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Tesla-„Autopilot“: Leitender Ingenieur gibt Täuschung mit Werbevideo zu

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Ein Tesla-Video sollte die Fähigkeiten des „Autopiloten“ demonstrieren – nun verrät ein leitender Ingenieur, dass dabei getrickst wurde.

Noch vor einigen Jahren war der Hype um Tesla riesig: Die Fahrzeuge aus dem Hause von Elon Musk (51) begeisterten viele mit ihrer Beschleunigung, ihrer Reichweite – und dem riesigen Display in der Mitte des Armaturenbretts. Vor allem ein Feature rief nahezu grenzenlose Begeisterung hervor: der „Autopilot“. Gefühlt war Tesla der Konkurrenz mit diesem System Lichtjahre voraus. Doch nach und nach zeigten sich die Gefahren. Oftmals wird das System von den Besitzern in seinen Fähigkeiten überschätzt – denn es handelt sich dabei maximal um ein sogenanntes Level-2-System, das ständig vom Fahrer überwacht werden muss. Vor allem ist es der Name, der in die Irre führt – inzwischen droht Tesla in den USA wegen vermeintlich falscher Versprechungen auch juristischer Ärger. Es ist nur eines von vielen Problemen, mit denen der Autobauer aktuell kämpft. Und nun kommt ein weiteres hinzu: Ein leitender Ingenieur der „Autopilot“-Entwicklung hat ausgesagt, man habe bei einem Werbevideo getrickst.

Tesla-„Autopilot“: Leitender Ingenieur gibt Täuschung mit Werbevideo zu

Das Video stammt aus dem Jahre 2016 (es ist hier zu finden) und soll die Fähigkeiten des „Autopilot“-Systems zeigen. Am Beginn werden zwei Sätze eingeblendet: „Die Person auf dem Fahrersitz befindet sich dort nur aus rechtlichen Gründen. Der Fahrer macht nichts, das Auto fährt von selbst.“ Dann beginnt der Clip, in dem eine längere – angeblich autonome – Fahrt zu sehen ist. Im Hintergrund läuft der Rolling-Stones-Song „Paint it Black“. Am Schluss steigt der Fahrer aus und der Wagen sucht sich selbstständig einen Parkplatz und parkt ein. Auf Twitter schrieb Tesla-Chef Elon Musk: „Tesla fährt eigenständig (ohne jegliches menschliches Eingreifen) durch Stadtstraßen und über Autobahnen – und findet dann einen Parkplatz.“ Doch ganz offensichtlich war dem nicht ganz so.

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Tesla trickst bei „Autopilot“-Werbevideo: Mitarbeiter mussten mehrfach eingreifen

Wie Ashok Elluswamy, Leiter der Softwareentwicklung für Teslas Fahrassistenzsystem Autopilot, vor einem kalifornischen Gericht aussagte, hätten Tesla-Mitarbeiter mehrfach in die Fahrt des Model X eingreifen müssen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Testwagen sei beim Versuch, das automatische Einparken zu demonstrieren, sogar gegen einen Zaun gekracht. Auf die Frage, ob das Video aus dem Jahr 2016 die Funktionen des „Autopilot“-Systems zeige, die damals in Serienfahrzeugen verfügbar waren, antwortete Elluswamy: „Das tut es nicht.“

Die nun bekannt gewordene Aussage des Ingenieurs stammt bereits aus dem Juli 2022 – und kam im Rahmen eines Prozesses um einen tödlichen Unfall eines ehemaligen Apple-Ingenieurs im Jahr 2018 zustande. Walter Huang war damals in seinem Tesla mit aktiviertem „Autopilot“ verunglückt.

Ein Tesla Lenkrad, Hände
Bei einem Werbevideo für den „Autopilot“ hat Tesla getrickst, wie nun ein leitender Ingenieur vor Gericht aussagte. (Symbolbild) ©  ZUMA Press/Imago

Teslas umstrittener „Autopilot“: System zeigt immer wieder große Schwächen

Teslas „Autopilot“ hat bis heute große Schwächen, wie kürzlich deutsche TV-Journalisten mit einem Model Y zeigten. Wie schnell auch die höchste Ausbaustufe „Full Self-Driving“ (FSD) in der Beta-Version an ihre Grenzen stößt, demonstrierte vor einiger Zeit ein YouTuber. Immer wieder gibt es auch Fälle, in denen umstritten ist, ob wirklich der „Autopilot“ schuld war oder nicht vielleicht doch der Fahrer selbst einen Fehler gemacht hat – wie kürzlich bei einem Serien-Unfall in einem Tunnel in San Francisco. Für einige Zeit setzte Tesla bei seiner „Autopilot“-Technik sogar allein auf Kameras – inzwischen wollen die Texaner aber wieder Radar-Sensoren verbauen.

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