Biohof Albert in Ostermarkelsdorf als „schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet

„5-Sterne-Hotel“ für Schwalben

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Nikola Vagt überreichte Ananda, Karl und Christine Albert (v.l.) die Plakette, die den Biohof in Ostermarkelsdorf als schwalbenfreundlich ausweist.

Fehmarn – ga – Christine und Karl Albert sowie Tochter Ananda lieben Schwalben und sie versuchen auf ihrem Biohof „Nature Homes“ in Ostermarkelsdorf alles, um den flinken Vögeln, die sehr gute Baumeister sind, hier auf Fehmarn die besten Voraussetzungen zum Nisten und zum Wohlfühlen zu geben.

Für ihre jahrelangen Bemühungen und ihre Gastfreundschaft den Schwalben gegenüber überreichte ihnen gestern Nikola Vagt, stellvertretende Leiterin des NABU-Wassservogelreservats Wallnau, die Plakette mit der Aufschrift „Hier sind Schwalben willkommen – schwalbenfreundliches Haus“.

Während die Uferschwalben an der Steilküste nisten, auf Fehmarn unter anderem im Steilküstenbereich nahe Wulfen und beim Ortsteil Gold, stellen die Rauch- und die Mehlschwalben besondere Anforderungen an ihre Nistplätze. Rauchschwalben suchen sich Nistplätze im Inneren von Gebäuden, Mehlschwalben hingegen im Außenbereich von Gebäuden.

Das weiß Familie Albert genau, und sie tun alles dafür, dass die in jedem Jahr wiederkehrenden Vögel bei ihnen in Ostermarkelsdorf die besten Voraussetzungen vorfinden. Es sind für die flinken Flieger eigentlich „Komforthotels der 5-Sterne-Kategorie“.

Nisthilfen sind an dem Hofgebäude unter dem Dach angebracht und zusätzlich kleine Brettchen an der Hauswand befestigt. Zudem sind die Ställe ohne Ausnahme für die Schwalben zu jeder Zeit frei zugänglich. Außerdem bietet Karl Albert den Rauch- und Mehlschwalben eine sogenannte „Lehmtankstelle“ an. Dort können die Vögel unkompliziert ihr Baumaterial bekommen. Weiterhin hat er auf einer Gesamtfläche von rund drei Hektar neun Blühstreifen angelegt, die jeweils zehn bis zwölf Meter breit sind. Dort finden die Vögel reichlich Nahrung in Form von Insekten vor.

„Gerade das Thema Nahrung ist ein Problem für unsere Tiere“, war von der stellvertretenden Leiterin des NABU-Wasservogelreservats Wallnau bei der Übergabe der Auszeichnung zu hören. Großflächige Monokulturen ließen den Tieren keine Chance. „Je mehr Monokultur vorhanden, desto mehr Arten sterben aus“, sagte Nikola Vagt. Nur von Produktreichtum könnten die Tiere profitieren. Hinzu käme der verantwortungslose Umgang mit Pestiziden in der Landwirtschaft. „Es muss ein Umdenken in der Agrarwirtschaft stattfinden“, fordert Vagt, die in Sachen Schwalben darauf aufmerksam macht, dass sich die Landschaft immer weiter zum Nachteil dieser Vögel verändern würde.

Karl Albert weiß, dass so mancher Tierfreund es nicht gerne sieht, wenn aufgrund angebrachter Nistmöglichkeiten mit Schmutz der kleinen Bewohner zu rechnen ist. Sein Tipp: „Einfach unter den Nistplätzen kleinere Bretter anbringen, dann tritt dieses Schmutzproblem nicht auf.“

Auf dem Biohof Albert in Ostermarkelsdorf herrschte übrigens am Tag der Übergabe der Auszeichnung ein reges Treiben der Schwalben. Ein Zeichen, dass die Tiere sich dort sehr wohlfühlen – sie brüten fleißig.

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