Die Puppen tanzen lassen
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Einmal selbst als Regisseurin oder Regisseur die Puppen tanzen lassen: Diesen Kinderwunsch will Vidiyo erfüllen.

Interaktives Spielkonzept

Lego Vidiyo: Musikvideos drehen in einem sicheren Netzwerk

In einem Musikvideo Regie führen: Davon träumen auch viele Kinder, die für Tiktok noch zu jung sind. Diese Lücke will nun Lego besetzen mit einem Spielzeug, bei dem die Bauklötze fast nur Kulisse sind.

Billund - Für dieses Spielzeug-Set hat sich Lego mit einem großen Musiklabel verbündet. Zusammen mit Universal Music bietet der Bauklötzchenkonzern das interaktive Spielkonzept Lego Vidiyo an, das sich an Kinder zwischen sieben und zehn Jahren richtet.

Diese müssen allerdings zum Spielen ein Smartphone oder Tablet benutzen können, denn ohne die entsprechende Vidiyo-App läuft nichts.

Bevor die Kinder dann ihr Talent in der Regie eines Musikvideos unter Beweis stellen können, ist doch noch ein wenig klassisches Lego-Vergnügen angesagt: Zuerst werden die musizierenden Minifiguren, sogenannte Beatboxen und die ebenfalls im Set enthaltenen Beatbits zusammengebaut. Das ist in wenigen Minuten erledigt.

Beatbits sehen aus wie kleine Schallplattencover und repräsentieren die Effekte, die später in den Videos angewendet werden. Eine Beatbox hat Platz für bis zu 16 Beatbits und kann individuell bestückt und verziert werden.

Punk oder Tropical House?

Bei der Musik können die Kinder verschiedene Genres verwenden. Zur Auswahl stehen Punk oder Tropical House, aber auch Candy Pop und Hip-Hop. Das eigentliche Spiel beginnt dann durch das Scannen der Beatbox in der App. Das sieht dann so ähnlich aus wie im populären Augmented-Reality-Spiel Pokemon Go.

In der App wird dann die eigene Band mit bis zu drei Figuren zusammengestellt und man legt Namen sowie Albumcover fest. Damit wirklich alles kindgerecht abläuft und keine Obszönitäten verwendet werden, können die Kinder den Bandnamen nur aus vorgegeben Worten zusammenstellen, so dass etwa Acid Occupation oder Honey Waders dabei herauskommt.

Die Bandmitglieder können dann auch noch individuell gestylt werden, ähnlich wie bei Simulations-Spielen. Sehr erfreulich ist, dass Lego hier der Versuchung widerstanden hat, sich eine zusätzliche Einnahmequelle zu eröffnen. Es gibt keinen In-App-Store, in dem virtuelle Gegenstände gekauft werden können oder müssen.

Start mit 30 Songs

Sobald man das Spielzeug eingescannt hat, stehen aus dem Fundus von Universal zum Start 30 Songs zu Verfügung. Und es kommen alle zwei Wochen neue Songs dazu, so dass man innerhalb des ersten halben Jahres ungefähr 50 Songs verschiedene Songs zur Auswahl hat.

Die quadratischen Beatbits-Plättchen schalten nach dem Scannen dann digitale Effekte frei, die in dem Musikvideo zum Einsatz kommen. So kann man mit den Beatbits die Kostüme der Minifiguren wechseln, sie zu bestimmten Tanzbewegungen animieren, zusätzliche Soundeffekte aktivieren oder bestimmte Filter anwenden. Es ist aber auch möglich, einen Konfetti- oder Luftballonregen vom Himmel fallen zu lassen und die Akteure mit Cupcakes zu überschütten.

Die quadratischen Beatbits-Plättchen schalten nach dem Scannen die gewünschten digitalen Effekte frei.

Wer sich von den vielen Optionen etwas überfordert fühlt, kann sich vor dem Dreh auch erst einmal durch das Vidiyo-Netzwerk inspirieren lassen, wo Videos anderer Lego-Spielerinnen und -Spieler zu sehen sind. Dieser Bereich in der App sieht aus wie Tiktok oder Youtube, doch auch hier können die Eltern sicher sein, dass die Kleinen nur harmlose Inhalte zu Gesicht bekommen.

Video-Prüfung vor dem Teilen

Clips, die mit Freunden geteilt werden, sind zwischen 5 und 20 Sekunden lang. Ein Moderationsteam bei Lego stellt sicher, das in den hochgeladenen Videos keine Menschen oder menschliche Figuren zu sehen sind, sondern nur die animierten Klötzchenfiguren in einer Augmented-Reality-Umgebung. Auch andere Inhalte wie Texte auf Plakaten, die persönliche Informationen enthalten könnten, werden nicht zum Upload freigegeben.

Und selbst bei den Kommentaren gibt es einen rigiden Kinderschutz, weil diese nicht frei getippt werden dürfen, sondern nur aus einem vorgegebenen Set harmloser Emojis formuliert werden können. Die Kontrolle der Videos dauert ein paar Minuten, funktionierte im Test aber einwandfrei.

Will man das Video nicht online mit anderen teilen, sind die Regeln nicht so streng. Hier dürfen dann auch die Kinder selbst oder andere persönliche Inhalte im Bild zu sehen sein.

Ein Set für 20 Euro

In der Vidiyo-App kann es dann schon passieren, dass die Kinder so tief eintauchen, dass sie die Zeit vergessen und dadurch doch etwas länger vor dem Bildschirm sitzen, als es sinnvoll wäre.

Ohne App läuft nichts: Um Vidiyo spielen zu können, müssen Kinder ein Smartphone oder Tablet nutzen.

Die Sets von Lego Vidiyo, die nur aus wenigen Bausteinen bestehen, sind mit Preisen ab 20 Euro aufwärts vergleichsweise teuer. Die App für Android und iOS ist allerdings kostenlos und erfasst keine personenbezogenen Daten. Frühe Versionen hatten noch oft einen Hänger. Nach einem Update läuft die App aber inzwischen stabil. dpa

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