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„Ostsee-Erlebniswelt“ am Klaustorfer Turm eröffnet / In 25 Becken tummeln sich die Meeresbewohner

Dem Meeresleben auf der Spur

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KLAUSTORF · Am Donnerstag öffnete die „Ostsee-Erlebniswelt“ in Klaustorf bei Heiligenhafen erstmals ihre Türen und nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise, die in der Kreidezeit vor ungefähr 142 Millionen Jahren beginnt und bis in die Neuzeit reicht. In 25 Wasserbecken präsentiert die Erlebniswelt 40 verschiedene Fischarten und anderes Getier, das in der Ostsee zu Hause ist. Touristisch gesehen ist die neue „Ostsee-Erlebniswelt“ eine Bereicherung für die Region und ergänzt sich hervorragend mit dem Meereszentrum Fehmarn, wo auch lebende Haie für ein bisschen Nervenkitzel sorgen.

© F24/Heiko Witt

Die Meeresbiologen Niko Sähn (l.) und Mark Schulz mit einem Modell der schützenswerten Ostsee-Schweinswale.

Die Meeresbiologen Mark Schulz und Niko Sähn präsentierten am Mittwoch die neue Attraktion an der Ostsee der Presse. Auf etwa 2000 Quadratmetern können die Besucher viele Eindrücke über die Entstehung der Ostsee und über ihre Bewohner erfahren. Der Rundgang durch die „Ostsee-Erlebniswelt“ beginnt in der Kreidezeit mit Fossilien, Ostseejade und Donnerkeilen. Millionen Jahre später kam dann die Eiszeit, die durch eine Eishöhle dargestellt ist. Erst dieses Zeitaltert habe das Becken geschaffen, das heute die Ostsee ist. Die Ostsee ist heute das größte Brackwasser Meer der Welt, berichtet der Meeresbiologe Niko Sähn. Über die „junge“ Ostsee mit ihren Entwicklungsstadien und wechselhafter Geschichte berichtet der nächste Teil der Ausstellung. Besonders vielfältig sind die Küstenformen der Ostsee, die von der Schärenküste im Norden über die Kliffküste, Fördeküste bis zur Boddenküste reichen.

Bernsteinzimmer mit dem „Gold der Ostsee“

© F24/wiIn 25 Becken werden 40 Tierarten der Ostseegezeigt.

Das legendäre Bernsteinzimmer gibt es nicht nur in der ehemaligen Zarenresidenz St. Petersburg zu bestaunen. Stolz führen Mark Schulz und Niko Sähn ihre Gäste in das Bernsteinzimmer der „Ostsee-Erlebniswelt“, wo dem „Gold der Ostsee“ eine eigene Ausstellung gewidmet ist. Mark Schulz berichtet über die Entstehung des so begehrten Bernsteins, der auch heute noch an unseren Küsten gefunden wird. Seit die ersten Menschen an den Ufern der Ostsee siedelten, wurde hier auch gefischt. Die verschiedenen Fangtechniken haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Fischfang gehört zur Kulturlandschaft Norddeutschlands und ist aus dem heutigen Bild Schleswig-Holsteins nicht mehr wegzudenken. So können die Besucher alles erfahren über die verschiedensten Fanggeräte und -methoden. Auch die moderne Fischerei wird hervorragend dargestellt. Im Steuerhaus eines Kutters kann man „mit auf See hinaus fahren“. Ungefähr 600 Schweinswale leben noch in der westlichen Ostsee, berichtet Niko Sähn. Leider verheddern diese Tiere sich oft in den Fangnetzen. Im „Altonaer Ofen“ wird gezeigt, wie Aale, Makrelen und Heringe geräuchert werden. In den 25 Aquarien und Wasserbecken können die Besucher in die Unterwasserwelt der Ostsee eintauchen. Das Plankton als Lebensgrundlage im Wasser, Quallen und Rippenquallen hängen als Leuchtkästen am Weg zum Schaubecken. Grimmige Seeskorpione und giftige Petermännchen liegen gut getarnt am Grund. Ein Schwarm Pferdemakrelen zieht seine Runden in einem Zylinder-Aquarium. Das „Silber der Ostsee“, das sind die Meerforellen. Ein prächtig gefärbtes Pärchen Kuckuckslippfische, sowie ein Katzenhai teilen sich ein Riffbecken mit frechen Lippfischen. In offenen Kattegatbecken schwimmt ein Rudel Wolfsbarsche zusammen mit großen Dorschen. Am Grund liegen Nagelrochen und riesige Steinbutte. Eine Unterwasserkamera zeigt, was sich unter der Oberfläche abspielt.

Wissenswertes über die Kreaturen des Meeres

Aber auch die kleinen Bewohner kommen nicht zu kurz; gut getarnte Seenadeln verstecken sich im Seegras, indem sie die Blätter imitieren. Einsiedlerkrebse und Garnelen, sowie Strandkrabben, Seespinnen und ein großer Hummer leben hier als Vertreter der Krebstiere. Seeanemonen, Sonnen- und Seesterne vervollständigen die Unterwasserlandschaft. Nach einem Besuch der „Ostsee-Erlebniswelt“ wird der Gast die Ostsee in einem ganz andern Blickfeld sehen und mehr über ihre Bewohner wissen. Die „Ostsee-Erlebniswelt“ ist ganzjährig geöffnet. Bis Ende Februar von 10 bis 16 Uhr und von März bis Oktober von 10 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen zehn Euro Eintritt und Kinder von 4 bis 15 Jahren sieben Euro. Einen ermäßigten Eintritt für Schüler und Studenten gibt es für acht Euro. Auch eine Caféteria wird geboten. Erweiterungspläne hat das Unternehmen noch, denn in einem weiteren Stockwerk der ehemaligen Fernmeldeanlage der Bundeswehr ist noch ungenutzter Platz vorhanden. Der Ausbau des Fernmeldeturmes, wie viele Heiligenhafener vermutet haben, ist nicht geplant, sagte Niko Sähn. · ft

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