Lückenschluss am Binnensee erwünscht

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    • 23.05.12
    • Heiligenhafen
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SPD-Infoabend zur Lagunenplanung

Lückenschluss am Binnensee erwünscht

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HEILIGENHAFEN · Die Binnensee-Südpromenade ist fertig und von überall her ist Begeisterung zu hören. Doch diese neue Promenade endet kurz vor dem Steinwarder-Fluttor. In Verlängerung zum Steinwarder zeigt sich hingegen ein Bild aus den 60er-Jahren. Dass hier etwas passieren muss, darüber waren sich alle Teilnehmer der SPD-Infoveranstaltung zur Neugestaltung des Steinwarder-Südufers einig.

© Andreas Höppner

Präsentiert sich wenig einladend: das nördliche Binnenseeufer, an dem zurzeit der Hochwasserschutz errichtet wird.

Die Planungen für den Binnensee-Südstrand, die Dipl.-Ing. Arne Siller und der Wasserbauer Dr. Daniel Schade vom Ingenieurbüro Mohn vorstellten, zeigten eine bespielbare Dünenlandschaft am nördlichen Binnenseeufer und einen Strandbereich, an dem Kinder toben und Erwachsene auch Picknick machen können.

© Skizze: Planungsbüro SillerSo soll die Langunenlandschaft am südlichen Steinwarder aussehen. Für die Dünenlandschaft und Spielinseln müssen 75 000 Kubikmeter Sand eingebracht werden.

Das Gestaltungsprinzip sei eng mit der schon fertigen Binnensee-Südpromenade verbunden. Fußgänger und Radfahrer finden auch hier getrennte Wege vor. Beide Teilbereiche sind durch Grün getrennt. Der Strandbereich mit Aktivzone habe einen räumlichen Bezugspunkt zur baulichen Entwicklung, wie er im touristischen Masterplan dargestellt sei. Wasserspielplätze in einer Lagunenlandschaft mit kleinen Inseln, die per Brücke oder Seilbahn erreichbar sind, sollen das Bild prägen. An der Promenade gibt es Sitzplatzbereiche und Verweilzonen, die dann auch mit einer Servicestruktur versehen werden können. Gastronomie, Kinderbetreuung, Sanitäreinrichtungen und Fitnessgeräte auch für die ältere Generation gehören dazu. „So könnte ein Angebot geschaffen werden, das diesen Promenadenbereich auch in den Abendstunden noch interessant macht“, sagte der Landschaftsplaner.

Aus den zahlreichen Anregungen Heiligenhafener Bürger wurde ersichtlich, dass die Bezeichnung Steinwarder-Südstrand für ungünstig erachtet wird, denn gebadet werden solle doch in der Ostsee und nicht im Binnensee. „Lagunenlandschaft und Erlebnisraum südlicher Steinwarder“ wären eine passendere Bezeichnung, so die Zuhörer.

Wie der Wasserbauer Dr. Daniel Schade berichtete, müssten hier 75 000 Kubikmeter Sand eingebracht werden, der aus Dänemark kommen soll. Die neue Uferlinie geht 75 Meter in den Binnensee hinein, bei den Inseln noch etwas weiter. Auch Bodenproben habe das Ingenieurbüro Mohn entnommen. Man sei hier auf einen sandigen Untergrund gestoßen. Die Gesamtkosten der Maßnahme bezifferte Arne Siller mit 3,4 Millionen Euro.

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Heiligenhafener eigene Überlegungen zur Neugestaltung des Steinwarder-Südufers angestellt haben. Der Binnensee sei zu flach, um zu baden und auch die Wasserqualität sei noch nie geprüft worden. Was passiere bei Wellenschlag mit den künstlichen Inseln? Ist eine Dünenlandschaft, die vom Sandflug lebt, an dieser Stelle vertretbar? Ist der Wasseraustausch im Binnensee gewährleistet? Das waren nur einige Fragestellungen an diesem Abend.

Den Tiefenangaben der Wasserbauer konnte Axel Malicke als Betreiber der Segelschule am Binnensee nicht folgen. 150 Meter vom Steinwarderufer entfernt habe er selbst nur 35 Zentimeter messen können.

Naturschützer Klaus Dürkop sprach von einem Lebensraum, der hier noch intakt sei. Eine Grundlagenforschung sollte einer Planung vorausgehen, so Dürkop, der daran erinnerte, dass die Eichholzniederung vom Wasseraustausch mit dem Binnensee lebe. Ob es überhaupt noch Sand aus Dänemark geben werde, stellte Dürkop in Frage.

Die Planer beruhigten jedoch. Wie Dr. Daniel Schade betonte, seien alle diese Dinge im Vorfeld abgeklärt worden. Auch Sand aus Dänemark werde man weiter bekommen, das sei schon zugesagt. Ein flacher Unterwasserstrand vor den Spielinseln sorge dafür, dass der Wellenschlag im Binnensee keinen Schaden anrichte. Wie Arne Siller ergänzte, habe man schon vor der Planung einen Dialog mit den Behörden und Verbänden geführt und sei hier auf Zustimmung gestoßen.

60-prozentige Förderung zwingend notwendig

Auch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) wurde in die Planung eingebunden und habe zugestimmt, sagte HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel. Für die HVB sei es wichtig, einen Lückenschluss zwischen der Binnensee-Südpromenade, dem Steinwarder und der Seebrücke herzustellen. Für Heiligenhafen wäre es die letzte Chance, an Fördergelder zu gelangen, denn das Zukunftsprogramm Wirtschaft des Landes Schleswig-Holstein, das auch aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gespeist wird, läuft Ende des Jahres 2013 aus.

„Ob es danach noch eine Förderung geben wird, ist ungewiss“, sagte Joachim Gabriel. Der HVB-Geschäftsführer machte aber auch deutlich, dass man dieses Projekt nur verwirklichen könne, wenn es vom Land Schleswig-Holstein eine 60-prozentige Förderung geben wird.

Die Stadtvertretung hatte auf ihrer März-Sitzung eine Entscheidung zum „Binnensee-Südstrand“ auf den Juni vertagt. · ft

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