FEHMARN - wi - Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats nahm der Grüne Spitzenkandidat auf dem Sofa des „Café liebevoll“ Platz. Nachdem Robert Habeck im Januar bereits zur politischen Diskussionsrunde gekommen war, setzte er diese gestern Abend mit interessierten Bürgern fort. Dabei wollte der Schriftsteller diesmal eigentlich aus seinen Büchern vorlesen. Doch alles wird zurzeit genau beobachtet. Er wollte sich nicht des Verdachts der Vermengung und privater Vorteile aussetzen lassen.

© F24/wi
Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck saß bereits zum zweiten Mal mit der Chefin der Insel-Grünen, Christiane Stodt-Kirchholtes, auf dem Sofa des "Cafe liebevoll".
Die neueste Wahlumfrage, in der die Grünen mal eben von 21 auf 16 Prozent zurückgefallen sind, kannte Robert Habeck natürlich. Alles sei wie im Bundestrend, meinte er, nur sei die SPD hier etwas stärker, weil die Linke schwächer sei.
Am unwahrscheinlichsten sei es, dass die jetzige schwarz-gelbe Koalition fortgesetzt werde, so Habeck. Wobei immer noch mehr eine Koalition aus CDU/FDP wünschen als eine aus CDU und Grünen. Doch noch einmal wollten wir von der Redaktion ihn nicht bedrängen mit dem Thema „keine Koalitionsaussage“.
Und los ging es. Habeck sprach über die Schuldenbremse, die auch in Schleswig-Holstein eingeführt werde. Sie könne gut sein, wenn sie links wirke. Er schlug eine Vermögensabgabe als Instrument für die Schuldentilgung vor.
Schnell ging es auch um die Feste Fehmarnbeltquerung. Wenn die Grünen mit der SPD eine Koalition eingingen, dann müssten die Grünen schon sehr stark sein und klug verhandeln, um einen Satz in den Koalitionsvertrag zu bekommen wie „Die Beltquerung wird abgelehnt.“ Realpolitisch sei das nicht denkbar, so der Grüne.
Die anwesenden Bürger trugen Habeck auf, sich darum zu kümmern, ob es verfassungskonform sei, dass sich das Land mit 60 Millionen Euro an dem Bundesprojekt beteilige. Die Diskussion wurde tiefgehender. In der Partei der Grünen gebe es eine lange Tradition der Wachstumskritik, so Habeck. Wenn ein scharf zu stellender gesellschaftlicher Prozess gelänge, könne man durchaus wirtschaftsfreundlich sein, wo es für Mensch und Umwelt gut sei und müsse nicht unbedingt immer dem Wachstum nachjagen.
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