Kleine Studenten der Kinder-Uni Fehmarn überraschten mit reichhaltigem Vorwissen

Abenteuer Raumfahrt

Die Planeten unseres Sonnensystems waren den Kindern bestens bekannt.

BURG (pl) • Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr ... 2008. Und so waren es nicht etwa Kirk, Spok und Pille, die ins All aufbrachen, sondern die kleinen Studenten der Kinder-Uni Fehmarn. Dr.

Richard Bräucker, Leiter des Schülerlabors des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, nahm die Kinder am Sonnabend mit auf eine kosmische Reise. Ganz ohne Science-Fiction, dafür gespickt mit wissenschaftlichen Fakten und kleinen Geschichten, die vom Abenteuer der Raumfahrt künden. Es war erstaunlich, wieviel die Acht- bis Zwölfjährigen bereits über das Thema wussten.

Die Reise begann – logisch – auf der Erde. Und zwar dort, wo die Wahrnehmung des Weltraums für alle Menschen, die nicht von Beruf Astronaut sind, anfängt und endet: beim Blick in den Sternenhimmel. Das Fernsehen der Steinzeit, wie Dr. Bräucker anmerkte. Die Kinder lernten das planetare Phänomen Sonnenfinsternis kennen, und über Stonehenge, die berühmten konzentrischen Steinkreise im Süden Englands, wussten sie bereits: „Das war eine Art Kalender.“

„Flieg mit zu den Sternen“, hieß es dann, und was liegt näher, als den Blick am Anfang nicht zu weit schweifen zu lassen und erst einmal das eigene Sonensystem zu erkunden. „Mars, Venus, Erde, Saturn, Jupiter, Uranus, Pluto, Merkur, Neptun !“ – Wie aus der Pistole geschossen konnten die Kinder jeden uns nahen Planeten benennen, als Dr. Bräucker eine entsprechende Karte an die Leinwand projizierte. Was ein Komet ist und wie aus ihm eine Sternschnuppe wird, und wie ein Sonnensystem entsteht, das wussten die Kinder dann doch noch nicht so genau. Dr. Bräucker war wohl froh, überhaupt mal etwas erklären zu können.

Denn schon beim nächsten Thema, der Raumfahrt und im Speziellen die ISS, schnipsten kleine Finger an ausgestreckten Ärmchen, bevor der Dozent weiter ausholen konnte. Denn die Kinder wollten sofort loswerden, was sie wissen: „Jedes Kilo, das in den Weltraum transportiert wird, kostet 20 000 Dollar“, piepste es aus der ersten Reihe. Dem konnte selbst Dr. Bräucker nur zustimmen. Das beeindruckte auch die Lehrer. „Toll, was die Kinder alles wissen“, flüsterten sie.

• Puffy-Face- • Syndrom sorgte • für Heiterkeit

Und was ist Schwerelosigkeit ? „Da ist man viel leichter. Einer, der 100 Kilo wiegt, wiegt dann nur noch 32 Kilo“, verkündete ein zartes Stimmchen. „Fast. Er wiegt gar nichts“, korrigierte Dr. Bräucker, und zeigte den Kindern, was das zum Beispiel für Astronauten bedeutet: Geschlafen wird in einem Sack an der Wand hängend, zum Händewaschen muss man einen Wassertropfen einfangen, und das Abendessen kann auch schon mal durch die Gegend schweben. „Wenn die Astronauten im Weltraum nicht trainieren, gehen die Muskeln weg“, wusste eines der Kinder. Und dass sich die Wirbelsäule im All ausdehnt wegen der fehlenden Schwerkraft, war offenbar auch allgemein bekannt. „Die Astronauten sind fünf Zentimeter länger“, ergänzte Dr. Bräucker. Spaß hatten die kleinen Studenten am so genannten Puffy-Face-Syndrom (bzw. an den illustrierenden Bildern). Dabei pumpt das Herz des Astronauten aufgrund der Schwerelosigkeit zu viel Blut ins Hirn, der Kopf schwillt an.

• Schwebende • Studenten beim • Parabelflug

Beeindruckt waren die Schüler von den Parabelflügen mit umgebauten Passagiermaschinen, die das DLR zu Forschungszwecken durchführt. Videos von schwebenden Studenten im Schneidersitz, sich in alle Richtungen streckenden Haaren einer Wissenschaftlerin und die mysteriöse Flugbahn eines Tennisballes sorgten für Heiterkeit bei den kleinen Zuhörern.

Erst zum Ende der Veranstaltung stellte ein Mädchen endlich eine Frage, die doch eher zu dieser Altersgruppe zu passen scheint: „Können Tiere auf dem Mond überleben ?“ Dr. Bräucker: „Ja – wenn sie einen Raumanzug haben.“

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