Älteste Einwohnerin Fehmarns wird 105

Alkohol und Tabak sind für Ilse Bauer tabu

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Ilse Bauer, die älteste Einwohnerin Fehmarns, feiert heute ihren 105. Geburtstag.

FEHMARN -ga- Auf eine behütete und geförderte Kindheit, Jugend- und Lehrzeit kann Ilse Bauer zurückblicken. Das Festhalten an eine bescheidene, naturnahe und gesunde Lebensführung sowie ein als Selbstverständlichkeit angesehenes soziales Denken und Handeln haben Ilse Bauer geprägt und ihr mittlerweile ein langes Leben beschert. Denn heute feiert die älteste Einwohnerin Fehmarns in Dänschendorf im kleinen Kreis ihren 105. Geburtstag.

Dank ihrer Eltern verbrachte Ilse Bauer eine schöne Kindheit und Jugendzeit in ihrer Geburtsstadt Bautzen. Anschließend nahm sie im Alter von 18 Jahren in Dresden ihr Pädagogikstudium auf. 1938 verließ sie Deutschland und startete ihr Berufsleben in Brasilien.

Lehrerin und Sekretärin in Brasilien

In Deutschland war es politisch unruhig geworden, zudem verspürte sie auch den Drang, die Welt kennenzulernen. Im Gepäck hatte sie eigentlich erst einmal nur einen Vierjahresvertrag, doch ihr gefiel das Leben in Südamerika – und so blieb sie viele Jahre in Brasilien. Sie wurde Lehrerin und später auch parallel Sekretärin in einem evangelischen Mädchen-Internat in Novo Hamburgo, Rio Grande do Sul, eingebunden in eine verantwortungsvolle Bildungsarbeit für junge Mädchen aus den unterschiedlichsten Lebenskreisen.

Von Brasilien aus hatte sie die Möglichkeit, gerade in den ersten „Hungerjahren“ nach dem II. Weltkrieg ihre Angehörigen in Deutschland durch Pakete und später auch durch Geldsendungen zu unterstützen.

1960 kam sie nach Deutschland zurück und heiratete hier ihren früheren Jugendfreund. Am Hamburger Stadtrand nahm das Paar einen gemeinsamen Wohnsitz, und Ilse Bauer trat eine Stelle als Lehrerin im Volksschuldienst an. Das Ehepaar verlebte eine glückliche und zufriedene Zeit, bis ihr Ehemann schließlich schwer erkrankte und 1977 starb. Das Paar war kinderlos geblieben.

Ihre Liebe zur Insel Fehmarn hatten beide schon viel früher entdeckt. So kauften sie sich ein Haus in Dänschendorf, das Ilse Bauer nach ihrer Pensionierung und dem Tod ihres Mannes bezog. Eigentlich wollten sie gemeinsam den Lebensabend hier auf Fehmarn verbringen.

Ihr Haus in Dänschendorf öffnete sie für „seelufthungrige Landratten“, wie sie sich ausdrückt, und sie nutzt ihren hinter dem Haus gelegenen Garten als Kraftspender und gleichzeitig als Seelentrost. Ihre ältere Schwester und ihren Bruder hat Ilse Bauer längst überlebt.

Dass sie solch ein hohes Alter erreicht hat, führt die Jubilarin auf ihre gesunde Lebensweise zurück. Wie in ihrem ehemaligen Elternhaus sind Tabak und Alkohol tabu. Dazu ist sie konsequente Vegetarierin, letztlich auch „aus Achtung vor den Tieren“. So ist bei ihr „gesunde Hausfrauenkost“ angesagt. Ilse Bauer, die aus einer Lehrerfamilie in mehreren Generationen stammt, zeigt besonderes Interesse an Natur und Garten sowie an Reisen, obwohl sie sich aufgrund ihres hohen Alters mittlerweile daheim am wohlsten fühlt.

FFBQ „bringt Fehmarn nur Nachteile“

Sie gesteht zwar ein, mit Technik nicht allzu viel am Hut zu haben, doch sie ist immer noch sehr interessiert an vielen Dingen, die ihr Leben betrefffen. Und sie versteht es immer noch, sich entsprechend zu positionieren. So hat sie vor ihrem Haus ein kleines blaues Kreuz aus Holz aufgestellt, um zu signalisieren, dass sie die Beltretter unterstützt. Sie ist absolut gegen den Bau einer Festen Fehmarnbeltquerung und hält das Projekt für vollkommen unnötig. „Das bringt Fehmarn nur Nachteile“, ist sie überzeugt.

In einem kleinen Kreis will sie heute mit Bekannten in ihrem Haus in Dänschendorf ihren 105. Geburtstag feiern. Denn hier in der Dorfgemeinschaft fühlt sie sich sehr wohl. Dazu beitragen würde selbstverständlich auch die gute Gemeinschaft mit den Nachbarn, lobt Ilse Bauer.

Das Fehmarnsche Tageblatt wünscht der ältesten Einwohnerin der Insel auch weiterhin alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit sowie weitere schöne Jahre in der Dänschendorfer Dorfgemeinschaft.

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