Bauausschuss: Strecke Hinrichsdorf-Ostermarkelsdorf wird wieder ertüchtigt

Abseits des Kernwegenetzes

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Ziemlich ramponiert: Die Verbindung von Ostermarkelsdorf nach Hinrichsdorf soll nach kleineren Ausbesserungen möglichst schnell wieder für den Straßenverkehr geöffnet werden

Fehmarn –mb– Mit dem erarbeiteten Kernwegenetz will Fehmarn den Fokus auf die wichtigsten 140 Kilometer Straße auf der Insel legen und eine Grundlage für effektives Arbeiten an der Hand haben. Straßen, die nicht Teil des Netzes sind, werden nachgeordnet behandelt oder auch stillgelegt, wenn es der schlechte Zustand erfordert.

  • Antrag der CDU-Fraktion sorgt für reichlich Gesprächsstoff
  • Bauamt erwartet keine Überraschungen in Sachen Umgehungstraße
  • Neuer Radweg deutlich günstiger
Ein Antrag der CDU-Fraktion sorgte am Dienstagabend in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses für reichlich Gesprächsstoff. Dieser forderte, die Sperrung Hinrichsdorf-Ostermarkelsdorf „sofort aufzuheben und die Straße soweit zu reparieren, dass vorübergehend eine Durchfahrt mit 30 km/h-Beschränkung möglich ist“. Ein besonders kritisches Stück (rund 800 Meter) soll zudem 2021 in vorhandener Breite im Hocheinbau saniert werden. Obwohl Hinnerk Haltermann deutlich hervorhob, dass die CDU die Straße nicht in den Kernwegenetz-Rang hieven wolle, bahnte sich eine Grundsatzdiskussion an.

„Wir haben ein System erarbeitet, nach dem die Kernwege entstanden sind. Daran sollten wir festhalten, auch wenn es für jeden weggefallenen Weg Gründe gibt, diesen zu erhalten“, warnte Bernd Remling (SPD) vor einem Aufweichen des Netzes. Gunnar Mehnert (WUW) widersprach zum Teil: „Ja – richtig, aber das Kernwegenetz muss auch Änderungen aushalten.“ Insbesondere dann, wenn ein Großteil der Dorfschaft dieses Anliegen vorbringe. Obwohl eigentlich nicht Inhalt des Antrags, was auch der Ausschussvorsitzende Andreas Herkommer (SPD) anmerkte, schlug Mehnert mit Blick auf die Forderung einiger Anwohner vor, Hinrichsdorf-Ostermarkelsdorf als Kernweg aufzunehmen und dafür die Strecke nach Vadersdorf aus dem Kernwegenetz zu streichen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Ehlers schaltete sich ein, plädierte nochmals fürs kurzfristige Löcherstopfen und eine Sanierung in 2021. „Dann nehmen wir anderen Vorhaben das Geld weg“, ließ Herkommer mit Blick auf den kommenden Haushalt nicht locker. „Dies wird dann in Konkurrenz zu anderen Vorhaben stehen“, bestätigte auch Bauamtschef Benjamin May. Schlussendlich stimmten sieben von elf Ausschussmitgliedern für die Ausbesserungen und eine knappe Mehrheit für die Sanierung in 2021.

Umgehungsstraße: Stadt macht es selbst

Wer insbesondere in den Sommermonaten auf

Fehmarn

in und um Burg im Stau steht, träumt eventuell insgeheim von einer Umgehungsstraße. Vielleicht zwischen der

K43

und Burgstaaken? Der Dauerbrenner tauchte am Dienstag wieder auf. Bisher sollte Baurecht über den Weg der

Planfeststellung

geschaffen werden. Allerdings habe das zuständige Amt für Planfeststellung nicht nur eine umfangreiche Überarbeitung der Unterlagen gefordert, sondern auch signalisiert, dass die eigenen begrenzten Kapazitäten kein zügiges Voranschreiten zulassen werden.

Mittlerweile sei ein wesentlicher Teil des notwendigen Grunderwerbs einvernehmlich erfolgt, eine letzte Angelegenheit bereits vertraglich fixiert, berichtete May. „Wir hatten uns dann die Frage gestellt, wie wir am besten zu einem Planungserfolg kommen können“, führte er weiter aus. Vor diesem Hintergrund sieht die Stadt nun von einer Planfeststellung ab und wird die kommunale Planungshoheit in Anspruch nehmen. Kurzum: Die Stadt wird mithilfe eines Bebauungsplanes das Baurecht selber schaffen. Man fange zwar von vorne an zu planen, aber „bisher haben wir viele Erkenntnisse einsammeln können“. Große Überraschungen erwartet der Chef des Bauamtes nicht mehr. „Die haben wir alle schon abgeklopft.“ Entsprechend rechne man mit einer zügigen Bearbeitung.

Herkommer fragte nach der Förderung. Die kommt vom Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr. Zeitlich begrenzt sei diese nicht. Mit dem neuen Planungsansatz werde man einen Antrag auf Förderung stellen, so May. Bürgermeister Jörg Weber (SPD) ergänzte: „Vom Verkehrsminister haben wir eine Förderzusage.“

Geplant sei bisher kein begleitender Radweg, so May, der auf die Strecke entlang des alten Bahndammes verwies. Stadtvertreter Gunnar Gerth-Hansen (SPD) aus dem Publikum: „Heutzutage eine Straße ohne Radweg zu planen, ist nicht verantwortungsbewusst.“ Der Ausschuss sah‘s genauso und stimmte für einen begleitenden Radweg und für das Ansinnen, selbst Baurecht zu schaffen.

Radweg: Neue Tiefe bis zur Sahrensdorfer Straße

Ein Radweg, der großteils schon fertiggestellt ist, verläuft zwischen Neue Tiefe bis zum Kapellenweg. Finanziell eine Situation mit Seltenheitswert: Die zuvor geschätzten Kosten lagen bei über 500000 Euro. Die Auftragssumme schlug letztendlich nur mit 302000 Euro zu Buche. Das Vorhaben werde von der Öffentlichkeit sehr positiv wahrgenommen, sagte May, jedoch sei die Frage aufgekommen, warum der Radweg nicht bis zur Sahrensdorfer Straße fortgeführt werde. Im Vorwege interfraktionell abgestimmt, hatte sich die Kommunalpolitik dazu entschieden, die Maßnahme mit der beauftragten Firma nahtlos fortzuführen. „Das wirkt sich auch positiv auf die Kosten aus“, fügte May hinzu.

Aus dem Ausschuss fragten Dirk Frohberg und Lars Hviid von der Freien Wählervereinigung Fehmarn, ob noch Einmündungsbereiche sicherer gestaltet werden können (Kreuzung Kapellenweg und an der Sahrensdorfer Straße). Der Bauamtsleiter versprach, zügig einen Lageplan für Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge in die Fraktionen zu geben.

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