Windpark für Bürger droht zu scheitern

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    • 15.06.12
    • Heiligenhafen
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Hünengräber der Hinderungsgrund

Windpark für Bürger droht zu scheitern

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HEILIGENHAFEN · Die Bemühungen der Werkleitung der Stadtwerke Heiligenhafen, einen interkommunalen Bürger-Windpark in der Gemarkung von Heiligenhafen und Gremersdorf zu errichten, sind vorerst ins Stocken geraten, obwohl die Flächen unter Berücksichtigung der Argumente der Landesplanung für Windkraftgebiete geeignet sind.

Wie auf der Sitzung des Stadtwerkeausschusses deutlich wurde, werden jetzt denkmalschutzrechtliche Gründe angeführt, die sich auf die dort liegenden Hünengräber beziehen. In der amtlichen Begründung heißt es: „Bei den Hügelgräbern handele es sich um fünf sehr schöne Grabhügel …die Gruppe passe sich sehr schön in die Landschaft ein.“

Ausschussmitglied Gerhard Poppendiecker (SPD) sieht das ganz anders, er kommentierte: „So ein Schwachsinn. Hier geht es um die Sichteinschränkung auf drei Hünengräber. Fahren Sie mal auf der E 47 von Heiligenhafen nach Gremersdorf, da kann man die Hünengräber nicht mal sehen.“ Alles Augenwischerei, sagte der Ausschussvorsitzende Gerd Panitzki (Grüne). Zuerst war es der Vogelflug, der gestört werden könnte, und jetzt, wo dieses Argument nicht mehr Bestand habe, müssten die Hünengräber herhalten.

Für „Jonny“ Grönwald (BfH) gehören Windkraftanlagen zum Norden. Dabei würde sich ein Windpark mit Bürgerbeteiligung auch noch für die Anlieger und die Stadt Heiligenhafen rechnen. Wie HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel sagte, seien Renditen von sieben bis acht Prozent hier üblich und die Stadt könnte mit zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen von rund 12 000 Euro rechnen. Stephan Karschnick (CDU) sprach die Empfehlung aus, „die Leute vom Denkmalschutz mal herzuholen, damit sie vor Ort mal sagen könnten, wo das wunderschön ist“. Der Stadtwerkeausschuss schloss sich diesem Vorschlag an und beabsichtigt, die Denkmalpflege zu einer Ortsbegehung einzuladen. Auch eine fotografische Dokumentation könnte der Denkmalpflege klarmachen, dass Windkrafträder hier nicht stören würden, sind die Mitglieder des Stadtwerkeausschusses überzeugt. Aufgeben will die Werkleitung der Stadtwerke Heiligenhafen noch lange nicht, sie will weiter um den Bürgerwindpark kämpfen. · ft

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