Sascha Deisinger ist neuer Werkleiter der Stadtwerke / Kooperation und Kommunikation

Abkehr von Feuerwehrstrategie

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Sascha Deisinger hat die Werkleitung der Stadtwerke übernommen.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Eine rund einjährige Übergangszeit, in der die Stadtwerke Fehmarn ohne offiziellen Leiter dastanden, ist vorbei, seit 27. September sitzt Sascha Deisinger auf dem Chefsessel des städtischen Eigenbetriebs. An einen neuen Chef gewöhnen muss sich das zehn Personen umfassende Stadtwerke-Team aber nicht, denn Deisinger hatte die Werkleitung seit September 2018 bereits kommissarisch inne.

Der 44-Jährige, seit rund sechs Jahren bei den Stadtwerken tätig und zuletzt Technischer Leiter und stellvertretender Werkleiter, war im vergangenen Jahr sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen worden, als nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden des früheren Werkleiters Rainer Loosen Führungsqualitäten gefragt waren. Sicherlich keine einfache Zeit für Deisinger, zumal über mehre Monate hinweg nicht feststand, ob die Stadtwerke Fehmarn überhaupt als Eigenbetrieb weitergeführt werden. Erst vor drei Monaten fiel dann die Entscheidung der Stadtvertretung, die Stadtwerke wie bisher fortzuführen und die Stelle des Werkleiters auszuschreiben. Gegen neun weitere Bewerber setzte sich Deisinger dann durch.

Sascha Deisinger ist gelernter Industriekaufmann und studierte nach zwölfjähriger Bundeswehrzeit an der Hochschule in Holzminden Wirtschaftsingenieurwesen für Technische Infrastruktur. Und jetzt ist er Werkleiter der Stadtwerke Fehmarn.

„Mein ehemaliger Chef Rainer Loosen hat mich früh eingebunden und mir Verantwortung übertragen“, so Deisinger zurückblickend. „Ich habe gemerkt, dass es mir liegt. Werkleiter ist das, was ich machen will.“ Umso größer sei dann die Freude gewesen, dass ihm Bürgermeister Jörg Weber und die Stadtvertretung des Vertrauen geschenkt hätten. Großer Dank gelte auch seinem Team, das ihn in den vergangenen Monaten so tatkräftig unterstützt habe.

Doch nun heißt es für ihn Ärmel hochkrempeln, denn für die Stadtwerke gibt es viel zu tun. Einerseits geht es darum, die teilweise marode Infrastruktur nicht nur zu erneuern, sondern diese auch an gestiegene Anforderungen anzupassen. Jüngstes Beispiel ist die rund 2,1 Millionen Euro teure Erweiterung des Klärwerks Burgstaaken. Die baulichen Maßnahmen sind abgeschlossen, jetzt geht es nur noch um die technische Feinabstimmung der Anlage. Doch das nächste große Projekt – die Erneuerung des Hauptwasserschmutzsammlers in Burgstaaken für geschätzte 1,3 Millionen Euro – steht schon in den Startlöchern. Deisinger rechnet mit einem Baustart 2021.

To-do-Liste ist gut gefüllt

Die To-do-Liste der Stadtwerke ist ohnehin gut gefüllt. Zu finden sind unter anderem die Erneuerung der Pumpstationen in Neue Tiefe und Burgtiefe. Zudem stehen in zahlreichen Ortslagen Kanalsanierungen an. Hinrichsdorf steht wieder auf der Tagesordnung, doch auch Ortsteile wie Fehmarnsund oder Westermarkelsdorf nennt der Werkleiter. Die dortigen Kleinkläranlagen stoßen an ihre Kapazitätsgrenze. Nicht zuletzt die Kanalsanierung in Petersdorf steht als größeres Projekt auf der Agenda.

„Das Kanalnetz wird nicht jünger, ich glaube, bis zur Rente gibt‘s genug zu tun“, schmunzelt Deisinger, der sich viel davon verspricht, bei Baumaßnahmen noch enger mit anderen Ver- und Entsorgern wie dem Wasserbeschaffungsverband Fehmarn und dem Zweckverband Ostholstein sowie dem städtischen Bauamt zu kooperieren. Ihm gehe es vor allem auch um vorausschauende Planung, denn „man muss wegkommen von der Feuerwehrstrategie“, erst immer nach Schadenseintritt tätig zu werden.

Zukunftsthemen wie E-Mobilität dürfe man sich auch nicht verschließen, findet Deisinger, der sich vorstellen kann, E-Mobilität bei den Stadtwerken zu verorten. Doch vorher müsse mit allen Beteiligten gesprochen werden, setzt Deisinger nicht nur bei diesem Thema auf Kommunikation.

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