HEILIGENHAFEN · Im zweiten Anlauf wurde er nun verabschiedet. Die Rede ist vom diesjährigen Haushalt der Stadt Heiligenhafen. Im Dezember hatte die Diskussion über die Wahl der Hochwasserschutzvariante für den Steinwarder eine Abstimmung über den Etat noch vereitelt, sechs Wochen später herrschte unter den Stadtvertretern nun Einigkeit über das Zahlenwerk, das ein Minus von 1,156 Millionen Euro ausweist.

© Andreas Höppner
Auf wenige Meter zusammengeschrumpft ist die Graswarderdüne in Höhe des Yachthafens.
Ein rekordverdächtiger Fehlbetrag, der sich gegenüber dem ursprünglichen Entwurf noch einmal um 153 300 Euro erhöhte. Und dabei sind die voraussichtlichen Mehreinnahmen durch die im Dezember beschlossene Anhebung mehrerer Steuersätze schon berücksichtigt.
Die CDU-Fraktion reagierte auf diesen Antrag mit Verwunderung. Ihr Sprecher Stephan Karschnick verwies darauf, dass ein schon vorher eingebrachter Antrag der CDU auf Errichtung eines Testbuhnenfeldes mehrheitlich – und damit auch von der BfH – abgelehnt worden sei. „Das kommt mir so vor wie abgeschrieben“, kritisierte Karschnick den Sinneswandel der BfH, für die Kinnert sagte, dass es jetzt ein ganz anderes Bauwerk sei. Timo Gaarz (CDU) konnte die BfH-Argumentation auch nicht nachvollziehen und verwies auf die im letzten Jahr mit Küstenschutzexperten durchgeführte Infoveranstaltung, auf der klar gesagt worden sei, dass nur eine Strandaufspülung erfolgversprechend sei.
SPD-Fraktionschef Peter Ascheberg schlug vor, die Angelegenheit zunächst noch einmal in die Fachausschüsse zu verweisen, um weitere Infos einzuholen. Die Idee sei diskussionswürdig, doch schon jetzt 50 000 Euro bereitzustellen, hielt Ascheberg für übereilt. Die Stadtvertretung stimmte schließlich dafür, dass sich die Ausschüsse dieser Thematik annehmen.
Dass in diesem Jahr für das Aufschieben des Strandes 50 000 Euro ausreichend sind, bezweifelten zahlreiche Stadtvertreter. In der Bereitstellung von zusätzlich 200 000 Euro für Unterhaltung der touristischen Infrastruktur sieht sich die Stadtvertretung aber gewappnet, in der kommenden Saison auf dem Steinwarder einen Sandstrand vorhalten zu können, der seinen Namen auch verdient.
Gleichwohl machte Stephan Karschnick deutlich, dass nicht nur der Steinwarder durch das letzte Hochwasser gelitten habe, auch die Graswarderdüne in Höhe des Yachthafens sei stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Hier muss etwas passieren“, verwies der CDU-Fraktionssprecher auf die drohende Gefahr eines Dünendurchbruchs, der dann einen unkontrollierten Sandeintrag in den Yachthafen zur Folge haben könnte. · hö
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