FEHMARN - Von Lars Braesch Sportarten gibt es viele, doch nicht alle sind dem Breitensport zuzuordnen oder überall bekannt. Mit dieser Serie wollen wir, die FT-Sportredaktion, zeigen, was es für Möglichkeiten auf Fehmarn gibt, die fit und gesund halten.

© Fehmarn24
Von meinem Doppelpartner Benno Wirth (r.) erfahre ich einiges über Badminton beim Warmspielen. Der Federball muss entweder flach über das Netz oder weit und hoch hinten ins gegnerische Feld gespielt werden, um das Schmettern zu vermeiden.
Bewusst haben wir uns in der Serie für Exoten entschieden, die nicht so oft in unserer Berichterstattung vorkommen. Im vierten Teil war unser Sportredakteur Lars Braesch („Lars in action“) zu Gast bei der Badmintonsparte des RSV Landkirchen:
Eigentlich hatte ich mich mit der Sparte des Eisenbahnersportvereins (ESV) Insel Fehmarn auf eine Runde Badminton verabredet, sodass ich mich auf den Weg nach Puttgarden mache. Doch als ich an der Halle um 19.45 Uhr ankomme, ist dort niemand. Die Halle ist stockfinster und verschlossen. Ich probiere es dank meines Handys beim Abteilungsleiter Florian Rietzrau. Es nimmt niemand ab. Vielleicht ist er auf dem Weg zur Halle. Dienstag um 20 Uhr, habe ich den Vereinsnachrichten des ESV entnommen. Wegen starken Schneefalls fiel es bereits den Dienstag davor aus. Ich entschließe mich, mindestens bis 20 Uhr zu warten. Das gebietet der Anstand. Ich verkürze meine Wartezeit und schaue wie es beim Derby zwischen den Krefeld Pinguinen und den Kölner Haien in der Deutschen Eishockey Liga steht. 0:0 nach 14 Minuten erfahre ich aus dem Liveticker. Bis 20.10 Uhr warte ich. Es schlägt niemand auf. Durch meine Recherchen im Vorfeld meiner Serie wusste ich, dass auch der RSV Landkirchen dienstags in der Burger Großsporthalle spielt. Also fahre ich an den Gahlendorfer Weg und finde eine erleuchtete Halle vor. Auch die Flutlichtanlage strahlt, die Fußballer des SV Fehmarn trainieren auf dem Grandplatz.
Die Sparte nimmt an keinem Punktspielbetrieb teil. Dies sei zu aufwendig. Der SVF hatte es einmal versucht. Gunnar Gerth-Hansen war aktiver Spieler dort. Statt mit einem Federball aus Kunststoff werde mit einem Ball mit echten Naturfedern gespielt. „Der Ball fliegt schneller, fällt jedoch langsamer“, erläutert Gerth-Hansen. So ein Naturfederball halte auch meistens nur für ein Spiel, denn wenn er unglücklich getroffen wird, geht er kaputt. Ebenfalls müsse auch mit dem Naturfederball trainiert werden. „So gingen schnell einmal hundert Euro allein für Bälle drauf“, meint Gerth-Hansen weiter. Auf Kreisebene gibt es die Kreisliga und Kreisklasse. Hier geht der TSV Heiligenhafen im Norden des Kreises mit zwei Mannschaften an den Start. Darüber gibt es die Bezirksliga und die Bezirksklasse. Eine Verbandsliga und die Landesliga Nord und die Landesliga Süd. Dann folgen die überregionalen Ligen, 2. Bundesliga Nord, Regionalliga Nord und die Oberliga Nord.
Von meinem ersten Doppelpartner Benno Wirth erfahre ich einige Tricks beim Warmspielen: „Entweder den Federball möglichst flach über das Netz bringen oder weit hinten ins Feld, sodass er wie ein Stein nach unten fällt“. Theoretisch hätten so unsere Gegner Sabrina Blöß und Torsten Hansen kaum eine Möglichkeit, den Ball gut zu parieren. Würde man den Ball einfach gerade zurückspielen, könnte der Gegner leichter zum Schmettern ansetzen und man hätte kaum noch Möglichkeiten, den Ball wieder zurückzuspielen. Unsere Gegner haben kein Mitleid mit mir. Ich gebe alles, doch mir fliegen die Bälle reihenweise um die Ohren. Es ist gar nicht so einfach, den Ball richtig zu treffen. Von außen sieht es immer so leicht aus. Anders als beim Tennis wird beim Badminton von unten aufgeschlagen. Aus der Hüfte heraus, erklärt mir Wirth weiter. Dann soll ich möglichst so stehen, dass ich mit einem Schritt nach vorne komme, jedoch auch nach dem Aufschlag schnell nach hinten komme. Beim Badminton wird nach Sätzen gespielt. Bis 2006 konnten Punkte nur bei eigenem Aufschlagsrecht erzielt werden. Der Weltverband IBF führte dann die sogenannte Rallypoint-Zählweise ein, dass heißt, jede Partei kann unabhängig vom Aufschlag punkten. Es werden zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte je Satz gespielt. Mit 21:11 geht der Satz an das Duo Blöß/Hansen. „Im Doppel muss man eingespielt sein, das braucht Zeit“, tröstet mich mein Doppelpartner nach dem Match. An der Seite von Annette Schulze probiere ich meine Gehversuche in Sachen Badminton ein zweites Mal, doch gegen das Doppel Kirsten Möller/Regina Severin sind wir mit 3:21 chancenlos.
Am Freitag lesen sie unseren fünften Teil und erleben Sportreporter Lars Braesch beim Fitnesstraining.



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