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Mit vereinten Kräften gegen das Naturschutzgebiet im Inselwesten

„Wassersport Fehmarn“ unterstützt von anderen Interessenverbänden stellt Einwohnerantrag

Mit vereinten Kräften gegen das Naturschutzgebiet im Inselwesten

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FEHMARN  - Von Nicole Rochell -  Der Verein „Wassersport Fehmarn e. V. in Gründung“ will sich das geplante, 825 Hektar große Naturschutzgebiet „Nördliche Seeniederung“ nicht einfach vor die Nase setzen lassen.

© Fehmarn24/Rochell

1. Vorsitzender Philip Schinnagel zeigt auf der Karte das geplante Naturschutzgebiet „Nördliche Seeniederung Fehmarn“, vorn im Bild Sören Otto, Schriftführer des Vereins in Gründung.

Um den Tourismus im Nordwesten der Insel zu erhalten, sehen die Wassersportler nur eine Lösung: „Das europäische Schutzgebiet beibehalten, aber keine Einrichtung eines Naturschutzgebietes mit der anschließenden Konsequenz einer Befahrensregelung“, sieht es der Verein, der inzwischen nicht nur Wassersportler an seiner Seite weiß. Zusammen mit anderen lokalen Interessenverbänden, die sich ebenfalls gegen das Naturschutzgebiet wenden, stellt der in Gründung befindliche Verein „Wassersport Fehmarn“ jetzt einen Einwohnerantrag. „Ein erster Schritt“, so 1. Vorsitzender Philip Schinnagel.

Neben „Wassersport Fehmarn“ unterstützen auch die Interessengemeinschaft Westermarkelsdorfer Bürger, der Unternehmensverband Ostholstein-Plön, der Verkehrsverein Puttgarden, der Verein „Attraktive Burger Altstadt“, Windsport Fehmarn und die Hiss-Tec GmbH & Co. KG den Einwohnerantrag, der übrigens nicht in ein Bürgerbegehren oder einen Bürgerentscheid mündet. Mit dem Einwohnerantrag, der von mindestens fünf Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner Fehmarns, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, unterzeichnet sein muss, ist die Stadt Fehmarn verpflichtet, „sich mit der Idiotie eines möglichen Naturschutzgebietes ,Nördliche Seeniederung Fehmarn‘ in einer öffentlichen Sitzung zu befassen“, heißt es in aktueller Pressemitteilung von „Wassersport Fehmarn“. Entsprechende Unterschriftenlisten liegen ab sofort an zahlreichen öffentlichen Stellen wie Bäckereien, Tankstellen, Arztpraxen und Surfshops aus.

„Der gesamte nordwestliche und nördliche Küstenbereich Fehmarns soll künftig zum Freilichtmuseum für Naturschutzexkursionen werden“, steht für den Verein „Wassersport Fehmarn“ nach der öffentlichen Anhörung vom 2. Februar im Burger Senator-Thomsen-Haus (wir berichteten) fest. Sport und Freizeit und somit die Lebensgrundlage der Ferieninsel werden „wegverordnet“, sieht es der Verein in Gründung. „Die Menschen auf Fehmarn und insbesondere deren Gäste leben im Einklang mit der Natur. Gegen die bereits nach Europarecht bestehende Ausweisung der nördlichen Seeniederung als Vogelschutz- und FFH-Gebiet haben wir nichts, obwohl auch dies schon mit vielen Einschränkungen für die Insel verbunden ist. Doch wird das Gebiet um Altenteil und Westermarkelsdorf erst einmal zum Naturschutzgebiet erklärt, so ist es für das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ein Leichtes, die Sperrung der dortigen Wasserwege beim dafür zuständigen Bund zu beantragen. Dann ist der Tourismus auf Fehmarn ausgeliefert“, findet Philip Schinnagel von „Wassersport Fehmarn“ deutliche Worte.

In Paragraf 5 Satz 3 Bundeswasserstraßengesetz heiße es: „Das Befahren der Bundeswasserstraßen in Naturschutzgebieten kann durch Rechtsverordnung, die das Bundesministerium für Verkehr erlässt, geregelt, eingeschränkt oder untersagt werden...“, führt Philip Schinnagel an. „Und diese Verordnung (Befahrensregelung) ist nun der nächste und dann aber auch der letzte Schritt, mit dem das Erscheinungsbild Fehmarns als aktive Ferieninsel endgültig zu Grabe getragen wird“, sieht es der Verein „Wassersport Fehmarn“, der weitreichende Einschränkungen für viele naturverbundene Menschen durch das Naturschutzgebiet befürchtet. „Die Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet durch die geplante Verordnung enthält allein 19 Verbote, bezogen auf Tätigkeiten, die für eine Ferieninsel von zentraler Bedeutung sind: Künftig darf man nicht einfach mal neben dem Weg gehen, eine Blume pflücken, angeln, einen Hund laufen oder Drachen steigen lassen. Die geplante Verordnung will in den für den Tourismus so wichtigen Sommermonaten das schiere Betreten von Strandabschnitten verbieten“, so „Wassersport Fehmarn“ in der Mitteilung. Und wer den Strand an anderen Stellen trotzdem noch erreiche, werde dort aber bald keinen Wassersport mehr ausüben können. „Zwar verbietet nicht die Naturschutzverordnung zum Beispiel Kite- und Windsurfen, dies aber nur deshalb nicht, weil dem Land dafür die Zuständigkeit fehlt. Denn die liegt für die Ostsee als ,Bundeswasserstraße‘ beim Bund“, so der Verein in Gründung, der sich unter Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen Belange dafür einsetzt, dass die Gewässer um Fehmarn dem Wassersport und damit insbesondere dem Surfen (einschließlich Windsurfen, Kitesurfen, Wellenreiten und Stand-Up-Paddling) und Segeln erhalten bleibt.

Am kommenden Dienstag (14. Februar) wird „Wassersport Fehmarn“ die Sitzung des Bau- und Umweltausschusses besuchen (18 Uhr, Senator-Thomsen-Haus), auf der es bekanntlich auch um die „Nördliche Seeniederung Fehmarn“ geht (wir berichteten). Auch wenn die Stadt in aktueller Mitteilung bereits durchblicken lässt, dass es bei diesem Tagesordnungspunkt noch nicht „ans Eingemachte“ gehen wird.

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