Zürich - Lionel Messi hat als erster Spieler dreimal in Folge die Weltfußballer-Wahl gewonnen. Doch ohne einen Titel mit der Nationalmannschaft sind diese Ehrungen nur die Hälfte wert - meint Michel Platini.

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Michel Platini (r.) zählt Messi (M.) noch nicht zu den ganz Großen.
Nachdem sich Lionel Messi gewohnt bescheiden bei allen bedankt hatte und die Höflichkeiten ausgetauscht waren, wurde im Züricher Kongresshaus Klartext gesprochen. Obwohl der Superstar des Weltpokalsiegers FC Barcelona kurz zuvor als erster Spieler zum dritten Mal in Folge als Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet worden war, machte vor allem UEFA-Präsident Michel Platini eines klar: Messi kann diesen Titel so oft holen wie er will - ohne Erfolge mit dem Nationalteam wird der kleine Argentinier nie zu den ganz Großen gehören.
„Man muss sich doch nur Diege Maradona anschauen. Jeder erinnert sich daran, was er bei der WM 1986 vollbracht hat. Kaum jemand erinnert sich daran, was er in Neapel oder Barcelona geleistet hat. Es sind nur die Weltmeisterschaften, die allen Leuten in Erinnerung bleiben“, sagte Platini: „Messi wird zwar immer großartig bleiben, wie Johan Cruyff immer großartig sein wird - auch ohne WM-Titel. Aber es ist nunmal die WM, die etwas ganz Besonderes bewirkt.“
Obwohl Messi die Aussagen Platinis nicht direkt mitbekommen hatte, gab der 24-Jährige dem Franzosen indirekt Recht. Mit Blick auf seine Nationalmannschaft wurde der neue Kapitän, der bei der Endrunde 2010 im Dress seines Heimatlandes die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnte und im Viertelfinale gegen Deutschland gescheitert war, sichtlich nachdenklich.
Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich Messi allerdings anders als zuletzt präsentieren. Schließlich war „La Pulga“ (der Floh) mit der argentinischen Auswahl auch bei der Südamerika-Meisterschaft im vergangenen Jahr im eigenen Land im Viertelfinale ausgeschieden. Zahlreiche Kritiker hatten danach die Frage aufgeworfen, warum Messi seine überragenden Leistungen nur im Barca-Trikot, nicht aber in der Nationalmannschaft abrufen könne.
Zu diesen Kritikern gehören allerdings weder Teammanager Sir Alex Feruguson vom englischen Rekordmeister Manchester United noch Messis Klubkollege Xavi. „Messi gehört ganz eindeutig in die Kategorie der besten Spieler aller Zeiten“, sagte Ferguson. Nach Ansicht von Xavi führt Messi diese Liste sogar an. „Er ist der beste Spieler der Geschichte. Für alle Fußballer, die mit ihm in seiner Ära spielen, wird es ganz schwierig, jemals Weltfußballer zu werden“, sagte der Spanier, der bei der Abstimmung hinter Cristiano Ronaldo auf dem dritten Platz gelandet war.
Den Lobhudeleien schloss sich auch die argentinische Presse an. Die Medien würdigten die Leistungen Messis, der mit Barcelona im vergangenen Jahr fünf Pokale geholt hatte. Neben dem spanischen Meistertitel gewannen die Katalanen den nationalen Supercup, die Champions League, den europäischen Supercup sowie die Klub-WM.
„Noch mehr Ruhm für Messi. Es war die Chronik einer angekündigten Auszeichnung“, schrieb La Nacion. „Der nächste Hattrick von Messi. Lionel schreibt Geschichte. Es gibt keine Bestmarke, die vor Lionel Messi sicher ist“, war in Ole zu lesen. Ähnlich sah es Clarin: „Gibt es einen Rekord, den Lionel Messi nicht brechen kann? Gibt es ein Limit für ein derartiges Genie? Die Fußballwelt liegt Messi zu Füßen.“
sid



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