Köln - Nach einer Entscheidung des Bundeskartellamts droht der ARD-Sportschau das Aus. Der Sender zeigt sich besorgt - und sorgt sich vor allem um das ländliche Publikum.
Die ARD hat die Entscheidung des Bundeskartellamts zur Vergabe der Bundesliga-Medienrechte bedauert. Die Behörde erlaubt der Deutschen Fußball Liga (DFL) erstmals, für die Zeit ab 2013/2014 auch ein Modell auszuschreiben, das die Zusammenfassung der Samstag-Spiele zunächst über Web-TV im Internet um 19.00 Uhr vorsieht. Das würde das Aus für die traditionsreiche ARD-Sportschau mit Bundesliga-Berichten um 18.30 Uhr bedeuten.
“Diese Entscheidung ist nicht im Sinne der Zuschauerinnen und Zuschauer. Denn sie birgt die Gefahr, dass die DFL mit einer Erstausstrahlung von Bildern des Bundesliga-Spieltages im Netz einen großen Teil des Publikums ausschließt“, erklärte die ARD-Vorsitzende Monika Piel am Samstag zum Grünen Licht der Wettbewerbshüter für das von der DFL geplante Verfahren.
Die DFL will bereits in der nächsten Woche mit der Ausschreibung beginnen. Insgesamt sollen nach Angaben der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) 23 Pakete für Free TV, Pay TV, Web-TV und Mobilfunk geschnürt werden. Für die Höhepunkte-Berichterstattung am Samstag wird neben dem Internet-Szenario auch das bisherige Modell mit einer Zusammenfassung von 18.30 Uhr an im Free TV angeboten. Das Erste zahlt derzeit rund 100 Millionen Euro pro Saison für diese Rechte.
ARD-Sportintendant Ulrich Wilhelm appellierte an die “Vernunft der Vereine und der DFL, bei der Vergabe darauf zu achten, dass der Bundesliga-Fußball auch weiterhin eine Verbreitung erfährt, die seiner gesellschaftlichen Bedeutung und Verantwortung gerecht wird.“
dpa
Rubriklistenbild: © dpa


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