Untersuchungen am Grünen Brink ergaben: Keine Hinweise auf Gülleausbringung

Die Algen waren‘s

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Ein breiter Algenteppich am Strand vom Grünen Brink ist die Ursache des bestialischen Gestanks am Sonnabend. Proben ergaben keine Hinweise auf eine Gülleausbringung.

Fehmarn – Von Nicole Rochell Am Grünen Brink stank es am Sonnabend zum Himmel. Sarah Gernig aus Hamburg, die, wie viele andere Wassersportler an diesem Tag zum Kite- und Surfspot an der Nordküste Fehmarns gefahren war, nahm einen üblen Geruch wahr.

„Das ging so weit, dass mein Begleiter und ich uns beide beinahe übergeben mussten“, wie sie in einem Leserbrief ans FT („Unerträglich“, Ausgabe vom 7. Oktober) und an die Stadt Fehmarn schrieb. Zunächst vermutete sie, dass der bestialische Gestank vom riesigen Algenteppich am Grünen Brink ausging, glaubte aber später, nach Gesprächen mit anderen Wassersportlern vor Ort, dass großzügig aufgebrachte Gülle auf angrenzenden Feldern ins Meer gespült worden und das der Grund für die olfaktorische Belästigung gewesen sein könnte.

Doch Gülle ist als Verursacher der starken Geruchsbelästigung auszuschließen. Weder Friedrich Rathjen vom Ordnungsamt der Stadt Fehmarn, der am Montag vor Ort war, noch die Wasserbehörde des Kreises Ostholstein – Mat- thias Horch war am Dienstag zum Grünen Brink gefahren und hatte, wie die Stadt, entsprechende Wasserproben gezogen –, fanden Hinweise auf einen Gülleeintrag vor.

Im angespülten Seegras befanden sich teilweise Wasseransammlungen mit fauligem Wasser.

Bei seinem Vor-Ort-Termin habe keine Geruchsbeeinträchtigung festgestellt werden können. Eine Schöpfprobe aus dem Gewässer vor dem Schöpfwerk habe, visuell und geruchsmäßig, auch nicht auf Güllevorkommen im Gewässer hingewiesen. „Das Wasser der Probe war geruchlos und nicht eingetrübt“, so Mat- thias Horch vom Fachdienst Boden- und Gewässerschutz beim Kreis Ostholstein gegenüber dem FT. Die im Einzugsgebiet des Gewässers liegenden Felder, anschließend an die Straße Op de Wei (Puttgarden), wurden von Horch abgelaufen. Hier sei, abgesehen von einer genehmigten Kompost- keine Gülleaufbringung festgestellt worden. Auch der Graben entlang der Ackerschläge habe glasklares Wasser geführt. Sowohl der Gesamtstickstoffwert (TNb-Wert) als auch der CSB-Wert (chemischer Sauerstoffbedarf) seien mit 8 mg/l (Gesamtstickstoff) und einem CSB-Wert von 83,4 mg/l unauffällig gewesen. „Nach meiner Bewertung der Mess- ergebnisse kann man auf keine Güllebeeinträchtigung schließen“ so Horch. „Erfahrungswerte von güllebeaufschlagten Gewässern weisen TNb-Werte von circa 200 mg/l und CSB-Werte von 2000 mg/l und höher auf“, so der Mitarbeiter der Wasserbehörde. Der wies allerdings auf den großen Algenteppich hin und bemerkte, dass die rund 1000 Quadratmeter große Seegrasfläche am Grünen Brink in Höhe der Beltbude auch zu starken Geruchsbelästigungen führen könne. Gesammeltes Seegras rieche, wenn der organische Faulprozess eingesetzt habe, extrem und weise ein ähnliches Geruchsbild wie Gülle auf.

Der Algenteppich war natürlich auch Friedrich Rathjen nicht entgangen, der Montagmittag vor Ort war, um den Bereich der Einleitungsstelle und der zuführenden Gräben zu kon- trollieren. Der Strandbereich sei von der Einleitungsstelle der Pumpstation in westliche Richtung auf einer Länge von rund 300 Metern mit einer zwischen acht bis 20 Metern breiten und bis zu circa 75 Zentimetern hohen Schicht Seegras bedeckt gewesen. Im angespülten Seegras befanden sich teilweise Pfützen mit fauligem Wasser.

Auch am Montag war das Wasser im Einleitungsbereich an der Pumpstation klar. „Es konnten keine für einen Gülleeintrag typischen Schlieren und Verunreinigungen festgestellt werden. Das Wasser habe die für diesen Bereich typische moorig-bräunliche Farbe aufgewiesen, was aber an der Beschaffenheit der Böden im Einzugsbereich liege. Weder bei der Kontrolle der Gräben im Umkreis von rund zwei Kilometern noch auf den Ackerflächen im Umkreis konnten Merkmale für eine Gülleausbringung festgestellt werden, hieß es.

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