Nach dem Brückenbau kommen die Gäste – Bauboom am Südstrand

"Das einzige Bad mit Südstrand", warb Burg schon früher. Die Urlauber genießen auch heute noch das Sonnenbad in Burgtiefe.
Am 1. Juli 1974 erhielt Burg die Anerkennung als Ostseeheilbad. Weder im FT wurde an diesem Tage darüber berichtet, noch gab es eine offizielle Feier. Doch im Vorfeld hatten Berichte über die gewaltigen Baumaßnahmen am Südstrand natürlich unzählige Male die Lokalseiten der Heimatzeitung gefüllt. Der Tourismus ist die wirtschaftliche Antriebskraft schlechthin. Fehmarn erhält heute in jedem Jahr Besuch von mehr als einer halben Million Urlaubsgästen. Die Fremdenverkehrsexperten gehen von rund dreieinhalb Millionen Übernachtungen auf der Ferieninsel aus. Es gibt Untersuchungen, nach denen Fehmarn wirtschaftlich zu achtzig Prozent vom Tourismus abhängig sei. Die Fehmarn-Urlauber lieben die Natur und das Meer, die Sonne, die so reichlich scheint, und die Luft, die wunderschönen Steilküsten und Dünenlandschaften. Sie mögen Deich- und Strandspaziergänge. Die naturbelassenen Strände haben ihre besonderen Reize. Sie genießen das sonnenreiche und milde Klima. Und sie kaufen gern ein in der Burger Altstadt oder lassen es sich gut gehen in den unzähligen Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen, die in den letzten Jahren an Niveau gewonnen haben. Vor allem auf dem Lande hat Fehmarn viele hoch klassige Ferienwohnungen zu bieten, besonders beliebt sind die „Ferien auf dem Bauernhof“. Fehmarn ist die Campinginsel schlechthin. Es gibt 17 zum Teil äußerst hochwertige Plätze. Mehr als die Hälfte aller Übernachtungen werden in Campingparks gezählt. Durch den Ausbau des Meereszentrums und die Einweihung des U-Boot-Museums hat Fehmarn auch bei den Urlaubsattraktionen erheblich hinzugewonnen. Klassische Sehenswürdigkeiten sind das Mühlenmuseum in Lemkenhafen und die fünf Leuchttürme. Doch eine ganz besondere Anziehungskraft übte immer der Strand von Burgtiefe aus. „Das einzige Bad mit einem Südstrand“, hatte diesen Werbeslogan schon 1927 Bürgermeister Claussen eingesetzt. Er muss etwas von Marketing verstanden haben, denn er setzte auf dieses typische Alleinstellungsmerkmal. Die Tiefehalbinsel war schon immer attraktiv für die Urlaubsgäste und interessant für die Investoren. Der große Aufschwung des Fremdenverkehrs setzte aber erst nach dem Bau der Fehmarnsundbrücke 1963 ein.
Arne Jacobsen baute das „Haus des Gastes“



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