Superbanner

EU will Ungarn Geld entziehen

    • recommendbutton_count100
    • 0
    • 0

Brüssel/Budapest - Weil Ungarn ein zu hohes Haushaltsdefizit hat, droht die EU jetzt mit Konsequenzen: Als erstem EU-Land sollen EU-Fördergelder entzogen werden.

© dpa

EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte am Mittwoch in Brüssel, die Kommission habe die Aussetzung der finanziellen Verpflichtungen gegenüber Budapest aus dem sogenannten Kohäsionsfonds beschlossen. Sollte Ungarn nicht handeln, um sein Haushaltsdefizit zu verringern, so seien vom 1. Januar des kommenden Jahres an 495 Millionen Euro dauerhaft verloren.

Die Regierung in Budapest wies die Entscheidung harsch zurück: Sie sei „juristisch anfechtbar und verstößt gegen den Geist der (Europäischen) Verträge“, hieß es in einer Stellungnahme der Regierungssprecher Andras Giro-Szaz und Peter Szijjarto. Die Entscheidung entbehre der Grundlage, weil Brüssel „wegen eines in der Zukunft angenommenen Ereignisses Sanktionen verhängen will“.

Die Sanktionen drohen Ungarn nach verschärften Vorschriften zur EU-Haushaltsdisziplin: Die national-konservative Regierung von Viktor Orban konnte das Defizit 2011 nicht unter den Wert von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes senken. Ohne einmalige Umbuchungen im Rentensystem und ohne Sondersteuern ergäbe sich für 2011 ein Defizit von 6,0 Prozent, errechnete die Kommission.

„Wir sehen dies nicht als eine Bestrafung, sondern als einen Anreiz für Ungarn, seine Haushaltsprobleme zu lösen“, sagte der für Regionalpolitik zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn. Der Betrag von 495 Millionen Euro entspreche 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Es handele sich um 29 Prozent der für 2013 vorgesehenen Verpflichtungsermächtigungen im Kohäsionsfonds, mit dem vor allem große Verkehrs- und Umweltprojekte finanziert werden. Hahn sagte, bereits genehmigte Projekte seien nicht betroffen.

Rehn sagte, die teilweise Aussetzung der Fördergelder und der Streit zwischen der EU-Kommission und Orbans Regierung um die Wahrung der Grundrechte in Ungarn hätten nichts miteinander zu tun: „Dies sind zwei Dinge und wir sollten sie getrennt behandeln.“ Die Kommission hat Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn eingeleitet, weil sie die Unabhängigkeit der Nationalbank ebenso gefährdet sieht wie die Unabhängigkeit der Justiz. Ungarn, das kein Mitglied der Eurozone ist, droht außerdem akut der Staatsbankrott: Orbans Regierung braucht 15 bis 20 Milliarden Euro. Die EU-Kommission verlangt vor einer Entscheidung Gesetzesänderungen von Orban.

dpa

zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews
Diese Seite bookmarken bei...

Kommentare

Bundesliga-Countdown

Politik

Familienministerin Schröder gegen Homo-Ehe

Schröder gegen Homo-Ehe

Berlin - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) lehnt den Vorstoß von US-Präsident Barack Obama für eine Homo-Ehe ab.Mehr...

Oskar Lafontaine: Keine Kandidatur für Vorsitz der Linkspartei

Lafontaine: Kandidatur für Linke-Vorsitz kein Thema

Berlin - Der ehemalige Linke-Chef Oskar Lafontaine will nicht für den Vorsitz seiner Partei kandidieren. Er könne nicht dazu beitragen, dass die Linke eine starke bundespolitische Kraft wird.Mehr...

Taliban: Deutscher Kämpfer ausgeliefert

Deutscher Taliban-Kämpfer ausgeliefert

Karlsruhe - Ein aus Berlin stammender mutmaßlicher islamistischer Terrorkämpfer ist am Dienstag aus der Türkei nach Deutschland ausgeliefert worden.Mehr...

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • 7 Tage
  • 30 Tage
  • Themen

Yahoo verkauft Hälfte seiner Alibaba-Anteile

Hongkong - Nach langem Tauziehen kann der Internetkonzern Yahoo die Hälfte seiner Anteile an der chinesischen Alibaba Group verkaufen.Mehr...

Streikgefahr bei Metall-Tarifverhandlungen

Sindelfingen - Das war eine Marathonsitzung: Nach 16 Stunden Verhandlungen in der Nacht zwischen IG Metall und Arbeitgebern ist noch immer nicht klar, wohin die Reise geht. Ob ein Streik doch noch abzuwenden ist?Mehr...

Strom ist für eine Million Bürger unbezahlbar

Berlin - Die stark steigenden Strompreise infolge der Energiewende bringen arme Bundesbürger in Bedrängnis. Viele Bundesbürger können nicht mehr zahlen. Bei ihnen wird der Strom abgestellt.Mehr...

Börse & Finanzen

Artikel lizenziert durch © fehmarn24
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.fehmarn24.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper