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Hochwasserschutz bleibt das Dauerthema

Haushalt 2012 einstimmig verabschiedet: Stadt Heiligenhafen rechnet mit einem Minus von 1,156 Millionen Euro

Hochwasserschutz bleibt das Dauerthema

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HEILIGENHAFEN · Im zweiten Anlauf wurde er nun verabschiedet. Die Rede ist vom diesjährigen Haushalt der Stadt Heiligenhafen. Im Dezember hatte die Diskussion über die Wahl der Hochwasserschutzvariante für den Steinwarder eine Abstimmung über den Etat noch vereitelt, sechs Wochen später herrschte unter den Stadtvertretern nun Einigkeit über das Zahlenwerk, das ein Minus von 1,156 Millionen Euro ausweist.

© Andreas Höppner

Auf wenige Meter zusammengeschrumpft ist die Graswarderdüne in Höhe des Yachthafens.

Ein rekordverdächtiger Fehlbetrag, der sich gegenüber dem ursprünglichen Entwurf noch einmal um 153 300 Euro erhöhte. Und dabei sind die voraussichtlichen Mehreinnahmen durch die im Dezember beschlossene Anhebung mehrerer Steuersätze schon berücksichtigt.

© Andreas HöppnerDie Spitze der CDU-Fraktion mit Timo Gaarz (l.) und Fraktionschef Stephan Karschnick (r.).

Belastet wird der jetzt verabschiedete Haushalt unter anderem durch den Bau des Hochwasserschutzes auf dem Steinwarder. 3,46 Millionen Euro sind hierfür eingeplant. Nach Abzug der 90-prozentigen Bezuschussung der förderfähigen Kosten in Höhe von rund 200 000 Euro sind von der Stadt rund 1,4 Millionen Euro selbst zu tragen, wobei ein Teil über Ausbaubeiträge der Anlieger wieder refinanziert werden kann. Unter Berücksichtigung weiterer Investitionen, beispielsweise in die Neuausstattung der Regionalschule (35 500 Euro) oder die notwendige Verlängerung der Schmutzwasserdruckleitung für das Baugebiet Baben/Grauwisch (200 000 Euro), muss die Stadt in diesem Jahr einen Kredit von rund 1,45 Millionen Euro aufnehmen, um die geplanten Investitionen tätigen zu können.

Für eine hochgradig vom Tourismus lebende Stadt wie Heiligenhafen spielt die Strandsicherung eine wichtige und vor allem kostspielige Rolle. Das Januarhochwasser hat bekanntlich seine Spuren hinterlassen (wir berichteten), sodass die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) in diesem Jahr erneut mit einer Aufschiebung des Strandes reagieren müssen. Ein entsprechender Antrag der HVB auf eine Kostenbeteiligung der Stadt ist bereits bei der Verwaltung eingegangen. Im letzten Jahr hatten sich HVB und die Stadt die Gesamtkosten in Höhe von 50 000 Euro geteilt. In diesem Jahr soll laut Beschluss der Stadtvertretung erneut so verfahren werden.

BfH bringt Querbuhne ins Spiel

© Andreas HöppnerDie BfH-Fraktionsführung mit Gottfried Grönwald (l.) und Fraktionssprecher Florian Kinnert (r.).

Vor dem Hintergrund, dass die Wiederherstellung des Steinwarderstrandes per Aufschiebung jährlich Kosten von 50 000 Euro verursacht sowie etwa alle fünf Jahre auch noch eine Aufspülung für 500 000 Euro erforderlich ist, stellte BfH-Sprecher Florian Kinnert den Antrag, für eine wasserbautechnische Untersuchung 50 000 Euro in den Haushalt einzustellen. Seine Zielrichtung: Nach einer Möglichkeit zu suchen, die Verweildauer des Strandsandes am Steinwarder zu verlängern und damit den Haushalt langfristig zu entlasten. Er habe bereits mit Wasserbauingenieuren gesprochen. Möglicherweise könnte der Einbau sogenannter „Querbuhnen“ zum Erfolg führen, so Kinnert.

Die CDU-Fraktion reagierte auf diesen Antrag mit Verwunderung. Ihr Sprecher Stephan Karschnick verwies darauf, dass ein schon vorher eingebrachter Antrag der CDU auf Errichtung eines Testbuhnenfeldes mehrheitlich – und damit auch von der BfH – abgelehnt worden sei. „Das kommt mir so vor wie abgeschrieben“, kritisierte Karschnick den Sinneswandel der BfH, für die Kinnert sagte, dass es jetzt ein ganz anderes Bauwerk sei. Timo Gaarz (CDU) konnte die BfH-Argumentation auch nicht nachvollziehen und verwies auf die im letzten Jahr mit Küstenschutzexperten durchgeführte Infoveranstaltung, auf der klar gesagt worden sei, dass nur eine Strandaufspülung erfolgversprechend sei.

SPD-Fraktionschef Peter Ascheberg schlug vor, die Angelegenheit zunächst noch einmal in die Fachausschüsse zu verweisen, um weitere Infos einzuholen. Die Idee sei diskussionswürdig, doch schon jetzt 50 000 Euro bereitzustellen, hielt Ascheberg für übereilt. Die Stadtvertretung stimmte schließlich dafür, dass sich die Ausschüsse dieser Thematik annehmen.

Dass in diesem Jahr für das Aufschieben des Strandes 50 000 Euro ausreichend sind, bezweifelten zahlreiche Stadtvertreter. In der Bereitstellung von zusätzlich 200 000 Euro für Unterhaltung der touristischen Infrastruktur sieht sich die Stadtvertretung aber gewappnet, in der kommenden Saison auf dem Steinwarder einen Sandstrand vorhalten zu können, der seinen Namen auch verdient.

Gleichwohl machte Stephan Karschnick deutlich, dass nicht nur der Steinwarder durch das letzte Hochwasser gelitten habe, auch die Graswarderdüne in Höhe des Yachthafens sei stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Hier muss etwas passieren“, verwies der CDU-Fraktionssprecher auf die drohende Gefahr eines Dünendurchbruchs, der dann einen unkontrollierten Sandeintrag in den Yachthafen zur Folge haben könnte. · hö

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