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Damit war im Vorwege nicht unbedingt gerechnet worden: Freie Fahrt für alle Verkehrsteilnehmer auf der Fehmarnsundbrücke – wenigstens für einige wenige Stunden gestern Nachmittag.

„Xaver“ sorgt für Vollsperrung der Fehmarnsundbrücke – Erste Einsätze laufen erst gegen 18.30 Uhr auf

21.50 Uhr: Lkw stürzt auf Brücke um

FEHMARN - Von Andreas Höppner Am Donnerstag (5. Dezember) fegte Orkantief „Xaver“ mit schweren Sturm- und Orkanböen über die Insel. Doch am Tage war es weniger schlimm als von den Meteorologen im Vorwege befürchtet. Vormittags hatte es zwar eine Teilsperrung der Fehmarnsundbrücke gegeben, nachmittags war diese sogar für einige Stunden aufgehoben worden, da der Sturm längs der Fahrtrichtung aus Südsüdwest blies. Abends änderte sich die Windrichtung jedoch, sodass es zu ersten Vollsperrungen kam.

Gegen 21.50 Uhr verunglückte auf der Sundbrücke in Fahrtrichtung Norden ein Lkw, der versucht hatte, vom Festland aus nach Fehmarn zu kommen. Zunächst war gar angenommen worden, dass es sich um einen Reisebus handelt. Diese Vermutung bestätigte sich nach Mitteilung der Feuerwehr nicht. Nach Angaben des Burger Wehrführers Friedrich Rathjen sind bei dem Unglück zwei Personen verletzt worden. Der Lkw konnte gestern nicht geborgen werden, da Sturm und Schneeschauer die Sicht auf 40 Meter begrenzten. Weitere Erkenntnisse lagen bis 22.55 Uhr nicht vor. Wir berichten in unserer nächsten Ausgabe. Bis in die Abendstunden hinein hatten die Einsatzkräfte von Fehmarns Feuerwehren einen ruhigen Tag gehabt. „Bislang gab es noch nichts“, so Gemeindewehrführer Volker Delfskamp, der den Höhepunkt des Sturms für die Nacht erwartete.

Orkantief "Xaver" zieht über Fehmarn hinweg

Orkantief "Xaver" zieht über Fehmarn hinweg

Damit war im Vorwege nicht unbedingt gerechnet worden: Freie Fahrt für alle Verkehrsteilnehmer auf der Fehmarnsundbrücke – wenigstens für einige wenige Stunden am Donnerstag. © Fehmarn24/Höppner
Ein Loch im Dach eines Hauses in Lemkendorf dichteten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Dänschendorf gestern Abend provisorisch ab. © Fehmarn24/Gamon
Günter und Katrin Goldenbow schauen dem Einsatz gebannt zu. © Fehmarn24/Gamon
Zum Glück nur leicht verletzt wurde der Fahrer dieses Kleintransporters. Eine Sturmböe hatte das Fahrzeug erfasst und auf die Gleise neben der B 207 geworfen. © Fehmarn24/dny
Dem 14 Meter hohen Weihnachtsbaum auf dem Burger Marktplatz wurde von den Mitarbeitern des Bauhofes vorsichtshalber eine Sicherheitszone verpasst, damit im Falle eines Falles, wenn der Baum kippen sollte, kein Passant zu schaden kommt. © Fehmarn24/ga
Die Scandlines-Fähren auf der Route Puttgarden/Rødby haben am Donnerstag ihren Betrieb aufrechterhalten. © Fehmarn24/lb
Dieser beim Tourismus-Service-Fehmarn am Südstrand aufgestellte Weihnachtsbaum wurde vorsorglich an einer mit einem Findling beschwerten Baggerschaufel befestigt. © Fehmarn24/ga
Fest vertäut dümpeln die Segelboote windgeschützt im Orther Hafen © Fehmarn24/nic
Orkan „Xaver“ macht es möglich: Ein Inter-City auf der Strecke Kopenhagen – Hamburg schleicht gestern Nachmittag mit 40 km/h über die Fehmarnsundbrücke © Fehmarn24/hö
Am Donnerstagnachmittag in Lemkenhafen. Der Sturm hat das Wasser aus der Bucht herausgedrückt. © Fehmarn24/nic
Vor einer roten Ampel wird gestoppt – auch auf der Fehmarnsundbrücke. Nicht alle halten sich offenbar an die Verkehrsregeln, sie wagen bei Sturm den „Ritt“ über die Brücke © Fehmarn24/dny

„Wir müssen abwarten, wir sind aber vorbereitet“, versicherte er. Und auch bei der Polizei-Zentralstation Burg waren bis gestern Abend gegen 18 Uhr keine sturmbedingten Einsätze zu verzeichnen. Möglicherweise hat hierzu aber auch die Besonnenheit der vorgewarnten Bevölkerung beigetragen, denn es war, abgesehen von den Stoßzeiten zu den Fähr-ankünften in Puttgarden, auf den Straßen viel weniger Verkehr zu verzeichnen als an „normalen“ Wochentagen. Die Parkplätze in der Stadt und vor den Discountmärkten waren meist nur lückenhaft besetzt – wer nicht unbedingt vor die Tür musste, der blieb offenbar zu Hause in den eigenen vier Wänden. Allerdings liefen gegen 18.30 Uhr die ersten Einsätze bei der Leitstelle auf, darunter ein Unwettereinsatz in Lemkendorf. Hier hatte sich bei einem Haus ein Teil der Dachverkleidung gelöst. Die Freiwillige Feuerwehr Dänschendorf rückte in einer Stärke von zwölf Mann aus und dichtete das entstandene Loch provisorisch ab. Um 19.10 Uhr wurde ein Verkehrsunfall auf der B 207 zwischen Burg und Puttgarden gemeldet. Hier war ein Kleintransporter von einer Sturmböe erfasst worden und auf das neben der Fahrbahn entlangführende Bahngleis geschleudert worden. Nach Angaben der Polizei kam der Fahrer bei diesem Unglück mit leichten Verletzungen davon. Wind und Wellen trotzte die Reederei Scandlines, die gestern den Fährbetrieb auf der Route Puttgarden/Rødby wie angekündigt aufrecht-erhielt. Die Linie Rostock/Gedser wurde jedoch im Laufe des Tages eingestellt. Sie soll heute Mittag wieder aufgenommen werden.

Bahn fährt mit 40 km/h über die Sundbrücke

Größere Probleme hatte hingegen die Deutsche Bahn, die im Laufe des gestrigen Nachmittags den Fernverkehr im Land einstellte. Im Regionalverkehr kam es auf allen Strecken zu Behinderungen, da auch auf der Vogelfluglinie ab 12 Uhr nur noch mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h gefahren wurde. Der ASB Heiligenhafen ist an seinen Standorten Fehmarn und Heiligenhafen vorbereitet, sollten zum Beispiel Kraftfahrer versorgt werden müssen, die an den Auffangparkplätzen vor der Fehmarnsundbrücke für längere Zeit bei einer Brückensperrung ausharren müssen. Nach Angaben von ASB-Geschäftsführer Udo Glauflügel habe der ASB unter anderem mit einer erhöhten Personalbereitschaft reagiert. Für Notfälle stehe auch eine Feldküche bereit, in erster Linie aber gedacht für die Versorgung der eigenen Mitarbeiter. Sollten Verkehrsteilnehmer versorgt werden müssen, würde man das über lokales Catering abdecken, so Glauflügel.

Stürmische Wetterlage hält heute an

Die stürmische Wetterlage soll auch heute noch anhalten, auf Fehmarn sind noch schwere Sturm- und Orkanböen möglich. Vorsorglich hat das Bildungsministerium für heute landesweit Unterrichtsausfall an allen öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen angeordnet – ein verlängertes Wochenende für die Schüler.

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