FEHMARN - Nicole Rochell - Um 13.45 Uhr wollte er heute (12. Januar 2012) zurück auf die Insel. Die Weiterfahrt blieb Carsten Kühl jedoch zunächst verwehrt. Wie etlichen anderen Verkehrsteilnehmern, die diesseits und jenseits der Fehmarnsund-Brücke mit ihm standen. Und warteten. Vor der roten Ampel. Die Fehmarnsund-Brücke war heute wieder einmal komplett gesperrt. Für Fahrzeuge aller Art. 20 Minuten lang.

© Fehmarn24/Ohrtmann
Die Fehmarnsund-Brücke war gestern oft teilgesperrt und 20 Minuten komplett für Fahrzeuge aller Art gesperrt.
Carsten Kühl kann es nicht verstehen. „So kann es ja nicht weitergehen“, war der Betreiber des Campingplatzes Ostsee in Katharinenhof heute am frühen Nachmittag mächtig sauer. „Wenn die Feriengäste schon auf dem Weg hierher im Radio hören, dass die Brücke gesperrt ist, dann biegen Sie doch auf der A 1 ab“, so die generelle Befürchtung von Carsten Kühl. Zumal er schließlich beim Überfahren der Brücke keinerlei Schwierigkeiten habe feststellen können. „Erst zu Hause, vor der Tür habe ich gemerkt, dass es doch ganz schön windig ist.“ Richtig. Es herrschten gestern im Mittel Windstärken um 7 Beaufort. Das bedeutet ein steifer Wind, aber kein Orkan der Windstärke 12, wie sie laut Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) erforderlich sein muss, um das Programm „Komplettsperrung“ zu aktivieren. 7 Beaufort – das galt jedoch nicht für die Verhältnisse auf der Fehmarnsund-Brücke, wie Jens Sommerburg, Leiter der Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr auf FT-Nachfrage erklärte, der die Komplettsperrung der Fehmarnsund-Brücke in der Zeit von 13.31 bis 13.52 Uhr bestätigte. Die Bedingungen auf der Brücke seien andere. „Aufgrund der exponierten Lage des Fehmarnsundes“, beschrieb es Sommerburg, sei dort „immer ein bisschen mehr Wind, der mit der Höhe, dort oben auf der Brücke, noch zunehme“, sagte er. Der Wind muss oben auf der Brücke aber kräftig zugelegt haben, denn: „Bei Windstärke 12 oder 117 Kilometer pro Stunde wird die Brücke voll gesperrt“, so Sommerburg. Aber es war doch wieder einmal kein Orkan gestern, keine 12 Beaufort. Wieso ist die Anlage dann wieder einmal angesprungen ? – „Die Anlage lügt nicht“, so Sommerburg. Die Windwarnanlage, die ständig Messungen vornehme und Wind und Windrichtungen ermittele, schalte automatisch und leite bei Windstärke 12 die Komplettsperrung ein. „Für einen bestimmten Zeitraum, als gemessen wurde, herrschte gestern Windstärke 12. Und die hielt so lange an, dass die Windwarnanlage die Vollsperrung aktiviert hat. Wenn die Auslösung ist, steht das Programm für 20 Minuten“, so Jens Sommerburg. Und mit dem Programm etliche Verkehrsteilnehmer. Der Verkehr staute sich heute in beide Richtungen rund 100 Meter, so Carsten Kühl.
Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.