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    • 27.06.12
    • Heiligenhafen
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„Jürgen Detlef“ erwies sich als zäher Gildevogel / Bürgermeister lobte Geist des Zusammenhalts

Walter Liedtke schoss den Vogel ab

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GROSSENBRODE · Brauchtumspflege, Geselligkeit und selbstverständlich das Schießen auf Gildevogel „Jürgen Detlef“ haben am Montag das Geschehen bei der „Olen Gill“ von 1771 geprägt. Unterm Strich dürfte das traditionelle Gildefest, das mit der Königskür den krönenden Abschluss gefunden hat, rund 300 Besucher und Teilnehmer angelockt haben. Der Königsschuss fiel um 19.30 Uhr.

© Lothar Mauritz

Es war schon reichlich spät, als Walter Liedtke den Vogel abgeschossen hat. Erst um 19.30 Uhr konnten die Gildebrüder und -schwestern ihren neuen König hochleben lassen.

Auch zum 241. Gildefest wurde das Dorf traditionell um 5 Uhr musikalisch geweckt, anderthalb Stunden später fanden sich die Älterleute und der Vorstand im vereinseigenen Gildeheim ein, um die restlichen Vorbereitungen zu treffen. Die Gildebrüder folgten wenig später mit den Fahnenträgern. Danach nahmen die Gildebrüder den Königsschmaus bei Vorjahresmajestät Borris Mayes und Königin Roswitha ein.

© Lothar MauritzFür das leibliche Wohl sorgten die Gildeschwestern Daniela Kraus, Linda Schwarz, Sylvia Schwarz, Birgit Wigger, Marion Brandt und Sandra Dörrig (von links).

Wieder im Gildeheim eingekehrt, begrüßte der 1. Ältermann Hans Joachim Feist im Rahmen des Gildekommers alle Abordnungen örtlicher Vereine, Gäste und Ehrengäste. Als einzige Gastgilde war die Wildersche Gilde von der Insel Fehmarn eingeladen. Der Ältermann nutzte die Gelegenheit, allen Dank zu sagen, die zum Gelingen des diesjährigen Gildefestes mit beigetragen haben, dazu gehörten nicht nur die fleißigen Gildedamen, sondern auch die Herren vom Großenbroder Bauhof. Großen Beifall erntete das Königspaar zudem für eine Spende in Höhe von 520 Euro an die Gilde.

© Lothar MauritzAls neue Mitglieder in der Olen Gill wurden beim Kommers Ronny Perkuhn, Rene Boye, Winfried Haunhorst und Harald Garbe (von links) aufgenommen.

In seinem Grußwort fand Bürgermeister Klaus Reise, der zu den Ehrengästen der Gilde zählte, lobende Worte: „Ihr habt es wieder einmal verstanden, den Gildeplatz und eure Halle für das Vogelschießen so herzurichten, dass man sich wohlfühlt und hier gerne verweilt.“ Auch das alljährliche „Rausputzen“ der Gemeinde, eine unausgesprochene Übereinkunft mit den Großenbrodern, die zum Gildefest Straßen und Hecken in Schuss bringen, wurde vom Bürgermeister gewürdigt. „Gerade dieses Miteinander ist der Garant für das Fortbestehen der Olen Gill und ihrer Werte“, so Reise. Als ältester Verein des Ortes sei die Gilde im besten Sinne des Wortes eine Traditionsgemeinschaft, der es bis heute gelungen sei, diesen Geist des Zusammenhalts sowohl zu bewahren als auch mit Leben zu erfüllen, merkte der Bürgermeister in Andeutung auf die zahlreichen jungen Gildemitglieder an. Auch an Ältermann Feist richtete sich der Dank Klaus Reises für die gute Zusammenarbeit.

Nach dem Verlesen der Statuten durch Gildemajor Günter Schwarz erfolgte der farbenprächtige Festumzug in Richtung Gildeplatz. Musikalisch wurden die Gildebrüder hier von der Kapelle Heinz Oeverdieck unterstützt, die die passenden Klänge beisteuerte. Am Ehrenmal hielt Pastorin Ulrike Kinder eine Andacht und die Gildebrüder legten zu Ehren der verstorbenen Mitglieder einen Kranz nieder.

Frohsinn und Heiterkeit herrschten dann wieder auf dem Festplatz am Sportplatz, als es zum traditionellen Vogelschießen überging. Hier erwies sich der diesjährige Vogel „Jürgen Detlef“ als ausgesprochen zähes Gildetier; schließlich vollführte um 19.30 Uhr Walter Liedtke den 625. Schuss, der den Holzvogel zu Fall brachte und ihm den Königstitel verschaffte. Zahlreiche Gildebrüder liefen unter regelrechten Jubelstürmen auf die 62-jährigen Neumajestät zu, um sie hochleben zu lassen. Nach der Proklamation von König Walter und Königin Christel marschierten die Gildebrüder am späten Abend zum Rathaus, wo sie den neuen König noch einmal hochleben ließen.

Das Gildefesttreiben findet am Sonnabend (30. Juni) seinen Abschluss, wenn um 20 Uhr im „Haus des Gastes“ der Königsball zelebriert wird. · lm

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