Es ist der Tiefpunkt einer bislang unerfüllten Karriere. Knapp neun Monate nach dem Feuer in seiner Mietvilla muss sich Breno von diesem Mittwoch an wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung in München vor Gericht verantworten.
Laut Anklage soll der junge Brasilianer das Haus im Münchner Nobel-Vorort Grünwald vorsätzlich angezündet haben - womöglich vor allem aus Frust und Verzweiflung über seine sportliche Misere. Für den Abwehrspieler ist es zum Abschied aus München nach über vier Jahren beim FC Bayern sein schwerster Gang.
Rückblick: Am 20. September 2011 kurz nach Mitternacht geht die vom Profi des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München angemietete Villa in Flammen auf. Augenzeugen schätzen den Feuerball auf 20 Metern Höhe. Rund eine Million Euro Sachschaden entsteht, der Brand liefert Schlagzeilen - und drei Tage nach dem Feuer in dem mit Hallenschwimmbad und Sauna ausgestatteten Haus gerät Breno unter schweren Verdacht.
Es kam alles ganz anders. Breno kam nie in Fußball-Deutschland an. Die fremde Welt, die fremde Sprache - hinzu kam durch schwere Verletzungen ein Nackenschlag nach dem anderen für den jungen Mann. Breno wurde zum Leihspieler, doch gerade als er sich beim 1. FC Nürnberg aufzurappeln schien, bremste ihn im März 2010 ein brutales Foul aus. Kreuzbandriss lautete die niederschmetternde Diagnose - wieder war es nichts mit dem Durchstarten in eine bessere Zukunft.
Am Tag vor dem nächtlichen Brand soll Breno erfahren haben, dass ihm möglicherweise ein erneuter Eingriff am lädierten Knie droht. Tief enttäuscht soll der Abwehrspieler gewesen sein, seinen Frust auch mit Alkohol betäubt haben. Schließlich ging das Haus in Flammen auf und konnte nur noch abgerissen werden. Noch während der Löscharbeiten soll Breno Sanitätern drei Feuerzeuge überreicht haben - mit dem Hinweis, diese doch bitte zu entsorgen.
„Das Wichtigste ist, an sich selbst zu glauben“, gibt Breno als sein Lebensmotto aus. Dies allein dürfte dem 22-Jährigen, der sich im Ermittlungsverfahren zu den Vorwürfen ausgeschwiegen hat, an den bis Mitte Juli angesetzten zehn Verhandlungstagen nicht helfen. Bei einer Verurteilung droht dem jungen Brasilianer eine Haftstrafe - und möglicherweise das frühe Ende einer nie richtig begonnenen Karriere.
dpa


© dapdEin weiteres Foto des Grundstücks vom Dienstag














