Rassismus-Vorwürfe gegen Moderator

Thomas Gottschalk erntet Shitstorm für Witz über Osteuropäer - nun zeigt er Reue

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Thomas Gottschalk.

Ein Witz von Thomas Gottschalk auf Twitter hat einen Shitstorm ausgelöst. Dem Moderator wird Rassismus vorgeworfen und deshalb sogar mit Gewalt gedroht.

Update vom 12. Oktober 2018: Der Moderator steht nach der Ausstrahlung seiner neuen Show erneut in der Kritik. Die Sängerin Dagmar Federic warf Thomas Gottschalk nach der Sendung Ignoranz vor.

München - Was für den einen ein harmloser Witz ist, findet ein anderer gar nicht zum Lachen. Die Meinungen gehen auch bei einem aktuellen Tweet von Thomas Gottschalk auseinander.

Am Samstag postete der Moderator ein Bild, das knapp 250 Mal geteilt, über 300 Mal kommentiert und über 2000 Mal mit Gefällt-Mir markiert wurde (Stand 29.01.18, 15:40 Uhr). Für seine humorvoll gemeinte Aussage hagelt es von einigen Usern aber große Kritik. Mittlerweile hat er seine Aussage bereut.

Rassismusvorwürfe wegen Bild auf Twitter

Gottschalk schrieb am Samstag: „Hab meine DNA aufschlüsseln lassen. Afrika war ja klar. Aber über 50% Prozent Osteuropäer! Deswegen hab ich als Kind so geklaut.“ Darunter eine Grafik mit Prozentangaben zu verschiedenen Herkunftsländern.

Einige Twitter-User finden Gottschalks Witz so gar nicht lustig. „Was für ein dämlicher, dummer, xenophober Witz“, schreibt Maria H..

Dem Moderator wird neben rassistischen Aussagen auch vorgeworfen, er würde damit verzweifelt nach Ruhm suchen. Der User bjoernMaHe sagt über Gottschalks DNA-Statistik: „Wenigstens der rechte Rand freut sich über so ein wenig Rassismus. Irgendwoher müssen ja auch im Lebensabend die Fans kommen.“

„Kann man heute keine Witze über Nicht-Deutsche machen?“

Den Humor von einigen Usern hat Gottschalk aber doch getroffen. Sie nehmen ihn in Schutz und können den Shitstorm nicht verstehen. „Unglaublich wie viele schon wieder ‚Rassismus‘ schreien. Kann man heute keine Witze über „Nicht-Deutsche“ machen ohne ein Rassist zu sein? Blondinenwitze gehen aber noch, oder? Kranke, geistig verkümmerte Gesellschaft“, meint Bernd K. zu den Vorwürfen der anderen User.

Gewaltdrohungen gegen Gottschalk

Die Kritik an seinem umstrittenen Tweet eskalierte schnell. Dem Moderator soll sogar Gewalt angedroht worden sein. Daraufhin meldete sich einen Tag nach der Veröffentlichung Else Buschheuer, die Gottschalks Account betreut, zu Wort: „Wortmeldung als @herbstblond Administratorin: 22 Mal wurde sein DNA-Tweet an Twitter gemeldet. Ich hab zwei Leute gesperrt, die ihm dafür Gewalt androhen oder dazu aufrufen. Habt ihr eigentlich noch alle Latten am Zaun? Soll man für einen Witz wieder in den Knast wie zu DDR-Zeiten?“

Gottschalk bereut Tweet

Bei einer Diskussion in München mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx zum 50-jährige Bestehen der katholischen Journalistenschule ifp, (Gottschalk wurde dort 1974 ausgebildet) bereute Gottschalk nun den Tweet. Dies sei ein „blöder Witz“ gewesen. Er habe sich missverständlich ausgedrückt, sagte er und stellte klar: „Ich bin und werde nie ein Feind von irgendjemand sein - Ausländern, Inländern, egal.“

Vor ein paar Monaten bezeichnete

der Moderator Twitter als „Lizenz zum Blödeln“

. Der erste Shitstorm stünde noch aus, er arbeite daran, sagte der 67-Jährige damals.

Auch interessant: Anfang des Jahres löste die Modekette H&M mit diesem Pullover einen riesigen Rassismus-Skandal aus.

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