Kranke Kliniken - Jedes sechste Krankenhaus steht vor der Pleite

    • aHR0cDovL3d3dy5mZWhtYXJuMjQuZGUvbmFjaHJpY2h0ZW4vd2lydHNjaGFmdC9rcmFua2Uta2xpbmlrZW4tamVkZXMtc2VjaHN0ZS1rcmFua2VuaGF1cy1zdGVodC1wbGVpdGUtMjM1Mzg2MC5odG1s2353860Jede sechste Klinik steht vor der Pleite0true
    • 14.06.12
    • Wirtschaft
    • Drucken

Jede sechste Klinik steht vor der Pleite

    • recommendbutton_count100
    • 0
    • 0

Berlin - Das kleine Krankenhaus in der Nähe ist ein Auslaufmodell. Viele Häuser stehen vor der Pleite. Doch könnten Deutschlands Klinikpatienten am Ende sogar profitieren.

Patienten in Deutschland stehen künftig weniger, aber womöglich bessere Krankenhäuser zur Verfügung: Fast jeder sechsten der rund 2050 Kliniken droht laut einer neuen Studie die Pleite. Die Lage hat sich deutlich verschlechtert. Sind nun 15 Prozent in Insolvenzgefahr, waren es 2011 noch 12 und im Jahr davor nur 10 Prozent. Kleine kommunale Kliniken sind besonders betroffen. Experten raten zu Spezialisierung. Den Patienten könne das nutzen.

Schlechter schneiden Häuser mit geringerer Qualität und weniger zufriedenen Patienten ab - so sieht es der “Krankenhaus Rating Report 2012“ hervor, der am Donnerstag auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin vorgestellt wurde. Viele der rund 300 Kliniken in kritischer Lage könnten nicht mehr über Jahre weitergeführt werden, sagte Studienautor Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung. Steigende Löhne und Energiekosten sowie Strukturprobleme zählen zu den Gründen.

Die Forscher sehen den Milliardenmarkt der Kliniken vor einem Wendepunkt. Auch künftig würden die Kosten stärker steigen als die Erlöse. Kleine Häuser mit großem Angebot und hohen Kosten hätten immer weniger eine Zukunft. “Spezialisierte Kliniken sind wirtschaftlich signifikant besser aufgestellt“, sagte Augurzky. Kliniken ohne erkennbare wirtschaftliche Zukunft und nennenswerter Bedeutung für eine Region sollten aufgegeben werden.

Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen dringt die Kliniken zu mehr Wirtschaftlichkeit. “Wenn einzelne, unrentable Kliniken schließen, ist die Versorgung angesichts der hohen Krankenhausdichte insgesamt nicht in Gefahr, auch wenn es im Einzelfall etwa auf dem Land längere Wege bedeuten könnte“, sagte Verbandssprecherin Ann Marini.

Gehalten werden sollten kleine Häuser mit Rundumversorgung, wenn es kilometerweit keine Alternative gebe, sagte Augurzky. Zuletzt am schwierigsten war die Lage laut Studie in Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen/Bremen. In vielen der dortigen Landstriche gebe es aber eine große Dichte an Kliniken, sagte Augurzky.

Am besten ist die Wirtschaftslage der Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Im Mittelfeld liegen Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Mecklenburg-Vorpommern.

Bei den öffentlich-rechtlichen, also etwa kommunalen Häuser war die Lage mit zuletzt 18 Prozent in Insolvenzgefahr am kritischsten. Die Kassen-Ausgaben für die Klinikbehandlungen stiegen binnen eines Jahres um rund 2 auf 61 Milliarden Euro 2011.

Die immer zahlreicheren Behandlungen scheinen kein Ausweg zu sein. Setze sich der Trend fort, dürfte die Zahl der Fälle zwischen 2010 und 2020 um 13 Prozent zunehmen, so die Studie. Wegen der Alterung in Deutschland wäre aber nur mit 5 Prozent mehr Fällen zu rechnen.

dpa

zurück zur Übersicht: Wirtschaft

Regeln fürs Kommentieren:
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.

Kommentare

Politik

Drohnen-Desaster: Schon 2009 Hinweise auf Probleme

Drohnen-Debakel: Schon 2009 Problem-Verdacht

Berlin - Die Bundeswehr hat nach einem Medienbericht bereits im Sommer 2009 Hinweise auf massive Probleme bei der Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ gehabt.Mehr...

Trittin: Bahn soll ab 30 Minuten Verspätung Kunden entschädigen

Trittin: Entschädigung ab 30 Minuten Verspätung

Berlin - Jürgen Trittin hat die Deutsche Bahn zu mehr Kundenfreundlichkeit bei Zugverspätungen aufgefordert. „Bahnkunden sollen künftig schon dann entschädigt werden, wenn der Zug 30 Minuten oder mehr Verspätung hat.“Mehr...

SPD wirft de Maizière „miserables Krisenmanagement“ vor

"Euro Hawk": SPD attackiert de Maizière

Berlin - Beim Scheitern des Drohnen-Projekts „Euro Hawk“ hat der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold Verteidigungsminister Thomas de Maizière „miserables Krisenmanagement“ vorgeworfen.Mehr...

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • 7 Tage
  • 30 Tage
  • Themen

Keine Anklage gegen gegen IWF-Chefin

Paris - Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, muss sich vorerst keinem Verfahren wegen Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Mittel stellen.Mehr...

Sparschwein

EZB-Zins gefährlich für deutsche Spareinlagen

Nürnberg - Niedrige Zinsen sollen das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Doch die aktuelle Geldpolitik der EZB könnte zur Gefahr für deutsche Spareinlagen werden, warnt ein Konsumforscher.Mehr...

Altmaier warnt: Strom wird bald noch teurer

Berlin - Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) warnt vor einem weiteren Strompreisanstieg durch steigende Kosten bei der Energiewende.Mehr...

Börse & Finanzen

Artikel lizenziert durch © fehmarn24
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.fehmarn24.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

Lesen Sie auch

Drei Jahre und zwei Monate

Drei Jahre und zwei Monate

LÜBECK/FEHMARN - Von Lars Braesch Im Strafprozess gegen einen 54 Jahre alten Fehmaraner und einen 42-jährigen Mitangeklagten aus Hamburg hat die VII. Große Strafkammer des Landgerichts Lübeck am Freitag (24. Mai) ein Urteil gefällt. Der Fehmaraner erhielt wegen unerlaubter Einfuhr sowie Handels mit Betäubungsmitteln eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten, der Mann aus Hamburg geht für sechs Jahre ins Gefängnis.Mehr...

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.