HEILIGENHAFEN · In letzter Minute hat es Heiligenhafen geschafft, den Hochwasserschutz für den Steinwarder noch auf den Weg zu bringen. So beglückwünschte der Fachbereichsleiter Küstenschutz Schleswig-Holstein, Günter Goebel, Heiligenhafen zu dieser Entscheidung. Für die Warderstadt hätte ein „Nein“ bedeutet, sich wieder ganz hinten anstellen zu müssen. Auch Bürgermeister Heiko Müller zeigte sich zufrieden über den Ausgang und dankte den Stadtvertretern, die die entsprechenden Beschlüsse mitgetragen haben.

© Peter Foth
Mit dem obligatorischen ersten Spatenstich begannen am Dienstag die Bauarbeiten für den Hochwasserschutz auf dem Steinwarder. Zum Spaten griffen Peter Stamer von der bauausführenden Firma Asphalt-Mischwerk Eutin, Bauamtsleiter Jürgen Bahr, Bauausschuss-Vorsitzender „Jonny“ Grönwald, Bürgermeister Heiko Müller, Günter Goebel vom Kieler Ministerium und Wolfgang Wald vom Planungsbüro Wald & Kunath (von links).
Im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume habe man bis zum Schluss mitgemacht und stillgehalten. Aber als es eng wurde, sei man in Kiel auch aktiv geworden, sagte Heiko Müller. Auf die konkrete Frage aus Kiel „Wollt Ihr oder wollt Ihr nicht“ kam schließlich die Aussage aus Heiligenhafen „Ja, wir wollen!“ Wie Müller betonte, habe er mit den Anwohnern des Steinwarders im Vorfeld gesprochen und sei überall auf Zustimmung gestoßen. Obwohl alle ihren Obolus bezahlen müssen. Letztlich gehe es darum, Hand in Hand Heiligenhafen schöner zu machen. Die Baumaßnahme werde mit 90 Prozent aus Kiel gefördert, dafür dankte der Bürgermeister den Verantwortlichen im Ministerium. „Wir werden weitermachen und auch die Altstadt sicher machen“, kündigte Müller an.
Die Fluttore hätten sich schon bewährt: Bei 1,40 Meter über NN – ein Stand, bei dem das Wasser im Hafen schon über die Kante schwappte – sei der Binnensee nicht übergelaufen.
Im Zusammenhang mit der Hochwasserschutzmaßnahme erfolgt ebenfalls der Ausbau einer dringend erforderlichen Regenwasserkanalisation zur Ableitung des anfallenden Niederschlages und in Abstimmung mit dem Zweckverband Ostholstein (ZVO) die in Teilstrecken erforderliche Sanierung der Ver- und Entsorgungsanlagen. In welchem Umfang die Einbindung des Ferienparkkomplexes in die Hochwasserschutzmaßnahme erfolgt, ist laut Bauamt der Stadt Heiligenhafen noch nicht abschließend geklärt. Die circa 2,45 Millonen Euro teuren Bauarbeiten wurden öffentlich ausgeschrieben.
Wie Günter Goebel betonte, sei es Ziel des Ministeriums, den Hochwasserschutz in Heiligenhafen insgesamt in einem Zug in verschiedenen Abschnitten fertig zu stellen, damit Kiel die vielen weiteren Aufgaben an der Ostküste verwirklichen könne. Insofern freue man sich in Kiel, mit dieser Maßnahme einen weiteren Schritt zum Hochwasserschutz in Heiligenhafen leisten zu können. · ft
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