Zwei Jugendliche hantieren mit brennbarer Flüssigkeit / Kanister explodiert / Vollalarm für Burger Feuerwehr

15-jähriger Junge schwer verletzt

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Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Burg halten Abstand, als der Rettungshubschrauber neben der Lagerhalle zur Landung ansetzt.

FEHMARN -lb- Bei einem Feuer in einer Lagerhalle in der Gorch-Fock-Straße wurden am Montagnachmittag gegen 16.20 Uhr zwei Jugendliche verletzt. Einer von ihnen, ein 15-Jähriger aus Kaltenkirchen, erlitt schwere Verbrennungen und musste mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik nach Lübeck geflogen werden.

„Offenbar haben die Jungs mit einer nicht bekannten brennbaren Flüssigkeit hantiert. Sie müssen einen Kanister angezündet haben, der ihnen dann um die Ohren geflogen ist. Ein Junge hat sich dabei massive Verbrennungen zugezogen“, erklärte Wehrführer Dirk Westphal auf FT-Nachfrage. Die Burger Wehr wurde per Vollalarm alarmiert und rückte sofort mit 30 Einsatzkräften an. Einsatztechnisch sei es keine „große Sache“ gewesen. „Wir hatten das Feuer schnell unter Kontrolle und dementsprechend auch schnell aus“, so Westphal weiter.

Feuerwehr und Polizei untersuchen den Ort des Geschehens.

Nach Polizeiangaben entstand an der Lagerhalle ein geringer Schaden an der Holzfassade. Fehmarns stellvertretender Polizeichef Jörg Ehlert war mit fünf Kollegen vor Ort. „Bei den beiden Jungen handelt es sich um Cousins“, erklärte Ehlert am Montagabend auf FT-Nachfrage. Die Polizei habe den leicht verletzten zweiten Jungen (16) Jungen in der Inselklinik vernehmen können. Nach Schilderung des 16-Jährigen waren die Cousins, die auf Fehmarn mit ihrer Familie den Urlaub in einem Apartmenthaus verbringen, mit ihren Fahrrädern unterwegs. Nach einem Einkauf wollten die Jungen zurückfahren und entdeckten dabei die Lagerhalle und einen Zwei-Liter-Kanister aus Plastik mit einer gelben Flüssigkeit.

Eltern bis 20 Uhr noch nicht ausfindig gemacht

„Mit seinem mitgeführten Feuerzeug zündete der 16-jährige Junge den Kanister an“, schilderte Ehlert weiter. Dabei sei es zunächst zu einer leichten Rauchentwicklung gekommen und dann sei der Kanister explodiert. Bei seiner Vernehmung habe sich der Jugendliche sehr kooperativ gezeigt. Er habe das Apartmenthaus zwar vage beschreiben können, jedoch konnte der Junge keine Adresse nennen. Die Polizei habe die anderen Familienmitglieder deshalb gestern bis gegen 20 Uhr noch nicht verständigen können.

„Bei den infrage kommenden Häusern haben wir ohne Erfolg geklingelt“, berichtete Ehlert weiter. Zum Gesundheitszustand des 15-jährigen Jungen konnte Ehlert gestern Abend keine weiteren Angaben machen: „Ob er in Lebensgefahrt schwebt, weiß ich nicht.“

Die Kriminalpolizei Oldenburg hat umgehend die Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen.

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