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Das GTI Cabrio sorgt für Gaudi hinterm Lenkrad, vor allem bei Sonnenschein.

Kultig, bissig und brandneu

Durchstarten mit dem VW Golf GTI Cabrio

Golf! Cabrio! GTI! Das gab’s noch nie! In der sechsten Golf-Generation gibt es das Cabrio jetzt auch erstmalig als GTI. Wir fuhren das Auto, auf das VW-Fans schon seit 33 Jahren warten.

 GTI-Schriftzug im Kühler? An seinem Platz! Protz-Felgen in Schaufelrad-Optik? Aufgezogen! Feuerlöscher? Unterm Beifahrersitz! Karierte Sitze – vorhanden! Kleinkariert und spießig ist der neue Frischluft-GTI (ab 31.350 Euro) dennoch nicht.

Das neue Golf GTI Cabriolet

VW Weltpremiere: Das neue Golf GTI Cabriolet

Der Sommer ist schon da! VW präsentiert das stärkste Golf Cabrio aller Zeiten. © VW
VW adelt sein Cabrio mit 220 PS und mit einem schärferen Fahrwerk. © VW
Sommer in 9,5 Sekunden: Das Stoffverdeck öffnet sich elektrohydraulisch und schließt sich bis Tempo 30 in 11 Sekunden. © VW
Sportlenkrad - Sportsitze mit Karomuster © VW
Aus dem Stand spurtet das Cabrio in 7,3 Sekunden auf 100 km/h. Spitze fährt das - leider nur geschlossen - Cabriolet Tempo 237. © VW
Das neue Golf GTI Cabriolet ist mit 6-Gang-Schaltgetriebe und dem Pendant mit 6-Gang-DSG (Doppelkupplungsgetriebe) zu haben. © VW
Der Normverbrauch liegt bei 7,6 Litern auf 100 Kilometern sowie 177 g/km als entsprechende CO2-Emission (DSG: 7,7 l/100 km und 180 g/km CO2). © VW

Er ist ein Rennauto mit Spitzen-Straßenlage, ein Fahrgerät, das wie Kautschuk am Boden klebt. Da macht der Honda Civic schon gerne mal Platz auf der Autobahn, wenn der Kühlergrill des GTI im Rückspiegel auftaucht, leider hat sich der SLS Cabrio vor uns, im gleichen Sportrot gehalten, nicht erweichen lassen, die Spur zu fegen …

Karierte Bezüge, aber deshalb nicht kleinkariert

Das DCC-Fahrwerk (965 Euro) ist lässig und wer mag, kann ja auf Komfort oder Normal stellen, aber ist das normal bei einem GTI? Normal ist Sport und so fährt sich der Volksporsche aus Wolfsburg auch, wenn man die Automatik des Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebes auf S stellt. Dann brettert der GTI los wie eh und je, nur dass er im Vergleich zum ersten Modell, das uns damals ein „wow, der hat 110 PS“ abnötigte, fast das Doppelte an Pferdestärken aufbietet.

Geblieben ist das leichte Wegschmieren der Vorderräder, wenn man den Kick-Down betätigt. So schön kann Nostalgie sein, wenn das Vorderteil sich aufbäumt wie ein Pferd, das bei einer Rodeo zugeritten werden muss, und der Gummi über den Asphalt schubbert.

Der Abzug gut (0 auf 100 in 7,2 Sekunden), besonders aufregend natürlich in den höheren Drehzahlen, aber auch im unteren bis mittleren Bereich ist genug Drehmoment und Schub da, um die GTI-Coolness nicht durch häufiges Schalten zu verlieren. Beim Sound haben die VW-Techniker ein leicht brabbelndes Geräusch hinbekommen, das in ein sattes Plopp umschlägt, wenn man vom Gas geht. Hört sich an wie die Schubabschaltung eines Raumschiffs. Apropos Sound: Die Anlage klingt sensationell gut, damit verbunden die Nachricht an alle GTI-Fans: man muss nicht mehr die gesamte

VW Golf GTI Cabrio

Hutablage als Bass-Reflexzone umbauen. Und noch ein Wort zum Stoffdach – es öffnet sich flott und wie geschmiert in 9 Sekunden.

Jetzt könnte man am Schluss noch ein wenig rummäkeln: Am kleinen Kofferraum (250 Liter), am nüchternen Instrumentarium (zu wenig verspielt, aber alles ist am Platz und alles ist logisch) und am Verbrauch (die angegebenen 7,6 Liter sind utopisch, 9 Liter realistisch). Aber: Wenn es ein Auto schafft, den von Vorurteilen beladenen Autoren so zu überzeugen, dass er hinterher GTI-Fan ist, dann muss das Auto gut sein.

RDF

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