Von wahren Schneemassen erdrückt wurde die Insel im Winter 1978/’79. Als „Schneekatastrophe“ ist dieses Ereignis in den Köpfen der Fehmaraner geblieben. Es herrschte tagelang Ausnahmezustand. Am 30. Dezember 1978 begannen die schwierigen Tage für die Insel. „Schneeflut verursachte totales Verkehrschaos. In Fehmarnsund trat die Ostsee über die Ufer“, lautete die erste Überschrift im FT. Ein schneidender Nordost-Sturm brachte Schneemassen in einem bislang ungekannten Ausmaß mit sich. Tage- und nächtelang kämpften Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr dagegen an. Die Lage wurde am Neu-jahrstag 1979 dramatisch. Die Dörfer Vadersdorf und Gammendorf waren von dem Rest der Insel ohne Wasser und Strom abgeschnitten. Die Einsatzfahrzeuge versuchten, diese beiden Dörfer durch Medikamente und Nahrung soweit es ging zu versorgen. Weitere Dörfer waren ab dem 2. Januar abgeschnitten. Es gab ein Todesopfer zu beklagen. Am 3. Januar 1979 fand eine Frau in der Nähe des Amalienhofes, als sie zum Hühnerfüttern nach draußen ging, rund fünfzig Meter von ihrem Haus entfernt eine Leiche in einer Schneewehe. Die herbeigeeilten Helfer stellten dann fest, dass es sich um einen 18-Jährigen aus Burg handelte, der in der Nacht vom Neujahrstag auf den 2. Januar erfroren sein musste. Offenbar hatte er alleine den Heimweg angetreten und sich dann verirrt. „Dr. Stoltenberg: Bundeswehr hilft weiter auf der Insel Fehmarn“ titelte das FT am 3. Januar. Ministerpräsident Dr. Gerhard Stoltenberg machte sich ein Bild von der Lage auf Fehmarn. Er wurde mit einem Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes eingeflogen. Auf Fehmarn gelandet, beriet er sich mit dem Rathausstab über die Vorkommnisse und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Miltär vom Festland. Waren einige Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, so war das Fehmarnsche Tageblatt teilweise von den überregionalen Nachrichten abgeschnitten. Die wurden damals nämlich gemeinsam mit den Kieler Nachrichten erstellt. Der Ministerpräsident überreichte, kaum aus dem Hubschrauber ausgestiegen, dem FT-Verleger und Chefredakteur Henning Wolff die Matern aus der Landeshauptstadt. So konnte das FT wieder vollständig erscheinen. Es gab in diesen Tagen auch gute Nachrichten zu vermelden. Am 3. Januar kämpften sich Horst Northorn und Anne-Marie Lawrence aus Heiligenhaus, beide begeisterte Ostseefans, von ihrer Ferienresidenz in Staberdorf durch bis zu vier Meter hohe Schneewehen zum Burger Standesamt vor, wo sie sich dann um 11.30 Uhr das Ja-wort gaben.
Die Menschen hielten zusammen


