727.01.12|Heiligenhafen|Heiligenhafen|
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HEILIGENHAFEN · „Wir sind beim Bau der neuen Erlebnis-Seebrücke voll im Zeitplan“, mit diesen Worten begrüßte Diplom-Ingenieur Bernd Opfermann vom Hamburger Büro b&o die Gäste der ersten Seebrückenführung im neuen Jahr. Den Baufortschritt konnten die Besucher deutlich nachverfolgen, denn im ersten Brückenabschnitt waren auf dem Laufweg schon der Gehbelag aus Bongossi-Holzbohlen verlegt. Auch Teile des neuen Geländers waren schon montiert.

© Peter Foth
Die erste Führung im neuen Jahr lockte wieder einige warm angezogene Heiligenhafener Bürger an, die sich über die Bauarbeiten an der Erlebnis-Seebrücke informierten. Links gestaltete ein Bagger die neue Düne, die im Bereich der Seebrücke unterbrochen ist. Über den Seeweg eingeschwommen werden die großen Betonteile der tragenden Brückenkonstruktion.
Alle Jochbalken – das sind die Querverbindungen auf den Brückenpfeilern – seien schon fertig montiert. Am Mittwochmorgen sei dann das erste große Betonteil über den Seeweg eingeschwommen.
Beim Landtransport zum Hafen komme es immer auf die Verkehrslage an und wann die Polizei es zulasse. Auf den Diebstahl von 1,5 Tonnen Kupferkabel angesprochen, sagte der b&o-Diplom-Ingenieur Bernd Opfermann, dass hier ein Schaden in Höhe von 12 000 Euro an Materialwert entstanden sei, der bereits der Versicherung gemeldet wurde. Um weiteren Diebstählen entgegenzuwirken, werden die neu eingezogenen Kabel sofort unter Strom gesetzt.
In zwei Wochen sollen die Wasser- und Abwasserleitungen zur Seebrücken-Lounge verlegt werden. Damit sie im Winter nicht einfrieren können, werde zusätzlich eine wärmegedämmte Begleitheizung eingebaut, so Opfermann.
Zurzeit sei ein Bagger dabei, den Brückendurchgang durch die Düne frei zu machen. Wie Bernd Opfermann betonte, werde die Düne im Seebrückenbereich unterbrochen. Bei einen Überbau über die Düne sei die Gefahr gegeben, dass der Sand bei einen Sandsturm die Seebrücke zuwehe. Auch die Arbeitsstraße soll in zwei Wochen aufgehoben und zurückgebaut werden, da die Brückenmontage verstärkt von See aus erfolge. Den Gästen der Seebrückenführung war auch das „krumme“ Nirosta-Geländer am westlichen Zugang zum Seebrückenvorplatz aufgefallen. Auch Bernd Opfermann räumte ein, dass der „Schlingerkurs“ des Geländers auffalle. Da es beim Seebrückenbau um eine durch die EU geförderte Maßnahme handele, müsse dieser Zugang behindertengerecht sein. So verlaufe die Ab- und Zufahrt alle sechs bis acht Meter gerade und das sei auch in der Geländerführung zu sehen.
Die Erwartungen einiger Gäste, schon auf die Brücke gehen zu können, musste Opfermann bremsen, indem er sagte: „Das ist aus baurechtlichen Gründen nicht möglich, denn die Baufirma müsse in einem solchen Fall die Haftung übernehmen. Auch die Naturschützer hatten den Brückenbau schon im Visier, denn aus dem Umweltministerium kam die Frage, ob hier Hölzer aus tropischem Raubbau verwendet werden. Hier konnte jedoch Entwarnung gegeben werden, denn für das Bongossi- und Belingaholz liegen fachtechnische Gutachten und Ursprungszertifikate vor, so dass sich das Problem in Luft auflöste, sagte Bernd Opfermann.
Bongossiholz habe eine Lebensdauer von circa 40 Jahren, genauso wie das für die Geländer und Handläufe verwendete, nicht fasernde Belingaholz. Die Seebrücke in Grömitz sei 1984 aus dem gleichen Material gebaut worden und immer noch gut im Schuss. Die Holzteile würden aber später einen graue Färbung annehmen, sagte Opfermann. · ft
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