Insel Fehmarn versank im Schnee

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    • 23.02.10
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Die Insel versank im Schnee

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18-Jähriger erfror in Schneewehe – Mehrere Dörfer abgeschnitten

Mehrere Züge fuhren sich bei der Schneekatastrophe 1978/79 auf Fehmarn fest und wurden regelrecht eingeschneit. Bundeswehrsoldaten mussten die Züge wieder freischaufeln.

Von wahren Schneemassen erdrückt wurde die Insel im Winter 1978/’79. Als „Schneekatastrophe“ ist dieses Ereignis in den Köpfen der Fehmaraner geblieben. Es herrschte tagelang Ausnahmezustand. Am 30. Dezember 1978 begannen die schwierigen Tage für die Insel. „Schneeflut verursachte totales Verkehrschaos. In Fehmarnsund trat die Ostsee über die Ufer“, lautete die erste Überschrift im FT. Ein schneidender Nordost-Sturm brachte Schneemassen in einem bislang ungekannten Ausmaß mit sich. Tage- und nächtelang kämpften Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr dagegen an. Die Lage wurde am Neu-jahrstag 1979 dramatisch. Die Dörfer Vadersdorf und Gammendorf waren von dem Rest der Insel ohne Wasser und Strom abgeschnitten. Die Einsatzfahrzeuge versuchten, diese beiden Dörfer durch Medikamente und Nahrung soweit es ging zu versorgen. Weitere Dörfer waren ab dem 2. Januar abgeschnitten. Es gab ein Todesopfer zu beklagen. Am 3. Januar 1979 fand eine Frau in der Nähe des Amalienhofes, als sie zum Hühnerfüttern nach draußen ging, rund fünfzig Meter von ihrem Haus entfernt eine Leiche in einer Schneewehe. Die herbeigeeilten Helfer stellten dann fest, dass es sich um einen 18-Jährigen aus Burg handelte, der in der Nacht vom Neujahrstag auf den 2. Januar erfroren sein musste. Offenbar hatte er alleine den Heimweg angetreten und sich dann verirrt. „Dr. Stoltenberg: Bundeswehr hilft weiter auf der Insel Fehmarn“ titelte das FT am 3. Januar. Ministerpräsident Dr. Gerhard Stoltenberg machte sich ein Bild von der Lage auf Fehmarn. Er wurde mit einem Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes eingeflogen. Auf Fehmarn gelandet, beriet er sich mit dem Rathausstab über die Vorkommnisse und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Miltär vom Festland. Waren einige Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, so war das Fehmarnsche Tageblatt teilweise von den überregionalen Nachrichten abgeschnitten. Die wurden damals nämlich gemeinsam mit den Kieler Nachrichten erstellt. Der Ministerpräsident überreichte, kaum aus dem Hubschrauber ausgestiegen, dem FT-Verleger und Chefredakteur Henning Wolff die Matern aus der Landeshauptstadt. So konnte das FT wieder vollständig erscheinen. Es gab in diesen Tagen auch gute Nachrichten zu vermelden. Am 3. Januar kämpften sich Horst Northorn und Anne-Marie Lawrence aus Heiligenhaus, beide begeisterte Ostseefans, von ihrer Ferienresidenz in Staberdorf durch bis zu vier Meter hohe Schneewehen zum Burger Standesamt vor, wo sie sich dann um 11.30 Uhr das Ja-wort gaben.

Die Menschen hielten zusammen

Die Menschen hielten zusammen. Am 4. Januar war im Fehmarnschen Tageblatt ein Dankesschreiben eines Bürgers aus Vitzdorf zu lesen, in dem es heißt: „Wir sind Fremde in Vitzdorf und leben seit fünf Jahren ‚auf guten Tag, guten Weg’ mit unseren alteingesessenen Nachbarn... Aber sofort ging das Telefon, man hat uns von allen Seiten Hilfe angeboten, die weit über so genannte ‚Nachbarschaftshilfe’ hinausging. ...“. Man sieht also, auch oder gerade in schweren Zeiten wussten sich die Menschen auf Fehmarn immer zu helfen. Ebenfalls am 4. Januar berichtete das FT über den jüngsten Stand der Räumarbeiten. Dort heißt es wie folgt: „Gestern Abend konnten die Schneeräumfahrzeuge und Raupen Westerbergen frei- schaufeln sowie die Straße Puttgarden-Gammendorf und Dänschendorf-Gammendorf, schließlich den Weg westlich Gammendorf in Richtung Vadersdorf. Heute werden die Kommandos versuchen, von Gammendorf nach Vadersdorf zu gelangen, ferner von Bisdorf nach Vadersdorf. ...“ Schon am 5. Januar 1979 entspannte sich die Lage auf Fehmarn wieder ein bisschen, das Fehmarnsche Tageblatt schrieb „Schule soll am Montag wieder beginnen“, die ersten Anzeichen einer Besserung.

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