomsen, und daran, wie die ersten Urlauber vor mehr als 50 Jahren in die Dörfer kleckerten. „Am Strand von Burgtiefe, mit 40 Strandkörben, dem Wartturm und Knusperhäuschen, gab es schon einige Urlauber – aber doch nicht bei uns im Dorf.“

So kannte das Verständnis für den Wunsch so mancher Urlauber auf dem Dorf klare Grenzen, war das Wort „Urlaub“ im ländlichen Raum doch geradezu ein Fremdwort. Hier musste man ran, sechs Tage die Woche – und auch am siebten Tag musste das Vieh versorgt werden.

Vier Jahre hatte es gebraucht, den Verkehrsverein zu gründen. „Der Widerstand war einfach zu groß“, so  Thomsen, der seinerzeit als einer der wenigen den Weitblick besaß und erkannte, dass sich mit Tourismus ein Zubrot verdienen lasse. Eine Übernachtung kostete 2 Mark ohne Frühstück, 3 Mark mit Frühstück, ein Mittagessen in Johnsens Gasthof 3,80 Mark. „Was soll das mit den Touristen, was wollen die hier?“, konnten sich die meisten Einwohner nicht mit dem Gedanken anfreunden, ihre Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Lediglich zwölf Einwohner waren am 6. Februar 1957 zur Gründung des Verkehrsvereins Puttgarden bei Johnsen erschienen. Zur 1. Vorsitzenden wurde Gertrud Witt gewählt, Beisitzer war Nico Thomsen.

Gemeinsam mit Karen Prange und Hans-Joachim Heesch kam Thomsen am Abend der Jubiläumsversammlung zu besonderen Ehren. Denn Nico Thomsen war 28 Jahre lang 1. Vorsitzender des Verkehrsvereins. Karen Prange als Veranstaltungsleiterin hatte Unterhaltungs- und Infoabende durchgeführt, Hans-Joachim Heesch war lange Schriftführer und in der Zimmervermittlung tätig. „Wir haben es Ihnen zu verdanken, dass wir heute Jubiläum feiern können“, bedankte sich Vorsitzende Elfriede Kleingarn mit Blumen bei den drei Pionieren.

„Ihr habt euer Ziel vor Augen zum Wohl der Gäste“

Schuster, Schneider, Kaufmann und Gastwirtschaft gab’s im Dorf. Ein eigener Kosmos. Man war unter sich. „Dann kamen wir mit der Idee, Touristen bei uns aufzunehmen.“ Und dabei habe der Verkehrsverein noch keinerlei Ahnung vom Tourismus gehabt, erinnerte sich Nico Thomsen. „Wir muss-ten Betten zusammenbekommen, Vermieter akquirieren,  die Werbung aufbauen“, so Nico Thomsen. Und alles klappte. Peu à peu. Aber erfolgreich.

Der Fehmarn-Urlaub auf dem Lande sprach sich schnell herum: „Es kamen mehr und mehr Gäste, so lief es bis Ende 1959.“

Dann kam die Vogelfluglinie. 1960 wurde mit dem Bau der Fehmarnsund-Brücke begonnen. Die wenigen Betten, die damals vorhanden waren, wurden gleich für drei Jahre an die Bauarbeiter vermietet.

Mit Fertigstellung der Brücke kamen im Mai 1963 die Reisenden auf die Insel. Eine Übernachtung, dann wollten sie weiterfahren, so Thomsen. „Die Touristen rannten, um die Betten zu bekommen.“

Karen Prange erinnerte noch einmal an die Laienspielgruppe des Verkehrsvereins, die 1981 mit unterhaltsamen Bühnenstücken begann. Und die bunten Abende, und die gan- zen Wettbewerbe, an denen sich die Gemeinde Bannesdorf beteiligt hatte. Wie der erste Bundeswettbewerb 1986 – „der war nur für die Gemeinde Bannesdorf, nicht für das Amt Fehmarn oder die ganze Insel“, hob Karen Prange die Fusion für einen Moment wieder auf und piesackte noch mit jenem Bundeswettbewerb, den 1994 die Gemeinde Bannesdorf geschafft habe – „Burg fiel leider durch.“

„Ihr seid zielstrebig und zweckorientiert, manchmal auch beharrlich“, listete der Vorsitzende des Tourismusausschusses, Otto Köneke, die Eigenschaften des Puttgardener Verkehrsvereins auf. „Ihr habt euer Ziel vor Augen, zum Wohl der Gäste.“ Und auf dass diese auch in Zukunft rennen mögen, um ein Zimmer zu bekommen. Er wünschte dem Verkehrsverein: „So soll es bleiben.“

Seinen „tief empfundenen Respekt“ für die Gründungsväter, die die Weitsicht hatten, den Verkehrsverein zu gründen, zollte Jens-Peter Bumann vom Campingparadies und Tourismus Förderverein Feh- marn. Er freute sich darüber, dass anfängliche Berührungsängste zwischen Vermietern und Campingplatzbetreibern inzwischen beigelegt seien. Als Fehmaraner, „die wir alle sind, sollten wir beieinander stehen, um gemeinsam Gäste auf die Insel zu holen.“

Das Müllsammeln, 1964 von Karen Prange angeregt – „und auch heute die Voraussetzung für eine intakte Urlaubslandschaft“, so Vorsitzende Elfriede Kleingarn – findet diesmal am 24. März statt.

Über die vielen guten Worte und Wünsche zum 50-Jährigen freuten sich Elfriede Kleingarn und Vorstand. „Es steht echtes Interesse dahinter bei den Vermietern – das ist, was die Arbeit so fruchtbar macht“, zückte Kleingarn dieses Erfolgsrezept.

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