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Mehr als 230 Millionen Menschen übergesetzt

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Die Vogelfluglinie ist einer der wichtigsten Verkehrswege Europas

Seit 1997 werden auf der Vogelfluglinie Doppelendfähren eingesetzt, mit denen die Wendemanöver entfallen.

Die Vogelfluglinie ist einer der wichtigsten Verkehrswege Europas. Am 14. Mai 1963, zwei Wochen nach Einweihung der Fehmarnsundbrücke, wurde die Fährverbindung Puttgarden-Rødby durch den dänischen König Frederik IX und den Bundespräsidenten Dr. Heinrich Lübke offiziell eröffnet. Noch heute gibt die Linie über 600 Menschen Lohn und Brot, die Reederei Scandlines ist Fehmarns größter Arbeitgeber. Fast 200 Arbeitsplätze der Zulieferfirmen hängen an dem Fährbetrieb. Seit 1963 setzten die Fähren über den Fehmarnbelt mehr als 230 Millionen Menschen über. Bis zum 31. März 2006 waren es genau 219772214, abgesehen von möglichen „blinden Passagieren“. Außerdem trajektierten die Firmen 36 Millionen Pkw, sechs Millionen Lkw, eine Million Busse und 1,4 Millionen Reisezugwagen. Heute verkehren im 30-Minuten-Takt mit einer Überfahrtzeit von 45 Minuten auf der Vogelfluglinie die flotten Doppelendfähren „Schleswig-Holstein“, „Deutschland“, „Prinsesse Benedikte“ und „Prins Richard“. Von 1996 bis 1998 investierte die Reederei Scandlines sage und schreibe 270 Millionen Euro in ein hochmodernes, zukunftsweisendes Fährschiffkonzept und eine neuartige Hafenlogistik. Die erste Fährverbindung nach Skandinavien wurde 1951 eingerichtet und lief von Großenbrode Kai nach Gedser. Der ständig wachsende Straßen- und Schienenverkehr führte schließlich 1958 zur Planung und zum Bau der Vogelfluglinie. Die Seestrecke verkürzte sich im Vergleich zur alten Strecke Großenbrode-Gedser von 69 auf 19 Kilometer, die Übersetzdauer um knapp zwei Stunden.

Auf deutscher Seite betrugen die Baukosten 210 Millionen Mark und auf dänischer Seite 80 Millionen Mark. Die Investitionen machten sich schnell bezahlt. Die Vogelfluglinie entwickelte sich bald zur bedeutendsten Verbindung im Verkehr Westeuropa-Skandinavien. Zunächst kamen die Fähren „Kong Frederik IX“, die „Theodor Heuss“ und die „Deutschland“ zum Einsatz. Später ersetzten die Neubauten „Danmark“ und „Deutschland“ die älteren Schiffe. Durch den Eintritt Dänemarks in die EG am 1. Januar 1973 und den schrittweisen Ausbau der Autobahn sowohl in Ostholstein als auch auf Falster und Seeland hat die Vogelfluglinie große Impulse erhalten. Ab Sommer 1976 erfolgte eine weitere Kapazitätsaufstockung durch den Einsatz einer fünften Fähre. Trotz starker Konkurrenz der übrigen von Kiel und Travemünde ausgehenden Fährlinien nach Skandinavien wurden die Abstände zwischen den 10-Millionen-Marken der Reisenden immer geringer. Die Marktanteile der Vogelfluglinie am Gesamtverkehr der westlichen Ostsee betrugen bis zu 62 Prozent. Die Gemeinschaftsreeder Deutsche Bundesbahn und Dänische Staatsbahnen waren stets bestrebt, das Angebot den Bedürfnissen der Kunden anzupassen und es gegenüber der Konkurrenz überlegen auszugestalten. Mit der Fertigstellung der Brücke über den Großen Belt 1997 verlor die Vogelfluglinie den Güterzugverkehr und der Bahnhof Puttgarden verlor stetig an Bedeutung. 1993 erfolgte eine Änderung in der Organisationsform: Die Deutschen Bahnen DB und DR gliederten ihre Interessen in der Ostsee aus, organisierten sie privatrechtlich und strukturierten sie privatwirtschaftlich.

Zu diesem Zweck wurde die Deutsche Fährgesellschaft Ostsee (DFO) gegründet. Die Niederlassung Puttgarden der DFO war für gesellschaftseigene Hafenlandanlagen, Fähranleger und Hafenbetriebe zuständig. Sie war auch Eigentümerin der Fährschiffe „Theodor Heuss“, „Deutschland“ und „Karl Carstens“. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Vogelfluglinie war der Umbau der beiden Fährhäfen Puttgarden und Rødby und der Ersatz der sieben konventionellen Schiffe durch die vier Doppelendfähren „Deutschland“, „Schleswig-Holstein“, „Princesse Benedikte“ und „Prins Richard“ im Jahre 1997. Mit den neuen Doppelendfähren gelang es, die Überfahrt von sechzig auf 45 Minuten zu reduzieren. Die Zeitersparnis ergab sich vor allem durch den Wegfall der aufwändigen Wendemanöver vor den Häfen, aber auch durch die höhere Dienstgeschwindigkeit der Schiffe. Die DFO ging 1998 in die Scandlines AG über, die zu je 50 Prozent der Deutschen Bahn AG und dem dänischen Transportministerium gehört. Von der Fertigstellung der Øresundbrücke am 1. Juli 2000 profitierte die Fährverbindung über den Fehmarnbelt durch die Änderung der Verkehrsströme. Zuletzt wurden die Kapazitäten der Fähren durch die neuen Hängedecks deutlich vergrößert.

Die Vogelfluglinie ist für Scandlines äußerst ertragreich. Der Gewinn lag 2007 bei über 100 Millionen Euro. Ein Großteil des Gewinns wird auf der Vogelfluglinie erzielt. Im Jahre 2007 verkauften das dänische Transportministerium und die Bundesbahn ihre Anteile (jeweils 50 Prozent) an ein Finanzkonsortium, bestehend aus dem britischen Finanzinvestor "3i" (40 Prozent), der "Allianz Capital Partners" (40 Prozent) sowie der Deutschen Seereederei (20 Prozent) . Der Kaufpreis betrug sage und schreibe 1,56 Milliarden Euro. Die 2700 Beschäftigten bei Scandlines erhielten eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2010. Die Fährlinie wird massiv bedroht durch den geplanten Bau der Festen Fehmarnbeltquerung.

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