Lambert Grimm aus Burg feiert heute im kleinsten Familienkreis sein hohes Wiegenfest

Ältester Fehmaraner wird 102

Lambert Grimm, ältester Fehmaraner, feiert heute seinen 102. Geburtstag.

Von Nicole Rochell BURG • „102 – das ist schon ein Geschenk.“ Der älteste Sohn der Insel, Lambert Grimm, ist dankbar, heute im kleinsten Familienkreis seinen hohen Ehrentag begehen zu können.

Gesundheit und ein langes Leben –  viele wünschen es sich, Lambert Grimm hat es. Blickt er anlässlich seines hohen Wiegenfestes auf ein erfülltes Leben zurück, dann tut er es mit derart viel geistiger Frische und allgemeiner Rüstigkeit, dass es allen, die Grimm, was das Alter betrifft, nacheifern möchten, nicht bang sein muss.

Klar, ein Patentrezept für Gesundheit bis ins hohe Alter gibt es nicht. So werden Lambert Grimm mittlerweile die Beine ein wenig schwer. Doch sonst gibt er seinem Hausarzt momentan keinerlei Beschäftigung. Wenn Dr. Grünitz kommt, dann zumeist nur, um mit Lambert Grimm einen kurzen Plausch zu halten.

Lambert Grimm wurde am 26. September 1905 in Mansie (Kreis Ammerland) geboren. Den elterlichen Hof übernahm später sein älterer Bruder, so zog es Lambert Grimm nach dem Abitur am Oldenburger (Oldenburg) Gymnasium nach Westerstede, wo er in dortiger Zweigstelle der Oldenburgischen Landesbank ab April 1922 eine Banklehre absolvierte. Zehn Jahre blieb Lambert Grimm dort, bis zu seiner Versetzung zur Oldenburgischen Landesbank im Jahre 1932, die am Schwanenteich in Burg auf Fehmarn eine Filiale unterhielt. Die Insel war Grimm nicht gänzlich unbekannt. Einige Besuche hatten ihn bereits aufs Ostsee-Eiland geführt. Mit Ausnahme zweier Jahre, die Lambert Grimm in der Hauptstelle der Bank in Eutin verbrachte, war er ab 1932 immer auf Fehmarn. Interessant. Denn eigentlich war es sein Vorsatz gewesen, nur ein Jahr auf der Insel zu bleiben. Ursprünglich plante Grimm nämlich, zumindest im näheren Umkreis des vertrauten Ammerlandes sesshaft zu werden. Nicht ohne Grund. Denn gleich in der Nachbarschaft wartete seine große Liebe Elfriede auf ihn. Doch der fehmarnsche Boden klebte. Und Lambert Grimm blieb. Aus einem Jahr wurden 75 Jahre, blickt er heute zurück. Doch seine „Sandkastenliebe“ vergessen ? – Niemals. Die Distanz, die zwischen beiden lag, machte ihre Liebe noch größer. Seiner Elfriede gab er im Juni 1933 das Eheversprechen, die Hochzeitsglocken läuteten am 10. August 1934 in Westerstede. Fünf Kinder gingen aus der Ehe hervor.

Am 1. Februar 1939 wurde Lambert Grimm die Leitung der Filiale in Burg übertragen. Ein Jahr später wurde die Burger Filiale durch die Kreissparkasse des Kreises Oldenburg in Holstein übernommen. Lambert Grimm leitete diese Filiale (ab 1964 dann am Markt) bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1970.

Sein Beruf – eine Berufung. Für Lambert Grimm war seine Tätigkeit im Geldinstitut mehr als ein „Bankgeschäft“. Er ging geradezu auf im Dienst am Kunden und praktizierte den in den ersten Jahren auf Fehmarn ganz besonders nah. Mit dem Fahrrad fuhr Lambert Grimm zu seinen Kunden, in jeder Ortschaft ist er mit dem Rad gewesen. Da Lambert Grimm und Familie in der Dienstwohnung der Bank am Burger Schwanenteich wohnten, war er nahezu rund um die Uhr für den Kunden da. „Heute gibt es das leider nicht mehr“, bedauert Lambert Grimm.

Regelmäßig Billard und Rommé-Club

Lambert Grimm war immer aktiv in seinem Leben. Und ist es noch heute. Die Fehmaraner erinnern sich sicher an den blauen BMW 1800, den Lambert Grimm, bis zu seinem 100. Geburtstag wohlgemerkt, noch selbst gefahren ist. „Mit 100 durch die Ortschaft“ hatte 2005 AutoBild getitelt, später saß Lambert Grimm mit weiteren Autofahrern der Generation „100 plus“ vor laufenden Kameras. Bei „Leute heute“ (ZDF), auf Vox und in der „Schaubude“ war Lambert Grimm zu Gast. Nach seinem Geburtstag stellte er das Fahren ein.

Nicht jedoch zwei weitere Lieblingsbeschäftigungen, die Grimm bis zum heutigen Tag praktiziert. Erst gestern, wie jeden Dienstag, traf er sich zum Billardspielen. Herbert Luft, bei ihm steht auch der Billardtisch, lädt die Herren Nikolaus Preß, Hartwig Mackeprang, Albert Burdorf und Lambert Grimm in feiner Regelmäßigkeit zu sich ein. Und am Wochenende trifft sich Grimm dann zur Rommé Cup-Runde „mit meinen drei Damen“, wo der über 100-Jährige Hahn im Korb ist.

Mit 102 Jahren führt Lambert Grimm seinen Haushalt noch selbst. Seine Nachbarin Anneliese Hinrichsen, die auf derselben Etage in der St. Jürgen-Straße 10 wohnt, schaut regelmäßig nach dem Rechten und übernimmt auch die Einkäufe für den Hochbetagten, der sein Leben alleine meistert, jederzeit voll da ist. Ein Leben lang war er dem Sport verbunden, war immer unter Menschen, zieht sich auch heute nicht zurück. Vielleicht ist es das, was Grimm trotz hohen Alters immer jung gehalten hat. Auch der Kirche – Grimm war jahrelang Kirchenvorsteher –, dem kulturellen Leben (auf Fehmarn besuchte er nahezu jede Veranstaltung) und dem Sport des SV Fehmarn war und ist Lambert Grimm verbunden. Vor acht Jahren wurde ihm eine Urkunde für die 50-jährige Mitgliedschaft im SV Fehmarn überreicht, seit 1976 ist er Ehrenmitglied im Fehmarnschen Ringreiterverein.

Das Fehmarnsche Tageblatt gratuliert Lambert Grimm herzlich zu seinem Ehrentag und wünscht dem Jubilar für seinen weiteren Lebensabend allzeit Gesundheit und Zufriedenheit.

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