Salzburg - Extreme Kälte und heftige Schneefälle sorgen in vielen Teilen Europas für Probleme. Selbst der Papst ist machtlos gegen die weiße Pracht, die bereits Nordafrika erreicht hat.

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So weiß hat man Rom schon lange nicht mehr gesehen.
Wegen starken Schneefalls mussten am Samstag in mehreren Ländern auf dem Balkan Straßen gesperrt, Flughäfen und Bahnhöfe geschlossen werden.
Bei Außentemperaturen von minus 14 Grad sind am Samstag in rund 10 000 Salzburger Haushalten die Heizungen kalt geblieben. Grund war der Totalausfall eines Kraftwerks, in dem in der Nacht ein Heizkessel defekt wurde, teilten die städtischen Versorgungsbetriebe mit. An der Reparatur wurde mit Hochdruck gearbeitet, doch die Arbeiten könnten bis Sonntag dauern, berichtete der Sender ORF.
In Serbien wurde bereits in fast 30 Gemeinden der Ausnahmezustand ausgerufen. Alle Grund- und Mittelschulen sowie Kindergärten sollen in dieser Woche geschlossen bleiben. Weil auch die Hauptstadt im Verkehrschaos versinkt, rief die Regierung alle Bürger zur Hilfe auf. Am Samstagmorgen meldeten sich Hunderte Menschen, um beim Räumen mitzuhelfen. In Briefen an Zeitungen und Fernsehanstalten beschwerten sich die Bürger, dass die Behörden völlig unzureichend auf den Schnee vorbereitet und selbst die Transitstraßen unpassierbar waren.
Schnee schloss etwa 90 Menschen in einem Straßentunnel in Montenegro 24 Stunden lang ein. Erst am Samstagmittag konnten die Behörden in der Hauptstadt Podgorica die Befreiung der Betroffenen - unter ihnen viele Kinder - melden.
Nach der völlig ungewöhnlichen Kältewelle mit 30 Zentimetern Schnee an der südlichen kroatischen Adria wurde in Dalmatien der Notstand ausgerufen, wie das staatliche Fernsehen in Zagreb berichtete. In der größten Hafenstadt Split brach der Verkehr zusammen. Auf der Brücke zwischen der Hafenstadt Rijeka und der Insel Krk wurden Orkanböen von 205 Kilometern in der Stunde gemessen. In den Ländern rund um die Adria kämpften Soldaten gegen den Schnee.
Die Präsidenten von Serbien und Kroatien, die in einem Wintersportort in der Nähe von Sarajevo an einer Konferenz teilnahmen, konnten den Berg nach dem Treffen nicht verlassen.
In der bosnischen Hauptstadt Sarajevo haben heftige Schneefälle das öffentliche Leben beeinträchtigt. Die meisten Bewohner konnten ihre Häuser nicht verlassen. Viele Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten.
Temperaturen bis minus 18 Grad in der Nacht zum Samstag haben den Zugverkehr in Teilen Belgiens lahmgelegt. Auch Verbindungen nach Deutschland und in die Niederlande waren betroffen. Direkte Bahnlinien nach Deutschland fielen am Samstag aus, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Reisende zwischen Brüssel und Frankfurt mussten in Louvain umsteigen, teilte ein Sprecher der belgischen Bahngesellschaft Infrabel mit.
Auch zwischen Brüssel und Amsterdam fielen Züge aus. Nur die Thalys-Schnellzüge fuhren noch. Reisende auf dem Weg von und nach London oder Paris mussten stundenlange Verspätungen in Kauf nehmen.
Großbritanniens größter Flughafen Heathrow hat ob angekündigter Schneefälle für Sonntag ein Drittel der Abflüge gestrichen. Nach Wettervorhersagen könnten in der Nacht zum Sonntag bis zu 15 Zentimeter Schnee in England fallen. Der Londoner Airport rechnet mit eingeschränkter Sicht und gefrierendem Nebel.
Der neue Flugplan soll am Samstagabend auf der Heathrow-Website veröffentlicht werden. Der Flughafenbetreiber BAA erwartet, dass mehr als 70 Prozent der Passagiere trotzdem reisen können. Man habe den von den Absagen Betroffenen rechtzeitig Bescheid geben wollen, damit sie noch „relativ komfortabel“ umbuchen können, sagte ein Sprecher.
Die stärksten Schneefälle seit Jahrzehnten haben in Rom ein Verkehrschaos mit Tausenden auf glatten Straßen blockierten Autofahrern ausgelöst. Busse kamen nicht voran, Rettungsmannschaften konnten nicht rechtzeitig helfen, berichteten die Medien der italienischen Hauptstadt am Samstag.
Bürgermeisster Gianni Alemanno wies Kritik wegen mangelnder Vorbereitung zurück und sagte, so stark habe es zuletzt 1985 in Rom geschneit. Überall waren mindestens zehn Zentimeter Schnee gefallen. Am Samstag war Winterausrüstung für Autofahrer Pflicht. Unterdessen bauten Touristen und Kinder Schneemänner auf den römischen Plätzen. Der Zivilschutz verteilte 4.000 Schaufeln, damit die Menschen den Schnee von Wegen und Plätzen räumen konnten. Die Kinder hatten wegen des für Rom ungewöhnlichen Wetters schulfrei.
Papst Benedikt XVI. hat den ungewöhnlich starken Schneefall in Rom „wie einen Gruß aus der winterlichen bayerischen Heimat“ aufgenommen. Das sagte sein Privatsekretär Georg Gänswein am Samstag Radio Vatikan. Wegen des Winterwetters hatte der Papst auch einen Termin weniger: Eine Audienz mit 7000 Jugendlichen eines Missionswerkes musste ausfallen, weil diese die Reise nach Rom nicht antreten konnten. Der Petersdom blieb am Samstagvormittag geschlossen, nur ein Teil des vatikanischen Personals konnte zur Arbeit erscheinen, berichtete Radio Vatikan über Roms Schneelage.
In Nordafrika fiel in höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier in der Nacht zum Samstag erstmals seit Jahren wieder richtig Schnee. Zahlreiche Kinder, die noch nie weiße Flocken gesehen hatten, stürzten sich nach Augenzeugenberichten begeistert nach draußen.
dapd/dpa
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