Polit-Stars und Hollywood-Glanz

Wiener Opernball 2018: Warum Mörtel Lugner diesmal nicht im Mittelpunkt steht

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„Mörtel“ Lugner hat Melanie Griffith zum Wiener Opernball eingeladen.

Es kommen: die Reichen, die Schönen, die Wichtigen, die weniger Wichtigen, die Walzerfreunde und die Fans des Blitzlichtgewitters. Es ist Opernball in Wien. Diesmal wird es nicht die Lugner-Solo-Show.

Wien - Rund 5000 Gäste werden am Donnerstagabend zum diesjährigen Wiener Opernball erwartet. Dieses Mal richtet sich das Interesse der Medien nicht allein auf den 85-jährigen Richard „Mörtel“ Lugner, der für den Ball die US-Schauspielerin Melanie Griffith (60) angeheuert hat. Auch Österreichs neuer Kanzler Sebastian Kurz wird im Rampenlicht stehen. Der 31-Jährige, der solche Events eigentlich weniger schätzt, ist das erste Mal beim Opernball und nutzt die Gelegenheit zu politischen Ausrufezeichen. Neben seiner Freundin bringt er auch zwei Gäste mit, die mit ihrem Engagement und ihrem Outing Schlagzeilen gemacht haben.

So wird die Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie, die sich dem Kampf gegen die Genitalverstümmelung von Frauen verschrieben hat, in der Kanzler-Loge Platz nehmen. Und der irische Ministerpräsident Leo Varadkar kommt auf Einladung von Kurz mit seinem Partner Matthew Barrett. Der 39-jährige Varadkar hatte sich 2015, damals Gesundheitsminister, als homosexuell geoutet - ein im tief katholischen Irland mutiger Schritt. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat als Gast den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko dabei.

Demo „Eat the Rich“ weit entfernt vom Opernhaus

Eröffnet wird der wichtigste Ball Österreichs gegen 22 Uhr wie stets von 144 Debütantenpaaren, die damit ihren ersten großen gesellschaftlichen Auftritt haben. Unter ihnen ist erstmals auch ein Paar mit Down-Syndrom. Die 25-jährige Swatina Wutha und der 23-jährige Felix Röper absolvieren gerade eine Ausbildung zu Tanz-Assistenten.

Begleitet wird der Ball von einer Demonstration. Unter dem Motto „Eat the Rich“ hat die Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ) zum Protest gegen die soziale Ungleichheit im Land aufgerufen. Aufgrund der Platzsperren werden die Demonstranten - es werden einige hundert erwartet - in weiter Entfernung vom Opernhaus ihre Kundgebung machen.

Ball lässt die Kassen klingeln

Lugner, der seit rund 25 Jahren prominente Gäste meist aus Hollywood gegen Bezahlung als Begleitung engagiert, war ursprünglich gar nicht zufrieden mit seiner Loge. Sie liegt nur im 2. Rang statt wie gewünscht im 1. Rang. Der Staatsoper ist die Prominenz seines Auftritts stets ein Dorn im Auge. Lugner hat jedenfalls infrage gestellt, ob er unter diesen Bedingungen weiterhin den Staatsball besuchen wird. Aber der charmante Auftritt von Griffith beim ersten gemeinsamen Pressetermin dürfte den Besitzer eines Einkaufszentrums besänftigt haben.

Auf der Gästeliste stehen diesmal auch US-Schauspielerin Lily James („Cinderella“, „Die dunkelste Stunde“), Schauspieler Heiner Lauterbach, Ex-Pornodarstellerin Sibylle Rauch und Modedesigner Harald Glööckler.

Der Ball ist für die Staatsoper ein einträgliches Geschäft. Unterm Strich verblieb zuletzt ein Gewinn von deutlich mehr als einer Million Euro.

dpa

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