HEILIGENHAFEN · Die Winterabende im Heimatmuseum Heiligenhafen sind wegen ihrer hochkarätigen Künstler einmalig. So waren es am Freitag die Zwillingsbrüder Benedikt und Dr. Julian Bindewald, die mit Stücken von Johannes Brahms, Wolfgang Amadeus Mozart, Dieter Schnebel und Sergei Sergejewitsch Prokofjew für Violine und Klavier die Gäste beim ersten Winterabend begeisterten. Das Konzert war auch ein kleines Jubiläum, denn die Vorsitzende des Fördervereins für Heimatmuseum und Kultur e.V., Hildegard Kunow, erinnerte bei der Begrüßung daran, dass am Freitag Mozarts 256. Geburtstag gefeiert wurde.

© Peter Foth
Unter dem Titel „Kammermusik für Violine und Klavier“ gestalteten Benedikt Bindewald (Violine) und sein Zwillingsbruder Dr. Julian Bindewald (Klavier) den ersten hochkarätigen Winterabend des Jahres im Heimatmuseum.
So konnten die Besucher des Winterabends ein Programm genießen, das Werke der Klassik, Romanik bis zur frühen Moderne zu bieten hatte. Der Kontakt zum Zwillingsduo Bindewald sei durch Zufall entstanden, sagte Hildegard Kunow. Als sie zu einem Hauskonzert bei der Familie Harnisch eingeladen war, habe sie zum ersten Mal die Musik von Benedikt und Julian Bindewald genießen können. Sie sei so angetan gewesen, dass sie nur den einen Gedanken hatte, „die müssen wir ins Museum holen“.
Diese Musik für Violine und Klavier sei erst ab der Klassik komponiert und gespielt worden, erläuterte Hildegard Kunow. Das Klavier habe sich erst 1780 und später zu dem entwickelt, was es heute ist. Das habe mehrere Jahre gedauert und war damals eine internationale Welle, die es Komponisten wie Mozart und Beethoven ermöglichte, diese vollwertige und wundervolle Musik zu schaffen, erklärte Hildegard Kunow.
Zwischen der Sonate Nr. 1 G-Dur op. 78 von Johannes Brahms und der Sonate e-moll KV 304 von Wolfgang Amadeus Mozart ergriff Benedikt Bindewald das Wort, um über seine Fußwanderung von Berlin nach Leipzig zu berichten.
Auch zu Mozarts Zeiten war das Reisen sehr beschwerlich gewesen, denn die Reise von Salzburg nach Paris dauerte oft länger als eine Woche. Wenn man von Salzburg nach Paris gereist sei, war es auch klar, dass man als Musiker in Mannheim Station gemacht hat, denn die sogenannte „Mannheimer Schule“ war sehr wichtig für die Entwicklung in dieser Zeit.
Deswegen sei es für die Senate von Mozart, die das Zwillingsduo spielte, auch nicht sicher, ob sie in Mannheim oder Paris entstanden sei, sagte der Geiger. Der zweite Teil des Konzertes begann mit „Vier Stücke/1991“ des Komponisten Dieter Schnebel. Zu dessen Werken hatte Benedikt Bindewald einleitend über den Bezug zu Mozarts Jupitersinfonie gesprochen, sowie über den eigenen Bezug zu diesem Komponisten. Erwähnenswert ist die Choreographie im dritten Satz, wo der Geiger von der Bühne geht und dann den vierten Satz „vor der Tür“ spielt.
Danach erzählte Dr. Julian Bindewald bezugnehmend auf das alternative Tauschgeschäft seines Bruders, bei seiner Wanderung nach Leipzig (Musik gegen Unterkunft und Essen) etwas über den Sinn von Komplementärwährungen. Als Beispiel erwähnte der Pianist das Heiligenhafener Notgeld, von welchem ein paar Exemplare im Museumsraum hängen. Er beschrieb das Grundproblem des Zinssystems, bei dem durch die dauernde Verzinsung bei Kreditaufnahme im Produktionsprozess im Endpreis ein Anteil von circa 30 Prozent Zinsgeld besteht. Julian Bindewald stellte die Frage in den Raum, ob das gerecht sei und machte Hoffnung, dass selbst bei einer großen Krise durch den Einsatz von Komplementärwährungen immer Hoffnung besteht.
Nach vier Sätzen aus der Sonate Nr. 2, op. 94a von Sergei Sergejewitsch Prokofjew spielten das Zwillingsduo als Geburtstagsständchen für Wolfgang Amadeus Mozart noch einen Satz aus A-Dur Sonate des Komponisten als Zugabe. · ft
Karte wird geladen...

Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.