Goldene Stunde

Fotospiel mit Licht und Schatten

Fast vorbei: Die goldene Stunde macht hier schon langsam der blauen Stunde Platz. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn
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Fast vorbei: Die goldene Stunde macht hier schon langsam der blauen Stunde Platz. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn

Die goldene Stunde hält zahlreiche Lichtstimmungen und -farben bereit. Der richtige Umgang damit ist aber eine Herausforderung für jeden Hobbyfotografen. Wie gelingen stimmungsvolle Aufnahmen?

Hannover (dpa/tmn) - Quasi als Abschiedsgeschenk an den Tag flutet die Sonne den Himmel mit warmem Licht. Die sogenannte goldene Stunde ist angebrochen.

Genau genommen bekommen Fotografen das begehrte, goldgelbe bis orange Licht aber nicht nur kurz vor Sonnenuntergang vor die Linse, berichtet das Fachmagazin "c't Fotografie" (Ausgabe 4/20). Es entsteht auch kurz nach Sonnenaufgang - ein wolkenloser Himmel jeweils vorausgesetzt.

Das Gute an dieser speziellen Stimmung: Es ist genügend Licht vorhanden, so dass selbst Schnappschüsse mit dem Smartphone oft ohne Weiteres gelingen, erklären die Experten. Nur wer Spezielles wie Lichtsäume oder Silhouetten einfangen möchte, benötigt eine Kamera, die manuelle Einstellungen und Objektivwechsel zulässt.

Kein Schatten im Schatten

Haben Fotografin oder Fotograf die Sonne im Rücken, spricht man von Auflicht. Hierbei passiert es oft, dass der eigene lange Schatten ins Bild hineinragt. Wer das verhindern möchte, stellt sich in den Schatten eines Baumes oder Felsens.

Ansonsten liefert die goldene Stunde beste Bedingungen für Gegenlichtaufnahmen, die mit langen Schatten und dem Verlauf von Lichtfarben spannend und lebendig wirken können - wenn man den Dynamikumfang in den Griff bekommt. Denn der sonnendurchflutete Himmel ist deutlich heller als der Vordergrund. Hier kann es helfen, Belichtungsreihen aufzunehmen, im HDR-Modus zu fotografieren oder einen Grauverlaufsfilter zu benutzen.

Gefährliches Sonnenlicht

Achtung: Niemals darf man direkt in die hell scheinende Sonne fokussieren und auch von Langzeitbelichtungen direkt ins Sonnenlicht sollte man absehen, warnen die Experten. Augen und Kamera könnten dauerhaft geschädigt werden. Stattdessen empfiehlt es sich, falls möglich, die Streulichtblende zu verwenden.

Ansonsten sollte man während der goldenen Stunde auf den Bildaufbau achten: Ist dieser gut, lässt sich die Tiefenwirkung der durch das flach einfallende Licht besonders langen Schatten unterstreichen. Eine Möglichkeit der Aufteilung: etwa zwei Drittel Himmel für den Hintergrund und ein Drittel Landschaft im Vordergrund, fotografiert mit einem Weitwinkelobjektiv.

© dpa-infocom, dpa:200821-99-253825/2

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