Das Haus hielt den Wellen nicht stand. Fritz Kruse sah, so erzählte er dem Redakteur, wie seine Familienangehörigen von einer Welle weggespült wurden. Das „Wochenblatt“ berichtete: „Noch einmal hätte er sie emportauchen und den Bruder vergeblich nach einem Stück Holz tauchen sehen, dann waren sie verschwunden.“ Der Junge klammerte sich an einem Teil des Dachstuhls fest und trieb hinaus auf hohe See. Eine französische Brigg entdeckte ihn am darauffolgenden Tag und rettete ihn. Das „Wochenblatt“ am 20. November 1872: „Wenn man bedenkt, dass dieser etwas über zwölf Jahre alte Knabe am Mittwochmorgen die letzte Nahrung genoss, und bis zum Donnerstagnachmittag ohne jede Stärkung auf dem Wasser trieb, so muss man staunen über die Ausdauer, mit der er das hat aushalten können.“ Die Zeitung informierte alle Fehmaraner in den folgenden Ausgaben über die Hilfsmaßnahmen. Eine Gruppe von Fehmaranern hatte sich vereinigt, „um durch Herbeischaffung der unentbehrlichen Lebensbedürfnisse für die von der Überschwemmung betroffenen mittellosen Familien die nächste und dringendste Not zu lindern.“ Nur zwei Wochen nach der Flut wurde schon wieder für Tanzvergnügen in Wissers Hotel und bei Kröger geworben. Fritz Kruse wurde Matrose, später Kapitän. Er gründete im Westen Samoas in der paradiesischen Südsee das „Hotel Insel Fehmarn“, das es noch heute gibt. Das Firmenlogo ist die „Goldene Krone im blauen Meer.“


