WESTERMARKELSDORF - Von Janina Ohrtmann - Die Westermarkelsdorfer haben sich zusammengetan zu der „Interessengemeinschaft Westermarkelsdorfer Bürger“. Grund hierfür ist die viel diskutierte Ausweitung der „Nördlichen Seeniederung“ in ein Naturschutzgebiet. „Wir befürchten durch die Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet massive Auswirkungen für den Tourismus. Hier und auf der gesamten Insel“, so Arne Rickert. Und dass nahezu alle Westermarkelsdorfer ab 14 Jahren hinter dieser Aussage stehen, zeigen die Unterschriften, die dort gesammelt wurden.

© Fehmarn24/Ohrtmann
Die „Interessengemeinschaft Westermarkelsdorfer Bürger“ ist gegen die exzessive Verschärfung der Naturschutzbedingungen in der „Nördlichen Seeniederung“. Die Unterschriften zeigen, dass Arne Rickert, Telse Voderberg, Hans-Jürgen Rahlf, Marc Riesbeck und Jürgen Rahlf (v.l.) mit dieser Haltung nicht alleine stehen.
Natürlich sind auch die Westermarkelsdorfer positiv auf das Gebiet „Nördliche Seeniederung“ gestimmt und setzten sich dafür ein, solange es als Vogelschutz- und FFH-Gebiet gekennzeichnet ist. Allerdings sind sie definitiv gegen eine exzessive Verschärfung in Form eines Naturschutzgebietes. „Wie profitieren vom Naturschutz, aber es muss ein vernünftiges Maß gehalten werden. Ökonomie und Ökologie müssen vernünftig ausgelotet werden“, erklärt Arne Rickert das Anliegen der Dorfbewohner. Und dabei stimmen ihm Telse Voderberg, Hans-Jürgen Rahlf, Jürgen Rahlf und Marc Riesbeck zu.Schwer aufs Gemüt schlägt ihnen die ganze Angelegenheit besonders in puncto Tourismus. Denn nicht nur die Wassersportler sorgen sich um das beliebte Wassersportrevier, auch die Westfehmaraner teilen ähnliche Sorgen. Rund 70 bis 80 Ferienwohnungen gebe es allein in Westermarkelsdorf, so die Interessengemeinschaft. Viele Gäste kämen wegen des bekannten Surfreviers. Doch nicht nur im Bereich Wassersport werden Einschnitte gesehen, sondern auch für Badegäste. „Der Strandabschnitt ist stark reglementiert und man darf nur auf ausgewiesenen Wegen laufen“, so Rickert. Der einzige Strandabschnitt, der in Höhe Westermarkelsdorf nicht durch irgendwelche Einschränkungen betroffen ist, kann kaum als Badestrand bezeichnet werden. „Im Prinzip ist der Westermarkelsdorfer Strand nur noch eine Felsenwüste“, sind sich alle einig. „Das ist ein Totalschaden für Westermarkelsdorf“, fügt Arne Rickert hinzu. Doch auch Petersdorf, Schlagsdorf und andere Bereiche seien betroffen, denn deren Bewohner und Gäste gingen bei Westermarkelsdorf baden.19 Verbote umfasst die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Nördliche Seeniederung“. „Mit einigen davon können wir leben, andere schränken uns sehr ein. Wir werben mit dem Strand, aber das sind Strände, die wir nicht nutzen können“, so Rickert. In weiten Teilen darf das betroffene Gebiet in der Zeit von April bis August nur eingeschränkt betreten werden. Genauer gesagt nur in einem drei Meter breiten Streifen ab der Wasserlinie und ohne Hund.„Das ist ein Rattenschwanz“, äußert Telse Voderberg ihre Bedenken. Nicht nur, dass viele Ortschaften über kurz oder lang betroffen wären, nein, die Westermarkelsdorfer befürchten auch, dass noch viel mehr Einschränkungen kommen könnten, wenn das Gebiet erst einmal ein Naturschutzgebiet ist. „Eine Art Salamitaktik. Dann können wir nichts mehr machen“, führt Voderberg fort. „Wir erwarten von der örtlichen Politik, dass sie sich für uns einsetzen. Wir haben Angst, dass wir zum Spielball werden. Wir haben den Eindruck, dass wir überfahren wurden, und es schnell durchgewunken werden soll.“Am Dienstag im Bauausschuss (18 Uhr, Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes in der Bahnhofstraße) will die Interessengemeinschaft auf jeden Fall vor Ort sein, denn dort wird das Thema beraten. Mit den gesammelten Unterschriften wollen sie zeigen, dass schon ganz Westermarkelsdorf hinter ihnen steht. „Alle interessierten Bürger Fehmarns sollten da hinkommen. Ich habe leider oft den Eindruck, dass das Thema bei vielen noch gar nicht so ganz angekommen ist. Aber es ist wichtig“, ruft Arne Rickert die Fehmaraner auf. Er ist sich sicher, dass noch viele folgen werden und ebenfalls zeigen, dass sie mit der Situation nicht zufrieden sind. Die Westermarkelsdorfer möchten die Interessengemeinschaft bald zum Verein machen.Auch das Argument „Das ist doch schon seit zehn Jahren klar und plötzlich wacht ihr auf“ lassen sie nicht gelten. „Es ist zwar seit Jahren bekannt, dass etwas im Raum steht, doch so, wie es jetzt ist, ist es neu“, erklärt Arne Rickert. „Es gab immer nur mündliche Gespräche, nichts Konkretes. Das, was jetzt umgesetzt wurde, ist anders“, pflichten ihm Hans-Jürgen Rahlf und Jürgen Rahlf bei. „Es hat sich gezeigt, dass es keine Verlässlichkeit gibt. Wir haben nichts schriftlich“, ärgern sie sich, wenn sie an ein Gespräch mit Mitarbeitern des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume denken.
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