FEHMARN - Von Lars Braesch Sportarten gibt es viele, doch nicht alle sind dem Breitensport zuzuordnen oder überall bekannt. Mit dieser Serie wollen wir, die FT-Sportredaktion, zeigen, was es für Möglichkeiten auf Fehmarn gibt, die fit und gesund halten. Bewusst haben wir uns in der Serie für Exoten entschieden, die nicht so oft in unserer Berichterstattung vorkommen. Im fünften Teil war unser Sportredakteur Lars Braesch („Lars in action“) zu Gast beim Fitnesstraining in der Sportschule Tangun:

© Fehmarn24
Lars Braesch in action: „An der Butterfly-Station in der Sportschule Tangun komme ich mächtig ins Schwitzen. Die Griffstangen werden vor der Brust zusammengedrückt. Bei der Belastung der Muskeln wird ausgeatmet, bei Entlastung eingeatmet.“
Am altehrwürdigen Mellenthinplatz Nummer 13 liegt die Sportschule Tangun. Dort werde ich schon von Lars Jäckisch erwartet. Der 26-jährige Fußballer des RSV Landkirchen ist lizenzierter Fitness-Trainer im Deutschen Sportstudio Verband (DSSV).
Der DSSV wurde 1984 gegründet. Er hat seinen Sitz in Hamburg und ist Europas größter Arbeitgeberverband für die Fitnesswirtschaft. Er zählt als Mitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin zu den Spitzenorganisationen der deutschen Wirtschaft und vertritt die 7 114 Fitness- und Gesundheits-Anlagen mit 7,31 Millionen Mitgliedern, einem Umsatzvolumen von 3,93 Milliarden Euro und 100 000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen in allen Bereichen der Bildungs-, Tarif- und Sozialpolitik.
In der Sportschule Tangun stehen Jäckisch im Bereich Fitness noch Geschäftsführerin Bärbel Rüter und Physiotherapeut Fabian Unger zur Seite. Rehasport wird durch Unger in der Sportschule angeboten.
„Wir wollen heute ein Ganzkörpertraining absolvieren“, erklärt mir der Fitnesstrainer am Beginn der Trainingsstunde. Er schickt mich zum Aufwärmen für zehn Minuten auf den Crosstrainer. Das Fitnessgerät hat er deshalb gewählt, weil der ganze Körper beansprucht wird. Ich werde nach Vorerkrankungen gefragt, auf die der Fitnesscoach während des Trainings Rücksicht nehmen muss. Zum Glück bin ich voll belastbar. Bei Knie- und Hüftgelenkproblemen hätte ich mich auf dem Fahrradtrainer warm machen müssen. Der Crosstrainer ist mittlerweile zum beliebtesten Fitnessgerät avanciert. Durch die Weiterentwicklung der Bewegungsführung kann der Crosstrainer, den Bewegungsablauf immer ergonomischer gestalten und die Laufbewegung immer besser simulieren. Jäckisch erklärt mir das Gerät. Ich solle einen Wert zwischen 60 und 70 möglichst halten.
Das Aufwärmen sollte nicht zu lange betrieben werden, da sonst die Energie an den Geräten fehle. „In der Gerätephase powern wir uns aus. Um die Explosivkraft hierfür aufwenden zu können, benötigt unser Körper schnell verfügbare Energie. Er verbrennt deshalb Kohlehydrate und Fette, die er aus dem Nahrungsspeicher bezieht. In der Ausdauerphase regeneriert der Körper die Energie aus seinen Reserven“, so Jäckisch weiter.
Nach der Aufwärmphase, die ich aus meiner Sicht gut überstehe, gehen wir gemeinsam an die Geräte. „Mit wenigen Übungen wollen wir die großen Muskeln trainieren, also die Brust- und Rückenmuskulatur“ gibt Jäckisch das heutige Trainingsziel aus. Wir fangen mit der Butterfly-Station an. Dabei werden die Griffstangen vor der Brust zusammengedrückt und wieder auf eine Linie zurückgeführt. Hinten an der Station kann das gewünschte Gewicht eingestellt werden. Für mich als Anfänger stellt der Fitnesscoach das Trainingsgewicht ein. Er schätzt dabei mein Körpergewicht, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte. Ich soll mir jede Griffstange einzeln greifen. Würde ich mir beide gleichzeitig greifen und ich dabei abrutschen, wäre eine Zerrung vorprogrammiert, warnt mich der Routinier. Jäckisch ist sportverrückt und kommt gerne auf zehn Einheiten in der Woche. Da kann ich wahrlich nicht mithalten. Berufsbedingt kann ich nur die Heimspiele meiner Fußballmannschaft am Freitagabend bestreiten. Für Auswärtsspiele am Sonntag bleibt keine Zeit. Mit dem Oldenburger SV III liege ich derzeit in der D-Klasse Nord auf Meisterschaftskurs. „Ich übertreibe es“, gibt Jäckisch offen zu.
15 Wiederholungen soll ich schaffen. Im zweiten Durchgang schaffe ich sogar 20 Wiederholungen. Dabei soll ich bei der Belastung ausatmen und bei der Entlastung einatmen. So würde ich eine Pressatmung vermeiden. Ebenfalls soll ich eine Ablage der Gewichte und die Streckung meiner Gelenke vermeiden. Die Muskeln soll ich unter Dauerspannung halten, sprich in Bewegung halten. „Je höher der Muskelanteil, um so mehr Kalorien verbrennen die Muskeln in der Ruhepause. So stellen sich zum Beispiel Bodybuilder nachts den Wecker, um den Muskeln gezielt Nährstoffe wieder zuzuführen. Dabei unterstützen Kraft- und Ausdauertraining die Verbrennung. Nicht nur die Muskeln in den Armen müssen wachsen, sondern auch das Herz, um den Körper mehr mit Blut zu versorgen“, erfahre ich während des Gangs zur nächsten Station.
Es ist die Rückenzug-Maschine. Mit dieser soll die Rücken- und Schultermuskulatur gekräftigt werden. Bis auf Nackenhöhe soll ich die Griffe herabziehen und anschließend die Arme wieder in die fast gestreckte Ausgangsposition zurückführen. An der nächsten Station wird dieselbe Übung in der Bauchlage ausgeführt. Im zweiten Durchgang fangen meine Handgelenke an zu schmerzen. Dies sei normal, da sich die Gelenkflüssigkeit durch weiteres Training erst noch weiterbilden müsse, um das Gelenk zu schützen. Ebenfalls gäbe es auch spezielle Handschuhe hierfür.
Die obere Rückenmuskulatur sei durch die tägliche Belastung wie zum Beispiel Tragen besonders stark ausgeprägt. Die Brustmuskulatur hingegen relativ schwach. „Das Training der Stützmuskulatur bildet den Schwerpunkt Nummer eins“, setzt Jäckisch seine Muskellehre fort. Dabei gehen wir von einem Sportler aus, der topfit ist. Beispielsweise kann Jäckisch mit speziellen Trainingsprogrammen gezielt auf Probleme der Sportler eingehen.
Der Fitnesscoach möchte auch etwas für meine Beinmuskulatur tun und steckt mich deshalb in die Beinpresse. Die Bewegung ist ein ständiges Auf- und Abbewegen der Beine, vergleichbar mit Kniebeugen. Dabei werden wieder Gewichte gedrückt. Nachdem Jäckisch die Übung vorgemacht hat, lege ich gemütlich mein Handtuch auf die Beinpresse. „Ob ich es noch bügeln will“, fragt mich Jäckisch und hat mich entlarvt. „Zeitschinden ist hier nicht“, ermahnt mich der Coach.
Zum Abschluss des Trainings geht es nochmal für zehn Minuten auf den Fahrradtrainer. „Das Gerät erzeugt den Strom selbst, wenn Du zu langsam trittst, geht es aus“, erklärt Jäckisch. Mit letzter Kraft versuche ich, die zehn Minuten zu überstehen, doch nach sechs Minuten geht das Fahrrad tatsächlich aus. Stehend K.o. stehe ich in der Sportschule. Lächelnd kommt Jäckisch auf mich zu und hat noch einen letzten Tipp für mich: „Damit Du morgen nicht soviel Muskelkater hast und den wirst Du haben, trinke noch Milch heute Abend“. Vor meiner Rückkehr in die FT-Redaktion besorge ich mir einen halben Liter Milch, den ich gemütlich nach der Trainingsstunde trinke. Bis auf ein leichtes Ziehen in den Schulterblättern merke ich nichts. Noch nichts.
Weitere Teile sind derzeit in Planung und folgen in Kürze.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.