Frankfurt/Main - Mit Trommeln, Pfeifen und Plakaten haben tausende Menschen am Samstag am Frankfurter Flughafen gegen Fluglärm demonstriert.

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"Macht Lärm gegen den Lärm" war das Motto der Demo
Die Polizei schätzte am Mittag die Zahl der Teilnehmer auf 6.000, die Veranstalter gingen von 10.000 Menschen aus. Zu der Kundgebung in und vor dem Terminal 1 hatten Bürgerinitiativen, Parteien und Verbände aufgerufen. Die Demonstranten forderten unter anderem ein striktes Nachtflugverbot und einen Rückbau der im Oktober eröffneten Landebahn Nordwest.
Die Veranstaltung war Teil eines bundesweiten Aktionstages gegen Fluglärm, der zeitgleich auch Proteste an den Flughäfen in Berlin, Leipzig, München und Düsseldorf vorsah. Bei der Demonstration wurden seit der Eröffnung der Landebahn die meisten Teilnehmer einer Protestveranstaltung in Frankfurt gezählt. Wegen der vielen Menschen verlegten die Organisationen die Kundgebung nach kurzer Zeit vor das Terminal.
Nach Angaben des Flughafens Frankfurt kam es nicht zu Störungen des Flugbetriebs. „Wir haben die Lage im Griff“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Der Flughafenbetreiber muss die Kundgebung in seinem Gebäude dulden. Das Bundesverfassungsgericht hatte vor einem Jahr bestätigt, dass das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit auch für den Flughafen gilt.
Unterdessen hat die Fraport AG am Samstag Verständnis für die Sorgen der Anwohner im Rhein-Main-Gebiet geäußert. Die neue Landebahn Nordwest habe Probleme neu geschaffen oder verschärft, räumte der Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte ein. „Wir müssen die Sorgen und Klagen der Menschen ernst nehmen - und wir tun das auch.“ Ziel müsse es sein, gemeinsam Lösungen zu finden, sagte Schulte.
In der kommenden Woche will der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) auf einem Fluglärmgipfel Pläne zur Reduzierung des Lärms vorstellen. In der Diskussion ist vor allem ein neues und leiseres Anflugverfahren. Der Regierungschef bekannte sich auf einer Klausurtagung der CDU in Wiesbaden jedoch klar zum Flughafenausbau. Er sei Grundlage für „Tausende neue Arbeitsplätze“, sagte er. Dies sei „häufig nicht ganz ohne Belastungen möglich“. Dennoch werde die schwarz-gelbe Landesregierung alles tun, „um den Fluglärm auf ein erträgliches Maß zurückzuführen“, unterstrich Bouffier.
dapd
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