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Am Klaustorfer Turm eröffnet ein authentisches Fischerei- und Meeresmuseum:

Die Ostsee erleben

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KLAUSTORF - Von Heiko Witt und Peter Foth - So etwas hat in der Region gefehlt: Bei Heiligenhafen am Klaustorfer Turm eröffnet morgen (2. Februar) die Ostsee-Erlebniswelt. Auf 2000 Quadratmetern erfahren die Besucher alles über die Entstehung und Entwicklung der Ostsee, über die Pflanzen und Muscheln am Strand und die Fische im Meer sowie die Fischerei. Ein authentisches Fischerei- und Meeresmuseum nicht nur für Urlaubsgäste, sondern ganz besonders auch für die Küstenbewohner selbst. Es gibt allein 25 Aquarien.

© F24/Heiko Witt

Die Meeresbiologen Niko Sähn (l.) und MArk Schulz mit einem Modell der schützenswerten Ostsee-Schweinswale.

© F24/wiIn 25 Becken werden 40 Tierarten der Ostseegezeigt.

Wer geglaubt hatte, die Ostsee-Erlebniswelt wäre in dem alten Bundeswehrturm zu finden, die die Betreiberin Evelyne Schopf schon vor sieben Jahren gekauft hat, sieht sich getäuscht. Der Turm, der jetzt "Ocean Tower" heißt, ist für Publikum nicht begehbar. Doch auch so hat man vom Außenbereich aus einen traumhaften Blick auf die Fehmarnsundbrücke. Und der Gebäudekomplex daneben mit dem Erdgeschoss und den Aquarien im Keller reicht aus, um alles Wissenswerte über die Ostsee zu präsentieren. Zukünftig wäre die Erlebniswelt noch um ein Stockwerk erweiterbar. 

Evelyne Schopf, die auf Fehmarn erfolgreich das Meereszentrum führt, erklärt, sie habe sich mit der Ostsee-Erlebniswelt einen lang ersehnten Traum erfüllt.

Die Meeresbiologen Niko Sähn und Mark Schulz haben sich mit viel Liebe zum Detail der Herausforderung gestellt, die natürlich heimische Tier- und Pflanzenwelt in einem Kaltwasseraquarium darzustellen. In den 25 Becken sind Flora und Fauna vom Fehmarnsund bis in den Kattegat zu sehen, allein 40 Tierarten.

Der Rundgang durch die „Ostsee-Erlebniswelt“ beginnt in der Kreidezeit mit Fossilien, Ostseejade und Donnerkeilen. Millionen Jahre später kam dann die Eiszeit, die durch eine Eishöhle dargestellt ist.

Erst die Eiszeit habe dieses Becken geschaffen, das heute die Ostsee ist, das größte Brackwassermeer der Welt, berichtet Niko Sähn. Das heißt Süß- und Salzwasser sind vermischt. Die Ostsee braucht Salzwassereinbrüche aus der Nordsee, damit die Eier der Dorsche schweben können. Der Dorsch ist der Brotfisch für die Fischer, doch auch die weiteren wichtigen Arten - Aal, Plattfische, Hering und Sprotte - werden vorgestellt. Und natürlich Hummer und Krabben.

Über die „junge“ Ostsee mit ihren Entwicklungsstadien und wechselhafter Geschichte berichtet der nächste Teil der Ausstellung. Besonders vielfältig sind die Küstenformen der Ostsee, die von der Schärenküste im Norden über die Kliffküste, Förderküste bis zur Boddenküste reichen.

Bernsteinzimmer mit dem „Gold der Ostsee“

Das legendäre Bernsteinzimmer gibt es nicht nur in der ehemaligen Zarenresidenz  St. Petersburg zu bestaunen. Stolz führt der Meeresbiologe Mark Schulz seine Gäste in das Bernsteinzimmer der „Ostsee-Erlebniswelt“, wo dem „Gold der Ostsee“ eine eigene Ausstellung gewidmet ist. Mark Schulz berichtet über die Entstehung des so begehrten Bernsteins, der auch heute noch an unseren Küsten gefunden wird.

Die Techniken der Fischer

Seit die ersten Menschen an den Ufern der Ostsee siedelten, wurde hier auch gefischt. Die verschiedenen Techniken haben sich im Laufe der Zeiten weiter entwickelt. Fischfang gehört zur Kulturlandschaft Norddeutschlands und ist aus dem heutigen Bild Schleswig-Holsteins nicht mehr wegzudenken. So können die Besucher alles erfahren über die verschiedensten Fanggeräte und Fangmethoden.  Auch die moderne Fischerei wird hervorragend dargestellt. Im Steuerhaus eines Kutters kann man „mit auf See hinaus fahren“.


Schweinswale und andere Meeresbewohner


600 Schweinswale leben noch in der westlichen Ostsee, berichtet Niko Sähn. Leider verheddern diese Tiere sich oft in den Fangnetzen.

Im „Altonaer Ofen“ wird gezeigt wie Aale, Makrelen und Heringe geräuchert werden.

In den Wasserbecken können die Besucher in die Unterwasserwelt der Ostsee eintauchen. Das Plankton als Lebensgrundlage im Wasser, Quallen und Rippenquallen hängen als Leuchtkästen am Weg zum Schaubecken. Grimmige Seeskorpione und giftige Petermännchen liegen gut getarnt am Grund. Ein Schwarm Pferdemakrelen zieht seine Runden in einem Zylinder-Aquarium.

Das „Silber der Ostsee“, das sind die Meeresforellen. Ein prächtig gefärbtes Pärchen Kuckuckslippfische, sowie ein Katzenhai teilen sich ein Riffbecken mit frechen Lippfischen.

In offenen Kattegatbecken schwimmt ein Rudel Wolfsbarsche zusammen mit großen Dorschen. Am Grund liegen Nagelrochen und riesige Steinbutt. Eine Unterwasserkamera zeigt, was sich unter der Oberfläche abspielt.

Aber auch die kleinen Bewohner kommen nicht zu kurz, gut getarnte Seenadeln verstecken sich im Seegras indem sie die Blätter imitieren. Einsiedlerkrebse und Garnelen, sowie Strandkrabben, Seespinnen und ein großer Hummer leben hier als Vertreter der Krebstiere. Seeanemonen, Sonnensterne und Seesterne vervollständigen die Unterwasserlandschaft. Nach einem Besuch der „Ostsee-Erlebniswelt“ wird der Gast die Ostsee aus einem ganz anderen Blickfeld sehen und mehr über ihre Bewohner wissen.

Wie hoch das Investitionsvolumen des Projektes ist, darüber schweigen die Betreiber. "Auf jeden Fall mehr als eine Million Euro", sagte Mark Schulz ...

Der Meeresbiologe Niko Sähn hofft, dass auch zahlreiche Schulklassen aus der Region kommen werden.

Die Ostsee-Erlebniswelt ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet (ab März bis 18 Uhr). Der Eintritt kostet zehn Euro für Erwachsene und sieben Euro für Kinder.

Infos unter www.ostseeerlebniswelt.de.

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