Wittenberg siegte im Jubiläumsjahr

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    • 25.06.12
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Fehmarn Pferde Festival: Einziger fehlerfreier Ritt im Regen beim Großen Preis brachte den Sieg

Wittenberg siegte im Jubiläumsjahr

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FEHMARN - Von Lars Braesch Das Jubiläumsturnier anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Fehmarnschen Ringreitervereins (FFRV) ging am Sonntag auch im strömenden Regen weiter.

© Fehmarn24/Lars Braesch

Der Sprung zum Sieg im Großen Preis: Dieses Paar, Thorsten Wittenberg mit „Connaught“ (hier am letzten Hindernis), blieb als einziges im strömenden Regen fehlerfrei.

Vier Tage lang kämpften die Reiter bisher beim Fehmarn Pferde Festival um die begehrten Siegerschleifen. Das Hauptspringen (Springprüfung Klasse S***), der Große Preis des Kaufhauses Stolz, gewann am Sonntag Nachmittag Thorsten Wittenberg mit „Connaught“.

Das Paar überwand die 13 Hindernisse auf dem 480 Meter langen Parcours in einer Zeit von 85.24 Sekunden fehlerfrei. Das schaffte sonst kein weiteres Paar. Zunächst betrug die erlaubte Zeit 84 Sekunden, doch die Jury setzte die Zeit auf 86 Sekunden herauf. Zweiter wurde Jörg Kreutzmann mit „Sauternes ter Vlucht“ mit einem Abwurf in einer Zeit von 79.45 Sekunden. Dritter wurde Volkert Naeve mit „Cord“ (4/80.82). Sehr viel Pech hatten zwei Amazonen im Teilnehmerfeld. Die Viertplatzierte Linn Zakariasson auf „Luzifer“ und die Fehmaranerin Inga Czwalina auf „Cabras“ (Platz sechs) leisteten sich ausgerechnet am letzten Hindernis einen Abwurf. Der Regen nahm am Ende der Prüfung stark zu, sodass die Siegerehrung ohne Pferde im Festzelt durchgeführt werden musste. Auch das geplante Jack-Russel-Rennen fiel aus.

© Fehmarn24/Lars Braesch28 Pferde, angeführt von Reiterführer Peter Rauert, und vier Kutschen zogen beim Festumzug durch die Burger Innenstadt.

Vor dem Großen Preis gab es anlässlich des Jubiläums einen Umzug durch die Innenstadt in Richtung Festplatz, an dem 28 Pferde samt Reiter und vier Kutschen teilnahmen. Dabei wurden die Reiter angeführt vom Reiterführer Peter Rauert. Den Festumzug begleiteten die vereinseigenen Fanfarenbläser und eine Kapelle. Trotz des regnerischen Wetters säumten viele Fehmaraner die Straßen. Alle waren passend zum Wetter mit Regenschirmen ausgestattet. Nach der Ankunft auf dem Turnierplatz startete das Neunmeterschießen gegen den ehemaligen Kult-Torwart des FC St. Pauli, Klaus Thomforde. Auch hierbei zeigten die Reiter Geschick. 25 Bälle schlugen im Kasten ein.

Der Erlös in Höhe von 500 Euro kam der JSG Fehmarn zugute. Vor dem Neunmeterschießen signierte Klaus Thomforde die Fußbälle, die dann ebenfalls zugunsten der Jugendsportgemeinschaft verkauft wurden.

An der Kasse war ein eingespieltes Trio letztmalig aktiv. Willi Steen kassierte 40 Jahre lang für den FRRV beim Fehmarn Pferde Festival. Auf 20 Jahre blickte Albert Lademacher zurück. Zwölf Jahre lang kassierte Alexandra Oeverdieck für den Verein.

Jörg Kreutzmann gewinnt erste Etappe

Die erste Etappe der „Holsteiner Masters 3plus1“-Serie entschied Jörg Kreutzmann am Sonnabendnachmittag auf „Chiclana“ für sich. Das Paar blieb im Umlauf einer Springprüfung der Klasse S** mit Siegerrunde (Große Tour) sowie im Stechen fehlerfrei. Die Uhr blieb bei exakt 30 Sekunden stehen. Markus Merschformann musste sich mit „Baloupetra“ hauchdünn geschlagen geben. Auch Merschformann blieb fehlerfrei und ritt bei 30.65 Sekunden im Stechen über die Ziellinie. Dritte wurde die Lokalmatadorin Inga Czwalina mit „Cabras“. Sie blieb ebenfalls fehlerfrei, und die Zeit stoppte bei 31.38 Sekunden. „Chiclana ist mit sehr viel Springvermögen und einer tollen Grundschnelligkeit ausgestattet, so hat man auch einmal das Glück, ein solches Springen zu gewinnen“, strahlte Kreutzmann nach seinem Sieg. Die neunjährige Stute konnte es gar nicht abwarten auf die Ehrenrunde geschickt zu werden. Mit seinem zehnjährigen Schimmel „Skala“ wurde Torben Köhlbrandt auf Platz 19 (4/66.12) noch platziert. Durch den Abwurf im Umlauf hatten die beiden die Siegerrunde verpasst. Insgesamt gingen 63 Reiter an den Start, davon schafften es 15 Paare ins Stechen. Das Ergebnis aus dem Umlauf wurde mit ins Stechen genommen. Der Vorjahressieger der Master-Serie, Christopher Frazer, gab im Umlauf mit seiner elfjährigen Stute „One Way“ auf. Das Masters wurde zum sechsten Mal auf Fehmarn ausgetragen. Auf der Siegerehrung verkündete Veranstalter Peter Rathmann, dass Fehmarn für künftige Masters-Veranstaltungen gesetzt sei. „Nur der Hauptsponsor werde sich ändern“, verriet Rathmann weiter. Bisher hatte Lotto die Turnierserie gesponsort. „Ein Masters wertet eine Reitveranstaltung auf“, war sich Rathmann sicher. Die nächsten Etappen sind Marne (29. Juni bis 1. Juli) und Tasdorf (20. bis 22. Juli). Die besten 25 Reiter sind für das Finale bei der Baltic Horse Show in Kiel (18. bis 21. Oktober) qualifiziert. Außerdem sind die drei punktbesten Teilnehmer für die internationale Tour der Baltic Horse Show gesetzt.

Das Jubiläumsturnier in Bildern

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Torben Köhlbrandt mit „Con Climax“ gewann die Youngster Tour. Damit ging erstmalig ein S-Springen beim Jubiläumsturnier an einen Fehmaraner. In einer Zeit von 36.09 Sekunden blieb das Paar im Stechen fehlerfrei und verwies Markus Tim mit „Chellini“ auf Platz zwei (0/37.61). Platz drei ging mit Michael Aabo auf „Grafs Stakkato“ (0/37.85) nach Dänemark. Pech im Stechen, für das sich von 59 Startern 18 Paare qualifizierten, hatte Inga Czwalina mit „Quozient“. Die fehmarnsche Amazone hatte einen Abwurf zu verzeichnen und landete auf Platz 15.

1,90 Meter hohe Mauer übersprangen vier Pferde

Ein weiterer Höhepunkt war das Mächtigkeitsspringen in der Volksbank Reithalle Fehmarn vor rund 900 zahlenden und begeisterten Zuschauern. Moderiert wurde die Mächtigkeitsspringprüfung der Klasse S* vom ARD-Reitsportexperten Carsten Sostmeier. Christopher Frazer, Rasmus Lüneburg, Hans-Thorben Rüder, Tim Markus, Stefan Jensen, Hinerk Köhlbrandt und Carsten Averkamp gingen an den Start um den begehrten Präsidentencup. In Anlehnung an die Vereinsvorsitzenden Niko Höpner, Hans Mau und Claus Sievert wurde der Cup ins Leben gerufen. Zur Eingewöhnung ging es über einen Steilsprung und eine Triplebarre, bevor dann die große Mauer mit einer Anfangshöhe von 1,50 Meter übersprungen werden musste. Die erste Runde schafften alle sieben Reiter ohne Probleme. Die Mauer wurde im zweiten Durchgang um 20 Zentimeter auf 1,70 Meter erhöht. Auch diese Höhe meisterten die Starter mühelos. In Runde drei wurde die Mauer auf 1,80 Meter erhöht. Die sieben Pferde übersprangen erneut alle dieses gewaltige Hindernis. Runde vier mit 1,90 Meter: Carsten Averkamp mit „Quickiedeeedo“, Hinerk Köhlbrandt mit „Al Bertino“ und Stefan Jensen mit „Concord“ scheiterten an der Mauer. Christopher Frazer mit „La-Emotion“, Rasmus Lüneburg mit „Countdown“, Hans-Thorben Rüder mit „Travenort‘s Casa Grande“ und Tim Markus mit „Löwenherz“ übersprangen das imposante Hindernis. Die Zuschauer waren völlig aus dem Häuschen und feierten nach dem Springen eine Mega-Party. Für den fünften Durchgang war alles vorbereitet worden. Stolze zwei Meter waren bereits aufgebaut. Die vier Reiter einigten sich darauf, auf die fünfte Runde zu verzichten, um den Pferden die enorme Anstrengungen zu ersparen. So hatte Hans-Thorben Rüder Glück beim Zahlenraten. Die anwesenden Präsidenten suchten sich die Zahl zwei aus, Rüder war mit der vier am Dichtesten dran. So konnte er den Siegerkranz, den großen Präsidentencup und ein Magnumflasche Sekt in Empfang nehmen. 2 800 Euro sollte es für den Sieger geben. Fair wurde der Gewinn unter allen vier Reitern aufgeteilt. Für 2013 kündigte der FRRV eine Wiederholung des Mächtigkeitsspringens an.

Zwei internationale Dressurprüfungen

Ebenfalls in der Reithalle zeigten die Dressurreiter ihr Können. Sie ritten eine Dressurprüfung der Klasse S**, die Intermediaire I, FEI. Inter. I 2009, aus. Die internationalen Dressurprüfungen wurden zuletzt 2009 durch die Fédération Équestre Internationale (FEI) überarbeitet. Für die einzelnen geforderten Lektionen werden von den Richtern Noten vergeben, die am Ende der Prüfung zu einer Gesamtnote addiert werden. Dabei können die Richter insgesamt zehn Noten verteilen, von 0 (nicht ausgeführt) bis 10 (ausgezeichnet). Die Intermediaire I ist die nächstschwerere internationale Dressurprüfung nach dem Prix St. Georges dieser Altersklasse. Sie darf mit Pferden bestritten werden, die mindestens sieben Jahre alt sind. Pro Starter dauert die Prüfung circa fünfeinhalb Minuten. Bei der Intermediaire I werden folgende Lektionen verlangt:

• Einreiten im versammelten Galopp, halten bei X (es wird das große Dressurviereck 20 x 60 m genutzt) • Trab: versammelter Trab, Mitteltrab, starker Trab (mehrfach) • Schulterherein (zweimal) • Volte – 8 Meter-Durchmesser (zweimal) • traversieren (nach rechts und links), Traversalverschiebung • Rückwärtsrichten • Schritt: versammelter Schritt, starker Schritt • Galopp: versammelter Galopp (mehrfach), starker Galopp, fliegende Galoppwechsel (mehrfach) • ganze Galopppirouette - 360° (einmal nach links, einmal nach rechts) • bei X halten Zusätzlich werden die Reinheit der Gänge, Schwung, die Gehorsamkeit und Durchlässigkeit des Pferdes sowie Sitz und Einwirkung des Reiters bewertet. Mit einem Koeffizienten von zwei (also mit doppelter Bedeutung) gehen die Wertnoten für das Traversieren, den versammelten Trab, den versammelten Schritt, für das im starken Schritt durch die halbe Bahn wechseln, für die Traversalverschiebungen und einzelne fliegende Galoppwechsel, für die ganzen Galopppirouetten, die Gehorsamkeit und Durchlässigkeit des Pferdes sowie Sitz und Einwirkung des Reiters in die Gesamtnote ein.

Es siegte Dr. Susanne Horz mit „Rasputin“ mit der Gesamtnote 773,00 (67,807 Prozent) vor Daniela Bruch die mit „Noble Dancer“ (760,00/68,667 Prozent) und mit „ Rio Bonito“ (760,00/68,667 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei folgte. Platz vier ging beim Jubiläumsturnier an die für den FRRV startende Amazone Dr. Eva-Maria Junkelmann mit „Carl der Große“. Das Paar erzielte eine Gesamtnote von 749,00 (65,702 Prozent). Nicht platziert war Julia Marrancone mit „Weltbube“. Mit einer Gesamtnote von 715,00 (62,719 Prozent) landete das Paar auf Platz elf und hatte damit die Qualifikation zur Dressurprüfung Kl. S** - Intermediaire I - Kür eigentlich knapp verpasst. Hierfür hatten sich die zehn besten Paare für Sonntagmittag qualifiziert, es gingen jedoch nur fünf Dressurreiter an den Start. Die Intermediaire I Kür ist die Kürprüfung mit dem am niedrigsten angesetzten Prüfungsniveau von internationalen Dressurprüfungen der Reiter / Senioren. In dieser Aufgabe müssen die Teilnehmer die in der Intermediaire I verlangten Lektionen vorreiten, haben jedoch die freie Wahl der Reihenfolge. Die Aufgabe wird zu Musik geritten, die der Teilnehmer frei gewählt hat. Neben der normalen Bewertung der geforderten Lektionen, die in Form der A-Note erfolgt, wird auch eine B-Note (künstlerische Note) vergeben. Bei dieser werden unter anderem Rhythmus, die Harmonie zwischen Reiter und Pferd, die Choreografie, Schwierigkeit der Kür, Musik und die Interpretation der Musik bewertet. Beide Noten zählen zu je fünfzig Prozent zum Gesamtergebnis. In der Kür siegte Dr. Eva-Maria Junkelmann mit „Carl der Große“. Die beiden erzielten eine Gesamtnote von 42,85 (71,417 Prozent). Mit einer Gesamtnote von jeweils 40,15 (66,917 Prozent) sicherte sich Felix Knesse mit „Abendstern“ und „Delovina“ den zweiten Platz. Vierte wurde Julia Marrancone mit „Weltbube“ (39,15/65,250 Prozent). Fünfte wurde Susanne Hein mit „Akeby‘s Lecaspa“ (39,05/65,083 Prozent).

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