Schulleiterin Ines Schmidt, ein paar Kinder, ein Luftfilter und ein Tannenbaum
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Die Grundschule Burg konnte am Mittwoch zwölf mobile Raumfilteranlagen in Empfang nehmen. Insgesamt wurden gestern 28 Anlagen auf Fehmarn installiert.

1250 Kubikmeter Frischluft in einer Stunde

28 mobile Raumfilteranlagen wurden an Fehmarns Schulen installiert

  • Lars Braesch
    VonLars Braesch
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Am Mittwoch wurden 28 mobile Raumfilteranlagen an Fehmarns Schulen installiert. Die Stadt Fehmarn zahlt rund 74000 Euro für die Luftfilter.

  • Vier bestätigte Coronafälle an der Grundschule Burg.
  • Kaum noch Logistik und Teilemangel.
  • Luftfilter vergrößert und weiterentwickeln.

Fehmarn  – Am Mittwoch um 7.20 Uhr fuhr ein Lkw auf den Schulhof der Burger Grundschule. Geladen hatte er 28 mobile Raumluftfilteranlagen für Fehmarns Schulen. Noch immer etwas betroffen angesichts vier frisch bestätigter Coronafälle früh am Morgen, nahm Schulleiterin Ines Schmidt die zwölf Geräte der Berliner Firma Pro Hygiene Systems in Empfang. 

„Es ist so kurios, die Coronafälle aus Landkirchen schwappen so langsam zu uns rüber“

Schulleiterin Ines Schmidt

„Es ist so kurios, die Coronafälle aus Landkirchen schwappen so langsam zu uns rüber“, erklärte die Schulleiterin, die sich dagegen wehrt, dass die Schulen ein Pandemietreiber angesichts der Schulschließungen während des Lockdowns seien. In Fällen von Corona seien die Schulen sehr gut vernetzt. Es müsse ein Ablaufplan des Landes abgearbeitet werden, was jedoch kein Problem sei, da die Grundschule Burg die Schüler sowie die Geschwisterkinder kenne. Die Aufstockung der Schulsozialarbeit habe die Schulleiterin positiv überrascht: „Dies haben wir durch Argumente geschafft. Gerade jetzt ist die Schulsozialarbeit wichtig, da uns die Nachwehen der einzelnen Pandemiewellen nun langsam erreichen. Noch nie haben wir uns bei den Kindern so viele Sorgen gemacht.“

Es sind wilde Zeiten

Henric Krüger, Geschäftsführer der Herstellerfirma Pro Hygiene Systems

„Es sind wilde Zeiten“, ergänzte der Geschäftsführer der Herstellerfirma, Henric Krüger. Die Geräte herzustellen, sei nicht das Problem. „Während der Coronapandemie gibt es kaum noch Logistik, und auch Teile werden knapp“, so Krüger weiter. Vor drei Jahren habe er noch rund 3000 US-Dollar für einen Container mit Teilen bezahlen müssen, mittlerweile zahlt sein Unternehmen zwischen 15000 und 20000 US-Dollar. Durch das chinesische Weihnachtsfest würden sich die Lieferschwierigkeiten (die meisten Teile werden in China produziert) noch verstärken, weshalb Krüger froh sei, dass auf Fehmarn noch vor Weihnachten Bewegung in die Sache komme. Die Teile werden in einem Lager in Belgien zwischengelagert. Auch hier sei es schwer, Speditionen zu finden, die die Teile nach Berlin bringen. 

Seit über 30 Jahren sei Henric Krüger in der Hygienebranche tätig. Mit einem Partner hatte er zunächst 2015 Luftfilter für die Züge der Deutschen Bahn entwickeln wollen. „Wir haben die Idee jedoch irgendwann verworfen“, erklärte Krüger weiter. Stattdessen habe er 2020 die Idee mit den Luftfiltern wieder aufgegriffen. Coronabedingt. „Wir haben den Filter vergrößert und weiterentwickelt“, so Krüger. 

Henric Krüger weist Schulleiterin Ines Schmidt in die Bedienung des Raumfilters ein.

Auf Fehmarn wird in allen Klassenräumen der Aircleaner One installiert. Der Luftfilter ist 1,30 Meter groß und wiegt rund 40 Kilogramm. In einer Stunde sorgt das Gerät für 1250 Kubikmeter Frischluft. „Das sind acht bis neun Luftwechsel“, rechnete Krüger Schulleiterin Ines Schmidt vor, der er das Gerät erklärte. „Der Luftfilter ist sehr leise, worauf wir sehr stolz sind“, so der Hersteller weiter. 

Geräte via App zentral ansteuerbar

Ebenfalls verfügt das Gerät über einen Automatikmodus, von dem Krüger für den Schulbetrieb jedoch abrate: „Das ist viel zu stressig, da alle davon abgelenkt werden“. Ebenfalls kann jedes Gerät zentral über eine App und WLAN angesteuert werden. „Das wird gerade fürs Abschalten wichtig, wenn es mal vergessen wird“, betonte die Schulleiterin. 

Nach der Installation an der Burger Grundschule fuhren Henric Krüger und sein Team weiter zur Inselschule. Dort wurden neun Geräte installiert. Abschließend erhielt die Grundschule Landkirchen sieben Geräte. 

„Wir zahlen rund 74000 Euro inklusive Inbetriebnahme und Wartung für die mobilen Raumfilteranlagen“, bilanzierte der Teamleiter Kinder, Jugend, Sport, Kultur und Schule, Björn Maier, am Mittwoch auf Nachfrage. Nach einer ersten Schätzung hatte die Stadt 94500 Euro für die mobilen Raumfilteranlagen eingeplant. 

Nach einer Eilentscheidung des Bürgermeisters Jörg Weber (SPD) hatte sich Fehmarn an einer Sammelbestellung des Städtebundes im September beteiligt (wir berichteten).

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