Erst reden, dann denken: Wenn Politiker ins Fettnäpfchen tappen

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    • 21.03.09
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Erst reden, dann denken: Wenn Politiker ins Fettnäpfchen tappen

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    US Präsident Ronald Reagan probte 1982 vor dem Mikrofon eine Radio-Ansprache. Was er nicht wußte: Die Aufnahme startete früher als geplant. O-Ton Reagan: "Liebe Mitbürger! Gestern hat die polnische Regierung, eine Militärdiktatur, ein Haufen nichtsnutziger, lausiger Penner..." © AP

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    Zwei Jahre später ging Reagan bei einer Mikrofonprobe abermals ein Witz nach hinten los. Wieder lief die Aufnahme bereits. Reagan: "Ich freue mich, Ihnen heute mitteilen zu können, dass ich gerade ein Gesetz unterzeichnet habe, das Russland für immer für vogelfrei erklärt. Wir starten die Bombardierung in fünf Minuten."  © dpa

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    Da war Joschka Fischer noch weit vom Image des weltgewandten Staatsmannes entfernt. Als der damalige Bundestagsvizepräsident Richard Stücklen (CSU) einer Grünen-Abgeordneten das Mikrofon abschaltete, giftete Fischer: "Herr Präsident. Sie sind ein Arschloch, mit Verlaub!" © dpa

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    Ratschlag von Regierungssprecher Conrad Ahlers an Journalisten, die Bundeskanzler Willy Brandt 1970 auf einer Fahrt in die DDR begleiteten: „Leute, packt die Naßrasierer ein, wir fahren in eine nur halbwegs zivilisierte Gegend.“ (Zitiert nach: „Das lachende Parlament“, München 1991) © dpa

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    Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU, rechts neben Franz Josef Strauß) sagte während einer Debatte über das Waldsterben zu den Grünen: „Ja, Sie, Sie haben’s vor drei Jahrzehnten schon erkannt, Sie sehen auch so aus, wie wenn Sie immer im Wald gelebt hätten, das ist richtig.“ © dpa

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    Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) soll 2002 laut dem "Schwäbischen Tagblatt" vor Gewerkschaftern erklärt haben, US-Prösident George W. Bush wolle mit einem Irak-Krieg vor allem von innenpolitischen Problemen ablenken. "Das ist eine beliebte Methode. Das hat auch Hitler schon gemacht." © dpa

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    Den Bush-Hitler-Vergleich toppte Venezuelas Präsident Hugo Chavez 2006 bei einem Auftritt vor den Vereinten Nationen: „Der Teufel war gestern hier“, sagte Chavez mit Blick auf Bushs Ansprache am Vortag. Ohne eine Spur von Ironie fügte er hinzu: "Es riecht immer noch nach Schwefel." © AP

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    Heute sind sie dicke Freunde. 1986 sagte Helmut Kohl (rechts) in einem Interview über Michail Gorbatschow: "Er ist ein moderner kommunistischer Führer, der sich auf Public Relations versteht. Goebbels, einer von jenen, die für die Verbrechen der Hitler-Ära verantwortlich waren, war auch ein Experte für Public Relations." © AP

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    1988 wollte die bayerische SPD den Bundespolitiker Peter Glotz nicht als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Der ehemalige nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Hans Otto Bäumer (SPD) höhnte: "Diese Halbliter-Stemmer in Bayern müssten froh sein, wenn sie einen finden, der lesen und schreiben kann." © dpa

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    SPD-Chef Rudolf Schöfberger antwortete: „Wir stemmen am liebsten Literkrüge. Das Trinken von Bier aus vergrößerten Fingerhüten überlassen wir den Menschen in Ländern der preußischen Konkursmasse. (...) Das merkst Du Dir – Du westdeutsches Arschloch, Du quergestreiftes.“ (Nach: „Das lachende Parlament“)  © dpa

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    In den 80-er Jahren wurde viel über die krebserregenden Wirkungen von Dieselbenzin diskutiert. Als der damalige Bundesumweltminister und Dieselfahrer Klaus Töpfer (CDU) gefragt wurde, ob er wegen der Abgase kein schlechtes Gewissen habe, antwortete er: "Aber wieso denn? Ich fahre doch selbst einen Diesel." © AP

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    Niemand hat im Bundestag mehr Ordnungsrufe kassiert als  SPD-Fraktionschef Herbert Wehner (insgesamt 78). Eine Auswah seiner Ausrasterl: "Sie sind ein Schwein, wissen sie das?" (Zu Jürgen Wohlrabe, CDU)  © dpa

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    "Glied ab!" (Herbert Wehner zu Richard Jaeger, CSU) © dpa

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    "Sie sind doch keine Maus, sondern eine Ratte!" (Herbert Wehner zu Wilhelm Rawe, CDU) © dpa

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    "Clown vom Dienst!" (Herbert Wehner zu Norbert Blüm, CDU) © dpa

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    "Sie Dilettant! (Herbert Wehner zu Helmut Kohl, CDU) © dpa

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    Auch Franz Josef Strauß (CSU) wurde nicht selten ausfallend. Legendär sind: "Krampfhenne" (Über Hildegard Hamm-Brücher, FDP) © dpa

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    „Er wird nie Kanzler werden. Er ist total unfähig. Ihm fehlen die charakterlichen, die geistigen und politischen Voraussetzungen - alles!“ (Franz Josef Strauß vor Mitgliedern der Jungen Union über Helmut Kohl) © dpa

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    "Schnauze Iwan!" (Franz Josef Strauß zum kommunistischen Bundestagsabgeordneten Heinz Renner) © AP

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    "Er ist ein alter Trottel, der die Tränen nicht halten und nachts nicht schlafen kann, wenn er an Hiroshima denkt", (Franz Josef Strauß über den Nobelpreisträger und Atomwaffengegner Otto Hahn). © dpa

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    Den damaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (Bild) beschrieb Bayern Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) so: "Der schaut aus wie ein ungemachtes Bett." © AP

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    Meister der verbalen Ausrutscher: Ex-US-Präsident George W. Bush. Legendär ist seine Erklärung: "Die große Mehrzahl unserer Importe kommt von außerhalb des Landes" © dpa

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    Wie Bush das wohl gemeint hat? "Ich verstehe etwas vom Wachstum kleiner Betriebe. Ich war selber einer." © dpa

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    Italiens Premier Silivo Berlusconi hat es auch nach der Erdbeben-Katastrophe in Italien das lose Mundwerk nicht verschlagen. Bei einem Besuch der Zeltllager bei L'Aquila meinte er zu den Obdachlosen: "Man muss es eben nehmen wie ein Camping-Wochenende." © AP

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