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191 Softairwaffen: Zoll verhindert Schmuggel im Fährhafen Puttgarden

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Von: Manuel Büchner

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Insgesamt 191 Softairwaffen stellte der Zoll im Fährhafen Puttgarden sicher. © Hauptzollamt Kiel

Der Zoll schaute am Fährhafen Puttgarden genau hin und entdeckte in einem Kleintransporter aus Polen fast 200 Softairwaffen, die der Fahrer unbemerkt nach Dänemark schmuggeln wollte.

Im Rahmen einer Intensivkontrolle am Fährhafen in Puttgarden stellten Zöllnerinnen und Zöllner des Hauptzollamts Kiel in der Nacht auf Montag insgesamt 191 Softairwaffen in einem Kleintransporter sicher. Darüber informierte heute (23. Februar) das Hauptzollamt Kiel.

Die Einsatzkräfte kontrollierten in der Ausreisespur einen Kleintransporter mit polnischem Kennzeichen, der von Polen nach Dänemark unterwegs war.

Waffen im hinteren Teil der Ladefläche entdeckt

Auch Nachfrage legte der Fahrer einen Frachtbrief vor, wonach er Elektronikartikel und Stahlerzeugnisse geladen hatte. Bei der Kontrolle der Ladung schauten die Zöllner allerdings genau hin und kletterten auch in den hinteren Teil der Ladefläche, wo sie eine Palette mit mehreren Kartons entdeckten, die nicht auf dem Frachtbrief aufgelistet waren.

Gegen Fahrer Strafverfahren eingeleitet

In den Kartons fanden die Beamten 39 Softairwaffen mit einer Geschossenergie von 0,5 bis 2,7 Joule, bei denen die vorgeschriebene Kennzeichnung fehlte. Weitere 152 Softairwaffen hatten zudem keine CE-Kennzeichnung. Alle Waffen wurden sichergestellt. Gegen den Fahrer wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Umgangs mit verbotenen Waffen in Verbindung mit Bannbruch (Einführung vom Geräten trotz Verbot) eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Hamburg, mit Dienstsitz in Kiel, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lübeck.

Was sind Softairwaffen?

Softairwaffen sind Geräte, die über Federdruck, Gas oder ein elektromechanisches Druckluftsystem Rundkugeln verschießen. Sie werden in der Regel für Gelände- und Verfolgungsspiele verwendet. Erlaubnisfrei sind sie, wenn die Geschossenergie unter 0,5 Joule liegt. Softairs mit einer Geschossenergie zwischen 0,5 und 7,5 Joule sind mit einer Altersfreigabe von 18 Jahren zwar frei erhältlich, dürfen in der Öffentlichkeit jedoch nicht geführt werden. Zusätzlich muss das Prüfzeichen „F“ in einem Fünfeck auf der Softair vermerkt sein.

Vollautomatische Softairs sind in Deutschland verboten und dürfen weder besessen noch geführt werden. Ab einem Joulewert von über 7,5 handelt es sich auch bei Softairs um erlaubnispflichtige Waffen, die nur mit einer Waffenbesitzkarte erworben und besessen werden dürfen. Sofern Softairwaffen echten Waffen täuschend ähnlichsehen, fallen sie ungeachtet ihrer Geschossenergie unter die waffenrechtlichen Regelungen der sogenannten Anscheinswaffen.

Sie müssen in verschlossenen Behältnissen transportiert werden und dürfen weder schussbereit noch zugriffsbereit sein. Ihre Benutzung ist nur innerhalb befriedeter Besitztümer erlaubt.

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