Schießerei bei Batman-Premiere

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    • 20.07.12
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James Holmes (24) erschoss zwölf Menschen

Das ist der "Batman"-Todesschütze

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Denver - Bei einer Premiere des neuen „Batman“-Films hat ein Mann zwölf Besucher eines Kinos in Aurora (US-Staat Colorado) getötet. Die Polizei fand bei der Durchsuchung seines Hauses Sprengfallen.

holmes

© dpa

Bei dem blutigen Amoklauf während einer Vorführung des Batman-Films „The Dark Knight Rises“ sind in der Nacht auf Freitag insgesamt 71 Menschen von Kugeln getroffen worden. Zwölf Menschen seien getötet und 59 weitere verletzt worden, sagte der Polizeichef der Stadt Aurora, Dan Oates. Zehn Leichen seien am Mittag noch immer in dem Kino. Viele von ihnen hatten Schusswunden, einige erlitten Rauchvergiftungen. Die Verletzten seien zwischen sechs und 31 Jahre alt. Auch ein Baby wurde in einem Krankenhaus behandelt. Eine Krankenhaussprecherin sagte, mindestens zwei der Verletzten seien in kritischem Zustand.  

Die Polizei nahm einen Verdächtigen, den US-Amerikaner James Holmes, in Gewahrsam. Der 24-Jährige habe sich ohne Widerstand festnehmen lassen. Zwei Pistolen und ein Gewehr wurden sichergestellt, eine weitere Pistole sei später in dem Kino entdeckt worden.

Der Todesschütze kam aus dem Nichts, just während einer Filmszene, in der Schüsse fielen. Er war schwarz gekleidet, wie viele der Kinobesucher auch - eben passend zum neuen „Batman“-Film. Eine Gasmaske trug er, wie Augenzeugen im US-Fernsehen schilderten - wie Bane, der Batman-Gegenspieler in dem Actionfilm. Auch von einem Kostüm war in einigen Medien die Rede, möglicherweise hatte er auch einen Helm auf, wie ihn Polizisten als Schutzausrüstung haben.

Nach der Tat wurde zunächst das Auto des Täters auf Sprengstoff untersucht, später auch die Wohnung des Mannes, die dieser mit Sprengfallen versehen hatte. Diese Sprengfallen beschrieb Polzeichef Oates als etwas, „was wir noch nie gesehen haben“. Sie setzten sich aus entzündlichen und chemikalischen Teilen zusammen, „und es gibt eine Menge Drähte“. Es werde Tage dauern, bis diese entfernt seien. Das Gebiet sei evakuiert worden. Der Verdächtige hatte bereits kurz nach seiner Festnahme angegeben, Sprengstoff in seiner Wohnung gelagert zu haben.

Holmes sei der Polizei zuvor nicht aufgefallen, berichteten Medien unter Berufung auf Ermittlungsbeamte. Einem Bericht des Senders NBC zufolge soll Holmes in Aurora Neurowissenschaften studiert haben. Er sei aber dabei gewesen, sein Studium aufzugeben. Ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI erklärte, es gebe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund des Blutbads, man gehe von einem Einzeltäter aus. Wie es weiter hieß, soll Holmes am kommenden Montag erstmals vor einem Richter erscheinen.

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Augenzeugen glaubten, dass der mutmaßliche Schütze seinen Amoklauf vorne im Kinosaal begann, hinter einer Leinwand oder einem Vorhang hervortrat und dann zuerst einen Kanister in die Menge warf - möglicherweise eine Tränengasbombe. Dann sei der Mann die Treppe hochgegangen, wie es hieß: mit tödlicher Ruhe um sich schießend. Panik sei ausgebrochen, Menschen hätten sich auf den Boden geworfen, kriechend zwischen den Sesselreihen Schutz gesucht. Andere seien schreiend in Richtung Ausgang gestürzt, seien übereinander hinweggetrampelt. Kinobesucher hätten blutend am Boden gelegen.

In einem Kinosaal abgefeuerte Kugeln seien in einem benachbarten eingeschlagen. „Viele Leute dachten, die Schüsse seien Teil des Films“, sagte Brenda Stuart. „Er kam über eine Treppe und schoss sofort um sich“ berichtete ein weiterer Zeuge. „Ich habe zuerst überhaupt nicht begriffen, was los ist. Erst als der Alarm losging, wussten wir, dass etwas faul ist.“ 

Der erste Alarmruf soll rund eine halbe Stunde nach Mitternacht bei der Polizei eingetroffen sein, schon kurz danach waren nach Medienberichten fast 250 Uniformierte vor Ort - zusammengetrommelt aus allen Teilen der Region. Nur wenig später trafen auch Experten der Bundespolizei FBI ein, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Filmteam sagt Interviews ab

Das Filmteam am Freitag geplante Werbeauftritte in Paris abgesagt. Die Schauspieler Marion Cotillard und Morgan Freeman stünden für zuvor vereinbarte Interviews mit dem französischen TV-Sender TF1 nicht mehr zur Verfügung, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Auf den Champs-Elysées war ursprünglich am Abend die Premiere des Batman-Films in der französischen Hauptstadt geplant gewesen. Nach Medienberichten wurde sie jedoch nach dem Amoklauf abgesagt. Offiziell soll der Film am 25. Juli in die französischen Kinos kommen.

Sicherheitspersonal bei Cinemaxx zeigt Präsenz

Zum Filmstart in Deutschland will die Kinokette Cinemaxx als Reaktion auf das Blutbad jetzt, dass ihr Sicherheitspersonal mehr Präsenz zeigt. Wenn zu einem neuen Film viele Besucher erwartet werden, postiere das Unternehmen ohnehin Sicherheitskräfte in den Kinos, sagte Cinemaxx-Sprecher Arne Schmidt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Sie sind aber normalerweise kaum zu erkennen, um unsere Gäste nicht zu verunsichern.“ (...) „Zudem setzen sich die Mitarbeiter im Einzelfall anschließend auch mit in die Kinosäle“, sagte Schmidt dem Blatt. Der neue Batman-Film soll in Deutschland in der kommenden Woche starten.

Auch die New Yorker Polizei die Sicherheitsvorkehrungen in den Kinos der Millionenstadt erhöht. Das erklärte New Yorks leitender Hauptkommissar Raymond Kelly in einer Mitteilung auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Zusätzliche Einheiten werden als Vorsichtsmaßnahme vor Nachahmern eingesetzt und um Kinogängern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln“, hieß es.

Obama verkürzt Wahlkampfreise

Präsident Barack Obama zeigte sich „geschockt und betrübt“ von der „entsetzlichen und tragischen“ Schießerei. Er brach eine Wahlkampfreise in Florida ab, um noch am selben Tag ins Weiße Haus zurückzukehren. Die Nation müsse „zusammenstehen als eine amerikanische Familie“, sagte Obama. Die Regierung werde alles tun, um die Menschen in Aurora zu unterstützen.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg rief Obama und dessen republikanischen Herausforderer bei der Präsidentenwahl, Mitt Romney, dazu auf, für eine Verschärfung der Waffengesetze zu sorgen.

Erinnerungen an Utoya und Columbine werden wach

Der Vorfall geschah zwei Tage vor dem ersten Jahrestag des Massakers von Utøya in Norwegen und außerdem nicht weit entfernt vom Schauplatz des Amoklaufs an der Columbine High School im Jahr 1999. Dort hatten zwei Teenager 13 Menschen getötet und 23 weitere verletzt, bevor sie sich selbst erschossen.

dapd/dpa

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